IBMA: EU entscheidet über Verbot des bienengefährdeten Mittels

Ende Februar 2013 wollte die EU neonicotinoidhaltige Pflanzenschutzmittel für zwei Jahre verbieten, in immer mehr Ländern konnte ein kausaler Zusammenhang zwischen dem Einsatz dieser Pflanzenschutzmittel und einem massiven Bienensterben nachgewiesen werden (Mullin et al. 2010; Henry et al. 2012).

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Ende Februar 2013 wollte die EU neonicotinoidhaltige Pflanzenschutzmittel für zwei Jahre verbieten, in immer mehr Ländern konnte ein kausaler Zusammenhang zwischen dem Einsatz dieser Pflanzenschutzmittel und einem massiven Bienensterben nachgewiesen werden (Mullin et al. 2010; Henry et al. 2012). Während Imker und Umweltschutzgruppen das geplante Verbot begrüßten, kam es nach heftigen Protesten seitens der Neonicotinoid-Hersteller zu einer Verschiebung des Verbots. IBMA, der Dachverband der biologischen Pflanzenschutzmittelhersteller, klärt nun auf: "Ein Verbot der für Bienen gefährlichen neonicotinoidhaltigen Mittel gefährdet –wie gerne von einigen Pflanzenschutzkonzernen behauptet - die Agrarproduktion in keiner Weise. Für alle Einsätze sind wirksame biologische Alternativen zugelassen, verfügbar, und in der Praxis bestens bewährt“.

Maiswurzelbohrer: Bekämpfung ohne Bienenschädigung möglich
In der Tat haben neonictionidhaltige Saatgut-Beizmittel im Maisbau zu einer Schwächung ganzer Bienenvölker und letztlich auch zu einem Bienensterben geführt (Baden-Württemberg 2008). In Folge wurde das Mittel für den Maisanbau in einigen europäischen Ländern (IT, GE) verboten. Seit einigen Jahren sind nützliche Nematoden, das sind kleine Fadenwürmer, erfolgreich in Deutschland, Österreich, Italien und Frankreich im Einsatz. Die Nützlinge werden gleichzeitig mit dem Saatgut ausgebracht und parasitisieren den gefährlichen Maiswurzelbohrer derart, dass er wenig später verendet.

Öko-Insektizid aus Neembaum-Samen
Es gibt kaum eine Kultur, in der Neonicotinoide nicht zum Einsatz kommen: im Obstbau, im Gemüsebau und im Zierpflanzenbau - überall dort, wo Blattläuse auftreten. Durch die breite systemische Wirksamkeit - die Mittel werden von den Pflanzen aufgenommen und so in die Nahrungskette transportiert - von Insektiziden aus dieser Wirkstoffgruppe ist der Einsatz aber nicht immer unproblematisch, weil auch Nützlinge mit erfasst werden können. Dass auch biologische Alternativen genügend wirksam und bereits seit Jahren eingesetzt werden, zeigt die Anwendung des Wirkstoffs Azadirachtin, gewonnen aus dem Samen des Neembaumes. Er liefert sehr gute Bekämpfungserfolge etwa gegen die mehlige Apfelblattlaus im Apfelanbau.

Neonicotinoide auch im Hobby-Bereich weit verbreitet
Auch im Heim- und Garten Bereich werden Neonicotinoide, häufig unwissentlich, vom Hobbygärtner verwendet. Das ist besonders problematisch, da diese Anwender zumeist meist nicht professionell über den Umgang mit Pflanzenschutzmittel informiert werden und so mit überhöhten Anwendungskonzentrationen und zu häufigen Anwendungen sich selbst sowie ihre Umgebung gefährden können. So wird etwa dem Buchsbaumzünsler mit Wirkstoffen aus der Gruppe der Neonicotinoiden, zu Leibe gerückt. Hier gibt es biologische und verträglichere Alternativen, wie etwa insektenpathogene Mikroorganismen (Bacillus thuringiensis). Gegen Blattläuse können Schlupfwespen und Florfliegen als Nützlinge eingesetzt werden, im Freiland helfen Neembaumextrakt, Kaliumsalze und natürliches Pyrethrum. Was viele nicht wissen: Nicht alles was im Baumarkt für den Hobbybereich angeboten wird, wäre in der Öko-Landwirtschaft erlaubt.

Alle Alternativen zu Neonicotionoide sind in der IBMA DA- Online-Datenbank für Pflanzenschutzmittel abrufbar: www.ibma-da.org 

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