Glyhosat: Kärnten beschließt Verbot für private Anwender

In Österreich hat der Kärntner Landtag ein Glyphosat-Verbot für private Anwender beschlossen. Ein gänzliches Glyphosatverbot sei weiterhin das Gebot der Stunde.

In Österreich hat der Kärntner Landtag ein Glyphosat-Verbot für private Anwender beschlossen. Bild: GABOT.

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"Kärnten nimmt heute eine europaweite Vorreiterrolle ein. Wir setzen mit dem Glyphosat-Verbot für Anwender einen ersten wichtigen Schritt für mehr Nachhaltigkeit, Enkel-Verantwortung und den Schutz der Menschen. Wir werden uns aber weiter bemühen, um ein generelles Glyphosat-Verbot zu erreichen", sagte Landeshauptmann Peter Kaiser am 28. März in der Sitzung des Kärntner Landtages.

Dort wurde einstimmig ein Verbot des "wahrscheinlich krebserregenden Pflanzenschutzmittels Glyphosat für den privaten Bereich beschlossen", in dem der Landtag das Kärntner Pflanzenschutzmittelgesetz änderte. "Wir haben mit diesem Beschluss umgesetzt, was Kärnten im Rahmen seiner rechtlichen und gesetzlichen Möglichkeiten im Stande ist, umzusetzen. Wir sind mit dem ersten Versuch auf EU-Ebene abgeblitzt, aber wir haben nicht aufgegeben und mit dem heutigen Beschluss ein Signal gesetzt und noch mehr Bewusstsein auf allen Ebenen geschaffen", betonte Kaiser. Schon wie beim Gentechnik-Vorsorgegesetz nehme Kärnten laut dem Landeshauptmann damit wieder europaweit eine Vorreiterrolle ein.

So habe die Vorgängerregierung unter ihm, Kaiser, als Landeshauptmann, mit dem damals zuständigen Landesrat Rolf Holub bereits das Verbot von Glyphosat auf öffentlichen Flächen durchgesetzt. "Aber wir haben auch ein Umdenken bei Asfinag und ÖBB bewirkt, die nun den Einsatz des Pflanzenschutzmittels einschränken wollen", berichtete Kaiser im Landtag. Auch die Landesstraßenbauabteilung verzichtet auf die Verwendung des Mittels.

Als Landeshauptmann werde er, Kaiser, weiterhin alle Hebel in Bewegung setzen, um ein generelles Verbot von Glyphosat zu erreichen. So habe Kaiser auch Anzeige gegen Unbekannt eingebracht, die mittlerweile auf Grund zahlreicher Urteile nicht mehr gegen Unbekannt lautet, sondern sich konkret gegen den Vertreiber von Glyphosat richtet. Lobend erwähnte der Landeshauptmann auch die Bemühungen des Handelsriesen SPAR. "SPAR gratuliert uns als Land Kärnten zu unserer Beharrlichkeit und geht laut einem Schreiben bei den Eigenmarken gegen Glyphosat vor, in welchen das Mittel nicht mehr vorkommen darf", so Kaiser.

Mit einem gesteigerten kritischen Bewusstsein werde von Kärnten aus niemand mehr vor einem Totalverbot von Glyphosat die Augen verschließen können - weder andere Bundesländer, nicht die Bundesregierung und auch nicht die Europäische Union, ist der Landeshauptmann überzeugt. (LPD)

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