EFSA: Keine größeren Gefahren durch Genomeditierung

Laut einer EFSA-Bewertung gehen von Techniken zur Genomeditierung, mit denen die DNA von Pflanzen verändert wird, keine größeren Gefahren aus als von herkömmlichen Zuchttechniken oder Techniken, mit denen neue DNA in Pflanzen eingebracht wird.

Die EFSA hat Techniken zur Genomeditierung bewertet.

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Das wissenschaftliche Gutachten konzentriert sich auf Pflanzen, die mit unterschiedlichen Genomeditierungstechniken geschaffen werden: zielgerichtete Nukleasen vom Typ 1 (SDN-1), zielgerichtete Nukleasen vom Typ 2 (SDN-2) und Oligonukleotid-gerichtete Mutagenese (ODM). Diese unterscheiden sich von der Technik der zielgerichteten Nukleasen vom Typ 3 (SDN-3), die von der EFSA im Jahr 2012 bewertet wurde (LINK), da sie einen bestimmten Bereich des Genoms ohne die Einbringung neuer DNA verändern. Die Sachverständigen sind zu dem Schluss gelangt, dass die vorhandenen Leitliniendokumente für die Risikobewertung gentechnisch veränderter Pflanzen auf die Bewertung der drei neuen Techniken anwendbar sind. Aufgrund des Fehlens neuer DNA sind jedoch unter Umständen weniger Daten für die Risikobewertung erforderlich. Die Genomeditierung verändert die DNA von Tieren, Pflanzen und Mikroorganismen mit hoher Genauigkeit. Für die Technologie gibt es ein breites Anwendungsspektrum: von neuen Therapien für Krebs- und Erbkrankheiten bis hin zur Steigerung der Muskelmasse bei Nutztieren. Sie kann auch zur Schaffung von Pflanzen mit gewünschten Eigenschaften eingesetzt werden, z. B. Resistenz gegenüber Krankheiten, Dürretoleranz oder verbesserte Nährstoffprofile. Die Gesellschaft befürchtet jedoch, dass die Genomeditierung sich negativ auf die Gesundheit des Menschen und die Umwelt auswirken könnte. Zurzeit müssen in der EU genomeditierte Organismen vor ihrer Zulassung eine Sicherheitsbewertung gemäß den Bestimmungen der GMO-Gesetzgebung durchlaufen.

Die Europäische Kommission erachtet das Vorliegen geeigneter Leitliniendokumente für die Risikobewertung vor dem Einsatz derartiger Pflanzen in der Europäischen Union für notwendig. Daher hat sie die EFSA gebeten, zu prüfen, ob sich die Leitliniendokumente der Agentur für die Risikobewertung genetisch veränderter Pflanzen auch für die Risikobewertung von Pflanzen eignen, die mittels ODM, SDN-1 oder SDN-2 geschaffen wurden.

Die Erkenntnisse des wissenschaftlichen Gutachtens werden außerdem in die laufende Studie der Kommission zu neuen Gentechniken einfließen. Anfang dieses Monats veröffentlichte die EFSA ein wissenschaftliches Gutachten zu mittels Genantrieb veränderten Insekten. Diese Technologie ist mit den drei oben genannten Techniken eng verwandt. (EFSA)

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