Deutsches Gartenbaumuseum: Die iga kehrt zurück

Zum 65. Jahrestag der Internationalen Gartenbauausstellung von 1961 zeigt das Deutsche Gartenbaumuseum Erfurt vom 15. August 2026 bis 13. Juni 2027 die Sonderausstellung "iga*61. Die DDR durch die Blume". Sie folgt den Spuren der iga im egapark-Gelände, in den verbliebenen Objekten und in den Gesprächen mit Zeitzeugen und fragt, was von einer sorgfältig inszenierten Staatsschau bleibt, wenn der Staat, der sie schuf, verschwunden ist.

Jubiläumsausstellung "iga*61. Die DDR durch die Blume" im Deutschen Gartenbaumuseum, Foto: DGM, Dominique Wollniak, Gestaltung: szenographie valentine koppenhöfer.

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Als die iga 1961 in Erfurt eröffnete, sollte sie beweisen, wie modern, leistungsfähig und gut organisiert die DDR war. Pflanzenvielfalt, Architektur und Freiflächen verbanden sich zu einer großen Bühne, auf der der Sozialismus freundlich und zukunftsgewandt erscheinen sollte. Zugleich war die iga Arbeitsplatz und Vergnügungsort, ein Ort, mit dem Generationen von Erfurterinnen und Erfurtern persönliche Erinnerungen verbinden. Vieles davon ist heute nur noch in Fragmenten vorhanden: Wegeführungen, Mauern, Pavillons und einzelne Objekte wirken selbstverständlich und sind doch Reste einer durchkomponierten Inszenierung.

Die Ausstellung macht diese Schichten wieder lesbar. In fünf Abteilungen — von „Bau auf!” über „Planen und Gestalten”, „Bühne und Betrieb” und „Bau ab” bis zur „Spurensicherung” — spannt sie den Bogen vom Aufbau über den kontrollierten Alltagsbetrieb bis zum tiefgreifenden Umbau der 1990er Jahre, als Gebäude verschwanden, Flächen neu genutzt wurden und mit ihnen ganze Arbeitsbiografien in Bewegung gerieten. Ein historischer Pavillon auf dem egapark-Gelände erzählt in zwölf Objekten die Geschichte des Museums selbst, vom kleinen DDR-Lehrmuseum in der Cyriaksburg zum offenen Haus nach der Stiftungsgründung 1995.

Besonders nah an die Menschen führt das Zeitzeugenprojekt: In filmischen Berichten schildern ehemalige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Arbeit auf dem Gelände. Die Berichte sind persönlich, konkret und häufig widersprüchlich in der Erinnerung. Im Palmencafé lädt die künstlerische Installation „iga schichten” der Weimarer Künstlerin Anke Heelemann zum Mitmachen ein: Auf einem Fries historischer Postkarten lassen sich private Fotografien verschieben und neu anordnen, sodass offizielle Bildwelten und familiäre Ausflugsmomente immer wieder neu aufeinandertreffen.

Kuratiert wird die Schau von Dr. Sandra Mühlenberend. Sie entstand in Kooperation mit der egapark gemeinnützige GmbH. Sie wird gefördert von der Kulturstiftung der Länder, der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen mit der SV SparkassenVersicherung, der Landesbank Hessen-Thüringen sowie der Sparkasse Mittelthüringen, der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, dem Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Landwirtschaft und Ländlicher Raum sowie dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur.

Die Ausstellung ist bis zum 13. Juni 2027 zu sehen.

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