Keine Gefahr durch Gespinstmotten

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Keine Gefahr durch GespinstmottenDichte, auffällige, weißgraue Gespinste, die zur Zeit im ganzen Rheinland die

Äste und Stämme von kahl gefressenen Traubenkirschen, Weißdorn und

Pfaffenhütchen umgeben, sind das Werk verschiedener Gespinstmotten. Wie der

Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer Rheinland in Bonn mitteilt gab

es bereits im vergangenen Jahr einen starken Befall, der sich im diesem

Frühjahr weiter ausdehnen konnte, da viele Raupen den Winter unbeschadet

überstanden haben. Nach den Erfahrungen der Experten kann eine solche

Massenvermehrung bis zu zehn Jahre dauern, bis sie durch einen harten Winter

plötzlich zusammenbricht oder sich einzelne Arten aus der großen Gruppe von

Nützlingen, vor allem Schlupfwespen so stark vermehrt haben, dass sich ein

Gleichgewicht einstellt.

 

Der Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer Rheinland weist darauf

hin, dass eine Bekämpfung der Gespinstmotten mit Häutungshemmstoffen oder

biologischen Präparaten nur in Baumschulen sinnvoll ist, da kahle, mit

Gespinsten voller Raupen verhangener Bäume und Sträucher unverkäuflich sind.

In Hausgärten und Grünanlagen sind Bekämpfungsmaßnahmen dagegen nicht

notwendig, da die Gehölze durch den Johannistrieb wieder ergrünen und von den

Raupen keine unmittelbare Gefahr für Menschen und Tiere ausgeht.

 

Im Wald sind die Raupen der Gespinstmotten eine wichtige Nahrungsgrundlage,

vor allem von räuberisch lebenden Insekten. Nur wenn diese Nützlinge genügend

Nahrung vorfinden, können sie sich in solcher Zahl halten, dass sie bei

plötzlichen Massenvermehrungen von waldvernichtenden Insektenraupen, wie zum

Beispiel dem Kiefernspanner wirksam eingreifen können. Eine Bekämpfung von

Gespinstmotten im Wald wird daher von Förstern und Pflanzenschutzexperten

mehr als schädlich angesehen.

 

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