DKHV: Versorgungssicherheit mit Speisekartoffeln ist bedroht

Steigende Kosten, fallende Preise und der russische Krieg gefährden die Produktion und die flächendeckende Versorgung mit Kartoffeln.

"Die Versorgungssicherheit steht auf dem Spiel!" Bild: GABOT.

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Der Angriff russischer Truppen auf die Ukraine Ende Februar hat weitreichende Auswirkungen auf die deutsche und europäische Lebensmittelbranche – so auch auf die deutschen Kartoffelhandelsunternehmen. Die Versorgungssicherheit gerade in diesen Zeiten zu gewährleisten, stellt die gesamte Kartoffelbranche vor gewaltige Herausforderungen. „Die deutsche Kartoffelproduktion hat im europäischen Vergleich das höchste Niveau bei Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Qualitätsstandards erreicht. Daher gehören alle für das Jahr 2022 geplanten neuen und zusätzlichen Anforderungen auf den Prüfstand. Die Politik muss ihren Part wahrnehmen und wo notwendig, schnell und entschlossen die Unternehmen entlasten, damit die Versorgung nicht gefährdet wird.“, so DKHV- Präsident Thomas Herkenrath.

Preis-Leistungsdruck für Kartoffelhandelsunternehmen steigt stark an

Neben der humanitären Krise, die der Krieg in der Ukraine hervorbringt, sorgt die Situation auch für große wirtschaftliche Unsicherheiten, insbesondere in den Märkten für Lebensmittel, Rohstoffe und Energie. Grund dafür ist, dass sowohl die Ukraine als auch Russland zu den weltweit wichtigsten Rohstoff- und Energielieferanten gehören. „Steigende Preise für Erdöl, Energie und Getreide setzen die Branche enorm unter Druck“, sagt DKHV-Präsident Thomas Herkenrath. „Hinzukommt, dass EU-weit und besonders in Deutschland gesetzliche Neuregelungen immer restriktiver werden, obwohl wir bereits die strengsten Auflagen in Punkto Lebensmittelsicherheit erfüllen.“ Auf der einen Seite wächst das Produktionsrisiko durch gesetzliche Restriktionen aus Brüssel. Auf der anderen Seite ist der Lebensmitteleinzelhandel oftmals nicht bereit, die erforderlichen Preise zu bezahlen, weil er die zwangsläufig entstehenden Mehrkosten nicht im notwendigen Maße an die Verbraucher weitergeben möchte.

Speisekartoffelanbau verliert an Boden

Die Versorgungssicherheit steht auf dem Spiel! Ein konkretes Beispiel für die Gefährdung der Versorgungssicherheit durch politische Zielsetzungen sind strenge Vorgaben zur Flächennutzung. „Im Sinne des Naturschutzes wird gefordert, landwirtschaftliche Nutzungsflächen stillzulegen. Gleichzeitig sollen laut Farm-to-Fork-Strategie längere Fruchtfolgen auf den Feldern eingehalten werden. Das steht jedoch in Konflikt miteinander, denn wenn unter diesen Umständen der gleiche Ertrag erreicht werden soll, werden zusätzliche Anbauflächen benötigt“, erklärt Herkenrath. „Die Alternative ist, dass es weniger Ertrag und folglich ein geringeres Angebot deutscher Kartoffeln im Supermarktregal gibt. Darüber hinaus führen übertriebene Anforderungen an die Optik von Speisekartoffeln zu Produktionskosten, die sich im Verkaufspreis nicht widerspiegeln. So steht unsere Kartoffel im Wettbewerb mit anderen Kulturen, die interessantere Alternativen bieten. Der hohe Eigenversorgungsgrad mit heimischen Speisekartoffeln darf nicht gefährdet werden.“

Politisches und gesellschaftliches Umdenken ist dringend erforderlich

Der grausame Krieg zeigt eindringlich, wie wichtig die heimische Produktion für eine unabhängige und sichere Eigenversorgung ist. Die Speisekartoffeln entsprechen höchsten Standards, die soziale wie umweltrelevante und lebensmittelsicherheitstechnische Aspekte berücksichtigen. DKHV-Präsident Herkenrath betont: „Die Kartoffelhandelsunternehmen stehen für eine stabile Versorgung mit Speisekartoffeln als Grundnahrungsmittel in Deutschland. Diesem wichtigen Auftrag können sie allerdings nur in vollem Maße nachkommen, wenn sie unternehmerische Handlungsfreiheit haben. Wir müssen in der gesamten Lieferkette unsere Kräfte für den nachhaltigen Umgang mit der selbst erzeugten Ware bündeln, um so die Voraussetzungen zu schaffen, dass eine nachhaltige Kartoffelproduktion in Deutschland weiterhin finanzierbar bleibt. Hierfür sind regulatorische Einschränkungen und bürokratische Hürden abzubauen.“ (DKHV)

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