Gladiolen: Nur gesunde Knollen ins Winterlager bringen

Gladiolenfreunde denken schon im Frühherbst an eine reiche Gladiolenblüte im kommenden Jahr. Dafür brauchen sie gesunde Knollen, die im September/Oktober rechtzeitig und sorgfältig geerntet werden müsen. Der weitere Erfolg hängt von einer sachgemäßen Lagerung und regelmäßigen Gesundheitskontrollen ab.

Anzeige

Gladiolenfreunde denken schon im Frühherbst an eine reiche Gladiolenblüte im kommenden Jahr. Dafür brauchen sie gesunde Knollen, die im September/Oktober rechtzeitig und sorgfältig geerntet werden müsen. Der weitere Erfolg hängt von einer sachgemäßen Lagerung und regelmäßigen Gesundheitskontrollen ab.

Was heißt nun rechtzeitig und sorgfältig ernten?
Allgemein üblich ist es, Blumenzwiebeln und -knollen zu ernten, wenn das Laub zu vergilben beginnt, um maximales Wachstum und entsprechend große Zwiebeln oder Knollen zu erzielen. Insbesondere bei Gladiolen wurde aber beobachtet, dass bei später Ernte die Anzahl kranker Knollen zunimmt. Es ist also ratsam, auf kleinere, aber dafür gesunde Knollen zu setzen. Späte Erntetermine geben zudem den Blasenfüßen (Thrips) ausreichend Gelegenheit, von den Blüten und Blättern zu den Knollen abzuwandern, wo sie überwintern und dabei Saugschäden verursachen. Rechtzeitig heißt also bei der Gladiolenernte: vor dem Absterben des Laubes, wenn die Blätter noch richtig grün sind.

Weil regnerisches Wetter die Krankheitsgefahr erhöht, sollten möglichst trockene Herbsttage genutzt werden. Die Gladiolen werden mit dem Spaten oder einer Grabgabel vorsichtig aus dem Boden gehoben. Die Stängel schneidet man etwa ein bis zwei Zentimeter über der Knolle ab. Anschließend werden die kleinen Knollen, die sogenannten Brutknollen, und die anhaftende Erde entfernt. Wer seine Gladiolen vermehren will, verwendet die bei der Ernte aussortierten Brutknollen und eine Portion Geduld. Denn bis diese erstmals blühen, können zwei bis drei Jahre ins Land gehen.

Knollen trocken und luftig lagern
Das Lager muss trocken, frostfrei, dunkel und luftig sein. An warmen, sonnigen Herbsttagen kann man zunächst die Knollen tagsüber flach ausgebreitet ins Freie stellen. Abends müssen sie aber wegen des nächtlichen Tauniederschlags immer wieder in den Lagerraum zurück. Nach dem Abtrocknen, Erde abschütteln. Nach ein bis zwei Wochen können die Knollen geputzt werden. Dazu entfernt man von Hand die alte Knolle und die noch verbleibenden Stängelreste. Dabei lohnt es sich genau auf eventuell vorhandene Krankheiten und Schädlinge zu kontrollieren. Die meisten pilzlichen oder bakteriellen Krankheiten sind auch an den Knollen erkennbar. Nur vollkommen gesunde Knollen dürfen überwintern. Knollen mit Krankheitssymptomen werden aussortiert und vernichtet. Nach dem Putzen lässt man die Knollen noch ein bis zwei Wochen bei 15 Grad Celsius nachtrocknen, ehe sie bei etwa fünf bis acht Grad Celsius in einem luftigen Raum überwintern. Zum Einlagern eignen sich zum Beispiel Holzkisten. Es dürfen höchstens drei Schichten übereinander liegen.

Knollenschäden richtig erkennen
Zum Beispiel Lackschorf. Bei dieser Bakterienkrankheit zeigen sich an den Hüllblättern der Knollen brandfleckenartige Stellen. Das Gewebe darunter wird anfangs gelblichbraun und später dunkelbraun mit einem erhöhten Rand.


Die Fusarium-Trockenfäule ist durch anfangs fettartig durchscheinende, später einseitig harte, leicht eingesunkene Flecke auf den Knollen zu erkennen. Manchmal bildet sich hier auch ein rosafarbenes Pilzgeflecht.

Auf die Septoria-Knollenhartfäule weisen rotbraune wässrige, sich später schwarzbraun verfärbende Flecke auf den Knollen hin. Diese können zu harten Mumien einschrumpfen.

Bei der Botrytis-Knollenfäule entsteht vom Stängelgrund ausgehend eine Fäule in die Mitte der Knolle. Man kann die Krankheit auch an dem schwammigen, mürben, braun verfärbten Gewebe erkennen. Meist bilden sich hier zahlreiche, schwarze Dauerkörper des pilzlichen Erregers. Lagert man die Knollen zu feucht, so bildet sich ein grauer Schimmelrasen.

Durch das Saugen von Blasenfüßen (Thrips) bekommen die Knollen bräunliche, grindige Stellen. Die nur ein bis 1,5mm  langen strichförmigen Tiere wandern im Herbst von den Blüten und Blättern zur Knolle, wo sie über Winter saugen. Stark befallene Knollen können einschrumpfen. Im Frühjahr treiben sie nicht oder nur schlecht aus.

Knollen während der Lagerung regelmäßig kontrollieren
Manchmal zeigen sich die Schäden erst während der Lagerung. Deshalb sollten die Gladiolen auch im Winter regelmäßig kontrolliert werden. Wer kranke Knollen sofort und konsequent aussortiert und vernichtet, kann sich auf die nächste Gladiolenblüte freuen.

Gegen Knollenkrankheiten gibt es keine zugelassenen Pflanzenschutzmittel. Der Gladiolenthrips kann während der Vegetationsphase mit zugelassenen Pflanzenschutzmitteln bekämpft werden. (Quelle: Profil Online)

Kommentare (0)

Bisher sind keine Kommentare zu diesem Artikel erstellt worden.