Glyphosat: BNN kritisiert "Lobbypolitik"

Die EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis hat einen Vorschlag präsentiert, den Herbizidwirkstoff Glyphosat für weitere zehn Jahre in der Europäischen Union zuzulassen.

Glyphosat im Gartenfachhandel. Bild: GABOT.

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Zur Zulassungsverlängerung von Glyphosat sagt Elke Röder, Geschäftsführerin des Bundesverband Naturkost Naturwaren e.V.: „Die deutliche Mehrheit der deutschen Bevölkerung lehnt eine Zulassungsverlängerung von Glyphosat ab. Dies zieht sich durch alle Bevölkerungsteile, egal, ob Bio-Käufer oder nicht. Ähnlich sieht es in anderen europäischen Mitgliedsstaaten aus. Kürzlich hatte EU-Agrarkommissar Phil Hogan im Landwirtschaftsausschuss des Europaparlaments hervorgehoben, dass man den Wirkstoff "bis zum Überdruss" analysiert habe. Dass mehrere dieser Untersuchungen der massiven Beeinflussung durch Herbizidhersteller unterliegen, berichtete im Frühjahr die New York Times. Viele unabhängige Studien unterstreichen aber die zahlreichen Gefahren für Umwelt und Gesundheit, die von Glyphosat ausgehen. Hier wird Lobbypolitik gegen das Votum der Bevölkerung gemacht und das Vorsorgeprinzip ignoriert.“

Eine Entscheidung zur weiteren Zulassung von Glyphosat muss bis spätestens Ende 2017 getroffen werden; dann läuft die Genehmigung aus. Die Kommission hatte die Zulassung des Wirkstoffs Anfang Juli 2016 um 18 Monate verlängert, nachdem zuvor die 28 Mitgliedsländer in den zuständigen EU-Ausschüssen zu keiner qualifizierten Mehrheit für oder gegen die Neuzulassung des Herbizidwirkstoffs gekommen waren. Der oft angeführten Rechtfertigung, es sei nicht möglich, die Weltbevölkerung ohne Pestizide zu ernähren, begegneten unlängst zwei UNO-Sonderberichterstatter. Sie kommen zu einem gänzlich anderen Schluss. Nähere Informationen finden Sie im Artikel aus dem BNN-Verbandsmagazins „UNO-Bericht: Schluss mit den Pestiziden!“ (Quelle: BNN)

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Kommentare (1)


Roberta 21. Mai. | 17:12

Bei Glyphosat geht es um ein Billionen Euro Geschäft, denn Monsanto, BASF, BAYER, Syngenta, Dow, DuPont verdienen nicht nur Milliarden mit Pestiziden wie Glyphosat, sondern auch mit Roundup Ready Saatgut, mit Dünger und vor allem Milliarden mit den Medikamenten gegen die in wissenschaftlichen Studien belegten Folgen von Glyphosat.

http://www.umweltinstitut.org/images/gen/aktionen/Roundup/Studien-Glyphosat.pdf

Diese Studien, die nicht von Monsanto finanziert wurden, belegen, dass Glyphosat Zell-, DNA-, Leber-, Nieren-, Hormone, das Autoimmunsystem und Darmbakterien schädigt und krebserregend für Mensch und Tier ist.


Auch die 250 Vertreter und Mediziner des 119. Deutschen Ärztetags haben sich letztes Jahr für ein Verbot von Glyphosat in einem Brief an die Bundesregierung ausgesprochen. Zitat: "Glyphosat (...) DNA- und chromosomale Defekte in menschlichen Zellen verursacht". Und „ Für gentoxische Effekte besteht nach derzeitiger wissenschaftlicher Meinung kein unschädlicher Schwellenwert.“, laut Pressemitteilung:

http://www.presseportal.de/pm/9062/3337906

Die EU Behörden scheinen auch zu ignorieren, dass Monsanto gerade in den USA vor Gericht steht. Denn Monsanto wird aktuell von hunderten Landwirten angeklagt, die einen Tumor, ein Non-Hodkin Lymphom, haben, der wahrscheinlich durch den Gebrauch von Roundup entstanden ist. Denn die vor Gericht veröffentlichten internen Monsanto Emails belegen nun, dass Monsanto die geheimen Glyphosatstudien selber In-House erstellt hat.

Anschließend hat Monsanto dann nur noch externe, vermeintlich unabhängige Wissenschaftler, wie Prof. Helmut Greim, Kier, Kirkland, Williams, Kroes und Munro dafür bezahlt hat, diese zu unterschreiben, wie die Süddeutsche dokumentiert hat.

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/umstrittene-chemikalie-wie-monsanto-hinter-den-kulissen-agiert-1.3445002

In einer internen dieser Emails von 2009 sagt die führende Monsanto Toxikologin, Dr. Donna Farmer, sogar, dass sie nicht sagen könne, ob Roundup krebserregend sei, da sie das nie untersucht haben, denn die Behörden begutachten immer nur einen Wirkstoff und nicht das Endprodukt. Und das, obwohl die Landwirte Roundup auf die Felder spritzen und nicht nur Glyphosat.

Das heißt: Die Diskussion um Glyphosat ist ein krimineller Fall von Industrielobbyismus, Behördenversagen, und Glyphosat wissenschaftlich hundertfach belegt multitoxisch für Mensch und Tier. Daher muss Glyphosat komplett verboten werden.

 

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