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Hannover: Bislang elf Japankäfer am Flughafen gefunden
Japankäfer sind acht Millimeter groß und an den prägnanten weißen Haarbüscheln am Hinterleib zu erkennen. Das Foto wurde in Italien aufgenommen. Wenn sie in Massen auftreten, können Japankäfer enorme Schäden an zahlreichen Pflanzenbeständen anrichten. Foto: Haseloh/Landwirtschaftskammer Niedersachsen.
Damit summiere sich die Zahl der gefangenen Tiere bislang auf elf Exemplare, teilte der Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) am Mittwoch (09.09.2026) in Hannover mit. Der Japankäfer ist im Obstbau, in Baumschulen, in der Landwirtschaft, in der Forstwirtschaft sowie in Gärten gefürchtet, da er Pflanzenbestände massiv schädigen kann.
Monitoring unverzüglich intensiviert
Gemäß den Vorgaben des Notfallplans zur Bekämpfung des Japankäfers hatte der Pflanzenschutzdienst das Fallenmonitoring am Flughafen Hannover nach den ersten Funden im Juli unverzüglich intensiviert: Die Pflanzenschutzfachleute installierten weitere Lockstofffallen im Umkreis von einem Kilometer um den Erstfundort – dem Cargobereich des Flughafens – und kontrollierten die Fallen mehrmals pro Woche. Zudem untersuchten sie in der Umgebung der Fallen typische Wirtspflanzen des Japankäfers, um mögliche weitere Hinweise auf das Vorhandensein des Japankäfers zu erhalten.
Im Fokus: Frachtflüge aus Norditalien
Im Zuge des intensivierten Monitorings wurden im August 2026 neun weitere Japankäfer gefangen. Der Pflanzenschutzdienst geht weiterhin davon aus, dass diese Japankäfer nach und nach als „blinde Passagiere“ mit Flugzeugen aus einem Befallsgebiet eingeschleppt wurden. Die Recherchen rund um die mögliche Einschleppung des Japankäfers haben ergeben, dass in der Nähe des Erstfundes und weiterer Fallen regelmäßig Frachtflugzeuge aus Mailand entladen worden waren. In Norditalien rund um Mailand befindet sich das Hauptbefallsgebiet für den Japankäfer in Europa. Die visuellen Kontrollen der Grünanlagen am Flughafen Hannover haben bisher keinerlei Hinweise auf eine etablierte Population des Japankäfers ergeben.
Flughafen wird weiterhin überwacht
Der Pflanzenschutzdienst wird den Flughafen Hannover in den nächsten Jahren weiter intensiv überwachen. Sollten sich dabei Hinweise auf eine etablierte Population des Japankäfers ergeben, müssen weitere Maßnahmen zur Bekämpfung des Japankäfers eingeleitet werden, etwa die Ausbringung von nützlichen Fadenwürmern gegen die im Boden lebenden Larven des Japankäfers. Die Funde des Japankäfers am Flughafen Hannover bestätigen das hohe Risiko der Einschleppung des Japankäfers mit dem Waren- und Personenverkehr aus Befallsländern.
Reisende und Frachtunternehmen sollten aufmerksam bleiben
Der Pflanzenschutzdienst fordert daher Reisende aus einem Befallsgebiet (insbesondere Norditalien und Schweiz) und dort sowie in Niedersachsen tätige Transportunternehmen zu besonderer Vorsicht auf: Während der Flugzeit des Japankäfers (Juni bis Ende September) sollten Fahrzeuge, Fracht und Gepäck gründlich auf den Japankäfer, der möglicherweise als „blinder Passagier“ mitreist, kontrolliert werden. Wegen seiner prägnanten weißen Haarbüschel am Hinterleib ist der nur etwa acht Millimeter große Japankäfer recht gut zu erkennen.
Meldepflicht beachten
Der Japankäfer ist meldepflichtig. Bei einem Verdacht auf Japankäfer sollten sich mutmaßliche Finder/-innen umgehend an die Fachleute des Sachgebiets 7.1.2 (Pflanzengesundheit, Information) des Pflanzenschutzamtes der LWK wenden:
- Fotografieren Sie verdächtige Käfer und versuchen Sie diese, wann immer möglich, in einem Glas einzufangen.
- Melden Sie Verdachtsfälle in der Nähe beziehungsweise der Umgebung des Flughafens Hannover bitte per Mail an folgende E-Mail-Adresse: japankaefer@lwk-niedersachsen.de und lassen Sie uns das Bildmaterial zukommen.
- Alle weitere Verdachtsfälle sollten weiterhin per Mail an folgende Mail-Adresse gesendet werden: pflanzengesundheit@lwk-niedersachsen.de.

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