Erasmus+: Auslandspraktikum für GaLaBauer

Erasmus+ Auslandspraktika jetzt auch über den Fachverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Schleswig-Holstein möglich.

Bevor sie Azubis nach Südenglang schickten, besichtigten drei schleswig-holsteinische Ausbilder ausgewählte Baustellen der potenziellen Arbeitgeber in Bournemouth. Bild: Birmes.

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Der Fachverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Schleswig-Holstein (FGL S.-H.) hat in diesem Sommer erstmals vier Auszubildende über das EU-Förderprogramm Erasmus+ für ein dreiwöchiges Berufspraktikum in Ausland geschickt. Ziel war der Küstenort Bournemouth in Südengland. Bevor die Auszubildenden aus Husum und Flensburg ihren Austausch in den britischen Gartenbaubetrieben begannen, waren drei schleswig-holsteinische Ausbilder nach Bournemouth gereist, um die Unternehmen und ihre Arbeitsweisen kennenzulernen.

Begleitet wurden die Ausbilder Stefan Schmidt (Hartmut Schmidt oHG, Hüsby), Norbert Birmes (Grüne Oase, Bad Schwartau) und Lisa Willers (Garten- und Landschaftsbau Willers, Norderstedt) von der Referentin für Nachwuchswerbung des benachbarten Hamburger Fachverbands, Sylvia Eggers. „Die Hamburger hatten bereits 2017 Auszubildende nach Bournemouth geschickt, und Sylvia Eggers hat sich bereit erklärt, unsere Ausbilder dorthin zu begleiten“, so Adonis Andresen, Ausbilder und Referent für Nachwuchswerbung beim FGL S.-H.

Vorab-Check: Ausbilder besichtigen Praktikumsbetriebe

Vom 30. April bis zum 4. Mai 2018 waren die Landschaftsgärtner aus Schleswig-Holstein in Bournemouth und besichtigten dort ansässige GaLaBau-Unternehmen, die bereit waren, einen oder mehrere schleswig-holsteinische Auszubildende für drei Wochen zu beschäftigen. Initiiert wurde die Kooperation von der Agentur Arbeit und Leben, die für ihre Kunden die Zuschüsse und Plätze für die geförderten beruflichen Auslandsaufenthalte beantragt und die Arbeitsplätze sowie die Unterbringung vor Ort organisiert. „In Bournemouth hat uns eine Angestellte der Agentur zu den Unternehmen begleitet, die Praktikumsplätze für unsere Auszubildenden angeboten hatten. Wir haben Baustellen besichtigt und geschaut, ob die Arbeitsweisen der britischen Kollegen den unseren entsprechen, und unsere Auszubildenden in den Firmen gut aufgehoben wären“, berichtet Stefan Schmidt. Auffällig sei gewesen, so der Geschäftsführer der Hartmut Schmidt oHG weiter, dass die Unternehmensstruktur in England oft eine ganz andere sei als in deutschen Fachbetrieben: „In den von uns besuchten Betrieben haben maximal eine Handvoll Leute gearbeitet. Sie haben dasselbe gemacht wie wir, aber eben in einem viel kleineren Rahmen. Und auch die Ausbildung ist anders. Eine duale Ausbildung über drei Jahre, wie wir sie in Deutschland haben, kennen die Engländer nicht. Man lernt höchstens in der Theorie, und alles Weitere ist später Learning by Doing im unternehmerischen Arbeitsalltag“. Genau dies, argumentiert Sylvia Eggers, sei aber auch ein großer Vorteil des Ersamus+ Programms: „Die Auszubildenden sehen im Direktvergleich, wie wertvoll ihre deutsche Ausbildung ist und wie viel Praxiswissen sie im Gegensatz zu Landschaftsgärtnern in anderen Ländern in ihrer Lehre vermittelt bekommen. Sie erkennen, was sie alles können. Das ist für das Selbstbewusstsein der jungen Menschen unglaublich gut!“ Aus diesem Grund absolvierten zur selben Zeit auch vier Azubis aus Hamburg ein Praktikum im nordirischen Belfast.

Begeisterte Auszubildende: „Das Praktikum war eine großartige Erfahrung!“

Die vier schleswig-holsteinischen Auszubildenden bewerteten ihr erstes Auslandspraktikum durchweg positiv. Merlin Schmidt und Tjorven Broders, beide Auszubildende im Fachbetrieb GartenSchön Knut Hansen, Oliver Kolaska, Auszubildender bei der Hartmut Schmidt oHG und Luca Marcel Schmidt, der bei den Mürwiker Baumschulen in Flensburg lernt, waren vom 29. Juli bis zum 18. August 2018 in Bournemouth und arbeiteten in den landschaftsgärtneri-schen Betrieben der Briten Rob Taylor und Steward Rendall. Merlin Schmidt, Tjorven Broders und Oliver Kolaska waren in einer Gastfamilie in Bournemouth untergebracht, Luca Marcel Schmidt direkt bei seinem Arbeitgeber Rendall. „Es war großartig, am Familienleben meines Chefs teilzunehmen und komplett intergiert zu sein. An der Arbeit in einem so kleinen Betrieb hat mir besonders gefallen, dass alles so flexibel ist. Wir haben zum Beispiel die Arbeitszeit gemäß den Arbeiten geplant, die gerade anlagen. Manchmal haben wir schon um 6 Uhr morgens angefangen, waren dann aber auch um 14 Uhr fertig“, berichtet der junge Auszubildende. Seine drei Mitreisenden wurden morgens um 8:00 Uhr bei ihrer Gastfamilie abgeholt und zu den Baustellen ihrer Praktikumsstelle gebracht. „Ich fand die Erfahrung, eigenständig in einem fremden Land zu bestehen, großartig! Und auch mir hat es sehr viel Spaß gemacht, in einem kleinen, offenen und interessierten Team eigenverantwortlich eingesetzt zu werden. Wir haben in den drei Wochen zum Beispiel eine komplette Terrasse gebaut“, berichtet Merlin Schmidt.

Für die Mitgliedsbetriebe des FGL S.-H. soll dies nicht der letzte Austausch gewesen sein: „Wir möchten das Erasmus+ Programm gern regelmäßig nutzen und hoffen, dass viele unserer Mitglieder ihren Auszubildenden ermöglichen werden, ein Auslandspraktikum zu absolvieren. In meinen Augen kann dabei jeder nur gewinnen“, so das Fazit von Adonis Andresen. (Quelle: GaLaBau)

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