hagebau: Verordnungschaos schadet dem Mittelstand

Die mittelständischen hagebau-Gesellschafter in Niedersachsen schlagen Alarm: Wenn die Politik nicht handelt, drohen demnächst ernste wirtschaftliche Schäden in der Branche. Grund hierfür ist die verwirrende Rechtslage rund um Baumärkte und Gartencenter, die bei Kunden Unverständnis auslöst.

Die hagebau wird von über 300 mittelständischen Familienunternehmen getragen, die teils seit über 100 Jahren im Baustoff- und Werkzeughandel tätig sind.

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Ein Kunde kauft im Gartencenter Blumen und Blumenerde für den Frühling. Möchte er oder sie jetzt auch noch eine neue Heckenschere, wird das kompliziert – denn Geräte werden im Baumarkt verkauft, in den man nur nach Online-Terminvereinbarung gelangt. Dabei befindet sich beides unter einem Dach.

Was klingt wie ein Schildbürgerstreich, ist derzeit in Niedersachsen Realität für Baumarktkunden. Und es wird noch komplizierter: Denn Kunden mit Gewerbeschein kommen auch ohne Anmeldung immer in den Baumarkt und bestellte Ware darf (außerhalb der Geschäftsräume) abgeholt werden. „Bei den Kunden erzeugt das nur noch Unverständnis“, erklärt Jan Buck-Emden, Vorsitzender der Geschäftsführung der hagebau. „Das Marktpersonal muss diese Vorgaben unzählige Male am Tag erklären. Und jedes Ordnungsamt legt die Rechtslage ein wenig anders aus. Das erzeugt einen hohen Aufwand und verschreckt unsere Kunden.“

Die hagebau wird von über 300 mittelständischen Familienunternehmen getragen, die teils seit über 100 Jahren im Baustoff- und Werkzeughandel tätig sind. Der Mittelstand ist der Motor der deutschen Wirtschaft und beschäftigt die meisten Arbeitnehmer in Deutschland. Hilfsmaßnahmen wie das Überbrückungsgeld III helfen dem Mittelstand kaum – zu bürokratisch, zu langsam und nicht auf die unternehmerische Praxis zugeschnitten.

Die Baumarkt- und Gartencenterbranche erwirtschaftet in den Frühlingsmonaten etwa die Hälfte des Jahresumsatzes. Das Regel-Chaos gerade in diesen Monaten verärgert die Kunden und gefährdet die gesamte Branche.

Dabei gibt es gute Gründe, die für eine bedingungslose Öffnung der Baumärkte sprechen:

- Das Robert-Koch-Institut hat darauf hingewiesen, dass das Ansteckungsrisiko im Baumarkt äußerst gering ist – dafür sorgen hohe Decken, große Freiflächen und breite Gänge.

- Die strengen Hygienekonzepte der hagebau, mit nur einem Kunden auf 50 Quadratmetern, haben sich in der ersten Welle bewährt.

- Baumärkte und Gartencenter führen Waren des täglichen Bedarfs, die jeder für seine Wohnung, sein Haus oder seinen Garten braucht.

- Kunden suchen den Baumarkt gezielt auf und reisen fast immer mit dem eigenen PKW an. Es gibt keinen „Baumarkttourismus“.

Die Corona-Infektionen steigen erneut an. Die niedersächsische Politik muss handeln. Aber die mittelständische Wirtschaft zu zerstören, ist nicht die Antwort. Vielmehr braucht es einen Strategiewechsel in der Pandemiebekämpfung: Die Politik sollte ihr Handeln auf die tatsächlichen Ansteckungsorte konzentrieren. Die Fakten zeigen, dass Gartencenter und Baumärkte keine Infektionsgefahr darstellen. (hagebau)

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