EU: Verzicht auf Palmöl in Biokraftstoffen gefordert

In einer am 04. April 2017 angenommenen Entschließung fordern die Abgeordneten des EU-Parlaments, eine einheitliche Zertifizierungsregelung für Palmölimporte in die EU einzuführen und die Verwendung von Pflanzenölen in Biokraftstoffen ab 2020 auslaufen zu lassen.

Palmöltank

Anzeige

Ziel ist, den Auswirkungen der nicht nachhaltigen Palmölproduktion, wie zum Beispiel der Abholzung wertvoller Urwälder und dem Verlust von Lebensräumen für Tiere und Pflanzen vor allem in Südostasien, entgegenzuwirken. Zudem soll ab 2020 in der EU verkaufter Biokraftstoff keine Pflanzenöle mehr enthalten, deren Herstellung Entwaldung verursacht, so die Abgeordneten in einer am Dienstag verabschiedeten Resolution.

Die Abgeordneten stellen mit Besorgnis fest, dass 46% des von der EU eingeführten Palmöls zur Herstellung von Biodiesel verwendet wird, was mit der Nutzung einer Fläche von etwa einer Million Hektar in den Tropen einhergeht. Sie fordern die Kommission auf, Maßnahmen für den schrittweisen Ausstieg - vorzugsweise bis 2020 - aus landwirtschaftlich gewonnenen Biokraftstoffen zu treffen, wie Biodiesel aus Palmöl, die eine Triebfeder für Entwaldung sind.

Die Abholzung von Urwäldern, der Verlust natürlicher Lebensräume und Treibhausgasemissionen sind einige Folgen der nicht nachhaltigen Palmölproduktion. Vor rund 30 Jahren war Palmöl noch praktisch unbekannt. Nun findet sich das billige Pflanzenöl in einer Reihe von Produkten, wie Margarine, Schokoaufstrichen, Kartoffelchips, aber auch in Kosmetika, Reinigungsmitteln und Biokraftstoff.

Die EU-Kommission wird aufgefordert, Maßnahmen zu setzen, damit ab 2020 Palmöl nicht mehr als Bestandteil von Biodiesel verwendet wird. Produkte, die Palmöl aus sozial und ökologisch verantwortlichem Anbau enthalten, sollten zertifiziert werden.

Palmöl wird in verschiedenen Regionen in Afrika, Asien, Nord- und Südamerika produziert. Zu den wichtigsten Produktions- und Exportländern zählen dabei Indonesien und Malaysia. 46 Prozent des gesamten von der EU eingeführten Palmöls wird zur Herstellung von Biodiesel verwendet, was mit der Nutzung einer Fläche von etwa einer Million Hektar in den Tropen einhergeht.

Die wertvollen tropischen Ökosysteme und vor allem die Regenwälder, die nur sieben Prozent der Weltfläche ausmachen, sind einer wachsenden Gefahr der Entwaldung zum Zweck von Palmölplantagen ausgesetzt. Die Folgen sind unter anderem riesige Brände in Tropenwäldern, die Austrocknung von Flüssen, Bodenerosion, das Schwinden von Grundwasser, die Verschmutzung von Gewässern und die Zerstörung wertvoller Naturlandschaften.

Außerdem ist das Überleben vieler Tierarten, wie zum Beispiel des Sumatra-Nashorns, des Sumatra-Tigers und des Orang-Utans in Borneo, wegen der Zerstörung von Lebensräumen in Form des Regenwalds gefährdet.

Im Entschließungsentwurf weisen die Abgeordneten auf „besorgniserregende Berichte“ hin, laut denen bei einem großen Teil der weltweiten Palmölproduktion die grundlegenden Menschenrechte verletzt und angemessene Sozialstandards nicht eingehalten werden. Es komme dabei häufig Kinderarbeit zum Einsatz, und es gebe zahlreiche Landkonflikte zwischen örtlichen und indigenen Gemeinschaften und Inhabern von Palmölkonzessionen.

Die Abgeordneten fordern die EU auf, Nachhaltigkeitskriterien für Palmöl und Palmöl enthaltende Produkte, die in die EU importiert werden, einzuführen. Die Kommission soll die Nachverfolgbarkeit von in die EU eingeführtem Palmöl verbessern und erwägen, bis zur Einführung einer einheitlichen Zertifizierungsregelung unterschiedliche Zollregelungen anzuwenden, die den tatsächlichen Kosten, die sich aus der Umweltbelastung ergeben, stärker Rechnung tragen. (Quelle: europarl 20170306STO65231, europarl 20170329IPR69057)

Kommentare (0)

Bisher sind keine Kommentare zu diesem Artikel erstellt worden.