EPAL- und EUR-Paletten: Bleiben "zu 100%" tauschfähig

Laut Mitteilung verschiedener Presseorgane hat Herr Thomas Metlich, Vorsitzender der UIC-Arbeitsgruppe "Fragen der Palettierung" erklärt, dass die UIC-Bahnen in der Zukunft neue Paletten mit der Marke "EPAL im Oval" nicht mehr tauschen wollen.

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Laut Mitteilung verschiedener Presseorgane hat Herr Thomas Metlich, Vorsitzender der UIC-Arbeitsgruppe „Fragen der Palettierung“ erklärt, dass die UIC-Bahnen in der Zukunft neue Paletten mit der Marke „EPAL im Oval“ nicht mehr tauschen wollen. In dem „Bahn-Palettenpool“ seien EPAL-Paletten nicht tauschfähig und als „Privat-Paletten“ anzusehen. Allein UIC-Paletten seien „Original-Paletten“. EPAL könne sich künftig nicht auf die UIC-Norm berufen. 

EPAL stellt hierzu Folgendes richtig:

1. In dem EPAL/EUR-Palettenpool, benannt nach den Kennzeichen auf den Paletten, sind auch in der Zukunft alle Paletten tauschfähig, welche als Nachweis einheitlicher Qualität und unabhängiger Qualitätssicherung die Marken „EPAL im Oval“ oder „EUR im Oval“ tragen. Teilnehmer des EPAL/EUR-Palettenpools sind nationale wie internationale Unternehmen aus Handel, Industrie und Logistik. Wenn die UIC-Bahnen in der Zukunft einen „Bahn-Palettenpool“ bilden wollen, berührt dies den EPAL/EUR-Palettenpool und die uneingeschränkte Tauschfähigkeit von Paletten mit den Marken „EPAL im Oval“ oder „EUR im Oval“ in dem EPAL/EUR-Palettenpool daher nicht. Anders als die UIC-Arbeitsgruppe „Fragen der Palettierung“ wird EPAL den Palettentausch nicht einschränken, da dies auf Seiten der Teilnehmer an dem Palettentausch zu inakzeptablen Nachteilen führen würde. EPAL vertritt die Position, dass die Bildung eines eigenständigen „Bahn-Palettenpools“ mit einer Beschränkung der Tauschfähigkeit von Paletten keinen Fortschritt bedeutet, da heute an dem Palettentausch zu überwiegenden Teilen nicht Eisenbahnen, sondern Handels-, Industrie- und Logistikunternehmen beteiligt sind. „Ein Bahn-Palettenpool mit eingeschränkter Tauschfähigkeit von Paletten wäre ein geschlossener Palettenpool. Dies geht vollständig an den Interessen der Verwender vorbei und ist in der Praxis nicht umsetzbar, so der CEO der EPAL, Martin Leibrandt.

2. Wenn Herr Metlich die von der EPAL lizenzierten Paletten als „Privat-Paletten“ bezeichnet, bleibt leider unklar, was hiermit gemeint sein soll. Richtig ist, dass in dem offenen EPAL/EUR-Palettenpool – anders als in geschlossenen Pools – die Tauschpaletten im Privatbesitz und -eigentum der Unternehmen aus Handel, Industrie und Logistik stehen. Die Unternehmen sind daher darin frei, ob sie künftig an dem aktuell geltenden Tauschbedingungen des EPAL/EUR-Palettenpools festhalten wollen – der umfassenden Tauschfähigkeit von Paletten mit den Marken „EPAL im Oval“ oder „EUR im Oval“ – oder ob sie sich den eingeschränkten Tauschbedingungen des neuen „Bahn-Palettenpools“ unterwerfen wollen.

3. Falsch ist die Behauptung des Herrn Metlich, allein Paletten mit den Marken „UIC“ und „EUR im Oval“ seien „Original-Paletten“. Tatsächlich existieren Paletten mit Kennzeichnung „UIC“ bis heute nicht, obwohl die UIC-Arbeitsgruppe eine solche Kennzeichnung von Paletten bereits mit Wirkung ab dem 01.01.2013 angekündigt hat. Offensichtlich hat die UIC-Arbeitsgruppe weder Paletten-Produzenten, noch Paletten-Verwender von den Vorteilen einer derartig gekennzeichneten, gemäß Aussage des Herrn Metlich aber nur eingeschränkt tauschfähigen Palette überzeugen können. Originale, also im EPAL/EUR-Palettenpool tauschfähige EPAL/EUR-Paletten sind daher auch weiterhin alle Paletten, welche die Marken „EPAL im Oval“ oder „EUR im Oval“ tragen.

4. Falsch ist auch die Rechtsauffassung des Herrn Metlich, EPAL könne sich in Zukunft bei der Produktion von Europaletten nicht auf die UIC-Norm berufen. EPAL/EUR-Paletten werden gemäß den Qualitätsnormen der UIC-Merkblätter produziert. Hieran wird sich zur Wahrung einheitlicher Qualitätsnormen als Voraussetzung für den uneingeschränkten Palettentausch auch in Zukunft nichts ändern. Die UIC weist auf ihrer Internet-Seite selbst und zutreffend darauf hin, dass die „UIC-Merkblätter Fachdokumente verbindlicher oder freiwilliger Anwendung sind und jederzeit von der breiten Öffentlichkeit benutzt werden“ können [vgl. www.uic.org/etf/codex/informations. php?changeLang=de]. Eine andere Auffassung, wie sie jetzt von Herrn Metlich vertreten wird, widerspricht nach Einschätzung der EPAL zudem auch kartellrechtlichen und wettbewerbsrechtlichen Bestimmungen.

5. EPAL hat am 23.04.2013 im Rahmen eines Paletten-Symposiums gegenüber den zahlreich erschienenen Vertretern aus Industrie, Handel und Logistik die Konsequenzen der Beendigung der Kooperation von EPAL und UIC erläutert. Der Präsident der EPAL, Robert Holliger, hat versichert, dass EPAL jede Einschränkung des Palettentausches ablehnt. In dem EPAL/EUR-Palettenpool seien auch künftig alle Paletten mit den Marken „EPAL im Oval“ und „EUR im Oval“ unverändert und „zu 100%“ uneingeschränkt tauschfähig, so Dirk Hoferer, der Vorstandsvorsitzende der Gü- tegemeinschaft Paletten e.V., dem deutschen Nationalkomitee der EPAL. Herr Metlich, ebenfalls als Referent eingeladen, ist nicht zu dem Paletten-Symposium erschienen und hat stattdessen eine Erklärung mit dem eingangs genannten Inhalt verlesen lassen. EPAL hätte es begrüßt, mit Herrn Metlich persönlich und in Anwesenheit der Teilnehmer an dem Palettentausch über die künftigen Tauschbedingungen zu diskutieren. Die UIC-Arbeitsgruppe und Herr Metlich haben in den vergangenen Monaten auf sämtliche Schreiben und Anfragen der EPAL nicht reagiert und das Angebot der EPAL zur Teilnahme an der halbjährlichen Sitzung der UIC-Arbeitsgruppe abgelehnt. Von den seitens der UIC-Arbeitsgruppe benannten zwei neuen Palettenorganisationen ist allein Herr Petrikat (epm) zu dem Paletten-Symposium erschienen. Dieser hat sich von der Erklärung des Herrn Metlich wiederholt distanziert und erklärt, dass er für die von Herrn Metlich geforderte Beschränkung des Palettentausches „nicht zur Verfügung stehe“. Keine der beiden neuen Palettenorganisationen hat bislang Aktivitäten der Qualitätssicherung oder der Organisation des Europaletten-Tauschpools aufgenommen. Dagegen haben die Lizenznehmer der EPAL im 1. Quartal 2013 bereits mehr als 15 Mio. EPAL/Euro-Paletten produziert und zum Einsatz in dem EPAL/EUR-Palettenpool ausgeliefert.

6. EPAL lehnt eine Beschränkung des Palettentausches, wie sie von Herrn Metlich gefordert wird, ab, da hierdurch die Logistikprozesse der Teilnehmer an dem Palettentausch massiv behindert würden. Vertreter von Industrie- und Logistik-Unternehmen haben aus diesem Grund bereits während des Paletten-Symposiums nach der Verlesung der Erklärung von Herrn Metlich spontan erklärt, dass sie entgegen der Forderung der UIC-Arbeitsgruppe auch in Zukunft EPAL- und EURPaletten ohne Einschränkung tauschen werden. Eine Sortierung von Paletten – wie sie Folge der Forderung der UIC-Arbeitsgruppe wäre – sei in der Praxis nicht durchführbar und angesichts der einheitlichen Qualität auch nicht notwendig.

Voraussetzung für die umfassende Tauschfähigkeit von EPAL/EUR-Paletten ist auch in Zukunft allein die Einhaltung einheitlicher Qualitätsnormen durch kontinuierliche, unabhängige und unangemeldete Kontrollen der Produktions- und Reparaturbetriebe. Nachgewiesen wird dies durch die Einbrände „EPAL im Oval“ oder „EUR im Oval“. Die Marken „EPAL im Oval‘“ und „EUR im Oval“ bieten Verwendern daher auch in Zukunft die Gewähr, dass die Paletten nicht nur umfassend tauschfähig sind, sondern darüber hinaus auch allen Anforderungen der Transport- und Lagerlogistik an die Sicherheit und Einsatzfähigkeit entsprechen. (European Pallet Association e.V.)

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