Christian Pegel: EEG darf den Offshore-Schwung nicht abwürgen

Christian Pegel, Minister für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung in MV sorgt sich um die Folgen der neuen EEG-Regelungen auf die norddeutsche Windkraftindustrie.

Windkraftanlagen und Rapsfelder bei Eilenburg. Bild: FVEE/UFZ/André Künzelmann (Fotograf)

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"Wir befürchten einen Abbruch an einer Stelle, wo man gerade in Schwung gekommen ist. Wir müssen aufpassen, dass wir diesen Schwung nicht abwürgen und sich dann internationale Konkurrenten freuen, die von unserem Wissen profitieren, aber unsere Unternehmen nicht zum Zuge kommen." Das sagt er in Standpunkte TV, dem Fernseh-Talkformat von NORDMETALL Verband der Metall- und Elektro-Industrie e.V. bei Hamburg1, in dem am 29. März das Thema "Windkraft: Zukunftsenergie mit Gegenwind?" diskutiert wurde. Positiv bewertete Pegel, dass die Diskussionen über die Abstände zur Wohnbebauung und zwischen den Windparks inzwischen deutlich weniger emotional liefen, als früher.

Michael Seidel, Chefredakteur der Schweriner Volkszeitung, bestätigte die Entwicklung hin zu mehr faktenbasierten Diskussionen. Es stehe immer stärker im Fokus, wie die angrenzenden Gemeinden von Windparks profitieren würden. Er gab aber zu bedenken, dass es insbesondere in einzelnen Bereichen im Norden oft ein gefühltes Zuviel an Windkraftanlagen gäbe.

Stephan Kallhoff, Geschäftsführer von nordwindaktiv, dem Arbeitgeber-Netzwerk für regenerative Energien in Norddeutschland, teilte die Sorgen von Minister Pegel zu den Auswirkungen der Gesetzgebung auf die Windenergieunternehmen: "Das neue EEG legt der noch im Aufbau befindlichen Industrie Stolpersteine in den Weg, die ganz gravierende Auswirkungen haben können, anstatt dass die Politik verlässlichen Rahmenbedingungen schafft, die für die Industrie notwendig sind. Erste Auswirkungen hat man jetzt vielleicht schon bei Senvion gesehen." nordwindaktiv vertrete die Interessen der Industrie gegenüber der Politik und biete gleichzeitig ein Netzwerk, Informationen, Hilfestellungen für die Unternehmen. Ziel seien die Verbesserung der Arbeitsbeziehungen und Arbeitsbedingungen auch zum Vorteil der vielen Arbeitnehmer in der Windindustrie im Norden."

Der Geschäftsführer der OIS Offshore Industrie Service GmbH aus Rostock, Heiko Seefeldt, sieht die neuen politischen Rahmenbedingungen mit gemischten Gefühlen: "Wir sind in einem starken Aufschwung, was die Offshore Windenergie angeht. Dass ab 2020 aber umgerechnet nur noch ein Windpark pro Jahr installiert werden darf macht der Branche große Sorgen." Positiv bewertet er die neuen Ausschreibungsregeln, die für mehr Transparenz sorgen würden, sieht die Bedingungen aber gleichzeitig auch kritisch für mittelständische Betriebe: "Durch die neuen Ausschreibungsregeln werden mittelständische Unternehmen im Offshore-Bereich nicht mehr mitbieten können."

Trotz der Sorge um die Auswirkungen der neuesten EEG-Novelle waren sich die Teilnehmer der Diskussionsrunde am Ende einig, dass die Energiewende gelinge.

NORDMETALL ist der Arbeitgeberverband für 250 Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie in Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und im nordwestlichen Niedersachsen und repräsentiert eine Schlüsselindustrie des Nordens mit rund 110.000 Mitarbeitern.

Quelle: dvf, wl

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