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Flughafen Frankfurt: 25.000 Pflanzenimporte
Über 25.000 Pflanzenimporte gingen 2004 im „Perishable Center“ am Frankfurter Flughafen durch die Hände der Mitarbeiter des RP-Pflanzenschutzdienstes.Der Frankfurter Flughafen gilt für viele Waren als Hauptumschlagsort. So auch für „Pflanzenimporte“: Bohnen aus Ägypten, Kartoffeln aus den USA, Blumen aus Afrika. Aus aller Herren Ländern landet die leicht verderbliche Ware im „Perishable Center“. Dort werden Pflanzen, Südfrüchte & Co in großen, immer gleich temperierten Hallen, zum Weitertransport für Supermärkte und Tante Emma Länden vorbereitet. Dass die Umschlagsware „gesund und fehlerfrei“ ist, kontrollieren 14 Mitarbeiter des hessischen Pflanzenschutzdienstes, eines Dezernates des Gießener Regierungspräsidiums, die in einer Außenstelle direkt am Flughafen schnellen Zugriff auf die Ware haben. „25.246 Importsendungen hatten die Pflanzenschutzexperten am Flughafen 2004 im Qualitäts-Visier“, informiert Martin Kerber, Leiter des Dezernates Pflanzenschutz im Gießener RP. In erster Linie waren es Schnittblumen wie Orchideen, Nelken oder Rosen sowie Pflanzen - alleine 222 Mio. Stecklinge - und Südfrüchte.
Drei Stunden verbleiben die für den Verkauf vorgesehenen Güter im Perishable Center. Dann müssen sie die Grenzkontrollstelle passiert haben, denn schließlich handelt es sich um frische und vor allem leicht verderbliche Ware. Innerhalb dieser drei Stunden müssen auch die RP-Fachleute ein Auge auf die Ware geworfen haben. „Dabei geht es nicht nur darum, dass die Ware ein einwandfreies Aussehen hat und die Qualität stimmt, vielmehr ist es unsere Aufgabe, das Einschleppen von Schädlingen und Krankheitserregern zu verhindern“, beschreibt Hans-Jürgen Hess, Leiter der im Frachtzentrum für verderbliche Ware ansässigen Pflanzenbeschaustelle, seine Arbeit. Unentdeckte „Einwanderer“ können bei heimischen Kulturpflanzen enorme Schäden anrichten. Deshalb werden auch rund um den Flughafen immer wieder Fallen installiert, um sicher zu gehen, dass keine Schädlinge „einwandern“. „Zur Zeit läuft ein solches Monitoring bezüglich des Maiswurzelbohrers (Diabrotica virgifera)“, erläutert Hess diese Sicherheitsmaßnahme. 35 Pheromon-Fallen müssen jede Woche angefahren und kontrolliert werden.
„Nur absolut unbedenkliche Ware geht in den Handel“, betont Hess und beschreibt die Arbeit am Flughafen: das Importgut wird zunächst einer visuellen Untersuchung unterzogen. Fallen dabei Auffälligkeiten wie Flecken oder andere Veränderungen auf, wird die Sendung näher untersucht. In 3.132 Fällen nahmen die RP-Pflanzenschützer Sendungen im Rahmen einer diagnostischen Detailuntersuchung unter die Lupe, rund 9 Proben pro Tag. Die Beanstandungsquote ist sehr gering, denn: „die Kontrolldichte im europäischen Handel ist sehr hoch; die Händler wollen kein Risiko eingehen“, so Hess weiter.
Deutlich zugenommen hat im vergangenen Jahr die Kontrolle von Holzverpackungen. Nach Vorschriften der EU unterliegt Verpackungsholz aus den USA, Kanada und China der besonderen Untersuchung. „Wie bei den Lebensmitteln und Pflanzen geht es bei Paletten und Kisten darum, Holzschädlingen den Weg zu versperren“, weiß der RP-Pflanzenschützer zu berichten. Insgesamt 4.770 Holzverpackungen und Kennzeichnungen wurden 2004 am Frankfurter Flughafen kontrolliert, 183 davon beanstandet. Immer mehr Länder fordern bei der Einfuhr von Holz einen einheitlichen Standard, der verlangt, dass Verpackungsholz im Kern für mindestens 30 Minuten bei mindestens 56° Celsius erhitzt wird. „Nach dieser Behandlung, sind evtl. Schädlinge nicht mehr am Leben“; erklärt der Fachmann.
In der Phytosanitären Grenzkrontrollstelle im Frankfurter Flughafen kommt aber nicht nur Ware an: 13.126 Exportsendungen haben von den RP-Pflanzenschützern im vergangenen Jahr ein so genanntes Pflanzengesundheitszeugnis bekommen. Zusammen mit der Außenstelle Kassel und dem Hauptsitz Wetzlar liegt die Zahl ausgestellter Zeugnisse gar bei 22.152. „Holzverpackungen machen den größten Teil der Exportsendungen aus“, erläutert Hess, denn umgekehrt möchten sich die importierenden Länder ihrerseits vor Schädlingen und Krankheitserregern schützen. Deshalb müssen Betriebe, die Verpackungsholz behandeln und solche, die entsprechend behandeltes Holz verwenden, sich dem internationalen Standard anpassen. Einmal im Jahr wird dieser durch den Pflanzenschutzdienst des Gießener Regierungspräsidiums überprüft; im vergangenen Jahr waren es hessenweit 123 Betriebe. (rpgie)

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