Gartenhaus.com: Führt Bridge Page für komplexe Kaufprozesse ein

Online-Shops sind auf Geschwindigkeit optimiert: Klick, Warenkorb, Checkout. Doch bei komplexen DIY-Projekten stößt dieses Prinzip an seine Grenzen, insbesondere dann, wenn Kaufentscheidungen mit einem Warenkorb im mittleren vierstelligen Bereich verbunden sind.

Gartenhaus.com ist Europas führender Online-Anbieter für Gartenhäuser, Saunen, Carports und individuelle Outdoor-Projekte. Bild: © Gartenhaus.com.

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Das Hamburger E-Commerce-Unternehmen Gartenhaus.com entwickelt den klassischen Kaufprozess weiter und führt mit der sogenannten „Bridge Page“ eine neue, geführte Form der Produktberatung auf Basis von KI-Wissensmodellen ein. Der Roll-out startet im Mai.

Die Bridge Page ist eine zusätzliche Experience-Ebene zwischen Produktdetailseite und Warenkorb und ver ändert die Logik des Online-Einkaufs grundlegend: Statt Nutzer direkt zum Kauf zu führen, werden sie durch eine strukturierte Projektkonfiguration geleitet, die Zusammenhänge erklärt, Entscheidungen einordnet und Komplexität reduziert.

Im Zentrum steht die gezielte Trennung zwischen funktional notwendigem Zubehör und optionalen Ergänzungen. Kundinnen und Kunden erhalten eine klare Orientierung darüber, welche Komponenten für den Aufbau ihres DIY-Projekts zwingend erforderlich sind und welche zusätzlichen Optionen sinnvoll sein können. Ergänzt wird dies durch kontextbezogene Erläuterungen, die die Rolle einzelner Produkte im Gesamtprojekt verständlich machen.

„Der Warenkorb allein ist für komplexe Projekte wie wir sie im DIY-Bereich haben, ein Denkfehler im System“, sagt Tim Böker, CEO Gartenhaus.com. „Wenn Kunden mehrere tausend Euro investieren, brauchen sie keine schnellere Navigation, sondern bessere Entscheidungen.“ Die Bridge Page trägt bei erklärungsbedürftigen DIY-Projekten dazu bei, Unsicherheiten im Kaufprozess zu reduzieren und gleichzeitig die Beratungsqualität im digitalen Raum zu erhöhen.

Warum klassische Online-Shops für KI-Systeme heute kaum interpretierbar sind

Über die konkrete Anwendung hinaus ist die Bridge Page Teil einer grundsätzlichen technologischen Weiterentwicklung im E-Commerce: Statt reiner Produktsuche rückt die strukturierte, kontextbasierte Beratung in den Mittelpunkt, perspektivisch auch im Zusammenspiel mit KI-Systemen. „Online-Shops wurden über Jahre für Suchmaschinen optimiert. Für KI-Systeme sind viele dieser Strukturen heute kaum interpretierbar“, so Böker. „Wenn sich das Interface in Richtung Dialog entwickelt, müssen sich auch die zugrunde liegenden Datenmodelle verändern.“ Vor diesem Hintergrund arbeitet Gartenhaus.com an neuen Datenstrukturen und Wissensmodellen, die Produktinformationen so aufbereiten, dass sie sowohl für Menschen verständlich als auch für KI-basierte Systeme nutzbar sind. Branchenintern wird diese Entwicklung zunehmend unter dem Begriff „Generative Engine Optimization“ (GEO) als Weiterentwicklung klassischer SEO-Logiken diskutiert.

Bridge Page ist Ergebnis eines KI-Forschungsprojekts

Das zugrunde liegende Forschungsprojekt wurde von der Bescheinigungsstelle Forschungszulage (BSFZ) als förderfähiges Forschungs- und Entwicklungsprojekt anerkannt. Grundlage ist das Forschungszulagengesetz. Im Rahmen des Projekts werden unter anderem neue Methoden zur Strukturierung großer Produktkataloge, zur Modellierung semantischer Wissensnetze sowie zur Integration KI-basierter Dialogsysteme in bestehende Shoparchitekturen entwickelt. Langfristig sieht das Unternehmen die Bridge Page als ersten Schritt hin zu einem stärker geführten und perspektivisch dialogbasierten Einkaufserlebnis im E-Commerce.

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