Im Interview: Markus Guhl

Anfang der Woche wurde der symbolische Startschuss für die neue Ausbildungskampagne des Bundes deutscher Baumschulen gegeben. GABOT sprach mit BdB-Hauptgeschäftsführer Markus Guhl über die Nachwuchskampagne.

Markus Guhl, Hauptgeschäftsführer des Bundes deutscher Baumschulen (BdB) e.V.. Bild: GABOT.

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Herr Guhl, was hat es mit der neuen Ausbildungskampagne des Bund deutscher Baumschulen auf sich?

Wir wollen mit einer ungewöhnlichen Kampagne Lust auf den Beruf als Baumschulgärtner machen. Dabei stellen wir inhaltlich vor allem auf das Attribut als „Klimaschützer“ ab; ein Tätigkeitsfeld, das die jungen Menschen sehr interessiert, wie die Fridays for future-Bewegung deutlich macht.

Wieso haben Sie sich bei der neuen Kampagne für ein "Video-Gaming-Design" entschieden?

Wir haben uns an die Nutzer- bzw. Sehgewohnheiten der Jugendlichen angepasst. Es muss cool und aufregend zugehen, damit sie einen Beitrag auf den social media-Plattformen, wie Instagram, auch anschauen. Games sind der alltägliche Zeitvertreib unser Zielgruppe.

Warum ist Baumschulgärtner*in denn so ein attraktiver Ausbildungsberuf?

Er ist ein Beruf für Menschen, denen die Natur am Herzen liegt. Die neue Jugendbewegung hinterfragt ja bekanntlich unseren heutigen Lebensstil, der vor allem auf Kosten der Umwelt geht. Als Baumschuler kann man den Spaß an der Pflanze mit einem großen Dienst an der Umwelt verbinden: für die Biodiversität, gegen den Klimawandel. Das ist, wie ich glaube, eine große Motivation, um heute diesen Beruf zu ergreifen.

Wie sieht denn die Lage in den Betrieben in Sachsen Ausbildung aus? Wir überhaupt noch in vielen Betrieben ausgebildet oder ist das nur noch eine Sache großer Unternehmen?

Die Baumschulbranche ist eine kleine Branche. Jedes Jahr schließen etwa 300 Jugendliche einen Ausbildungsvertrag ab. Der Bedarf an Fachkräften wächst aber stetig. Daher ist es uns ein Anliegen, dass wir die Ausbildungszahlen steigern. Erste Meldungen aus den Landesverbänden belegen, dass wir gerade im Jahr der Pandemie steigende Ausbildungszahlen haben. Anders als in vielen Handwerksberufen, wo offensichtlich die Zahlen runtergehen. Der Beruf des Baumschgärtners hat definitiv Zukunft.

Nach welchen Ergebnissen werden Sie die Kampagne als "erfolgreich" bewerten können?

Zunächst wollen wir, dass die Kampagne eine möglichst weite Verbreitung in den sozialen Medien findet. Als zweites Element fördern wir die Einbeziehung unserer Betriebe, so dass sie die Kampagne vor Ort bespielen. So können die Baumschulen unter anderem die Plakatmotive selbst nutzen, um auf sich als Ausbildungsbetrieb aufmerksam zu machen. Und natürlich erhoffen wir uns steigende Bewerberzahlen in den Betrieben.

Vielen Dank!

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