Belgien: Obst- und Gemüseverzehr legt 2020 zu

Pandemiebedingt war 2020 ein atypisches Jahr. Aufgrund des Lockdowns war vielfach Homecooking in Belgien angesagt. Infolgedessen sind die Ausgaben der privaten Haushalte im Lebensmitteleinzelhandel um mehr als 12% in die Höhe geklettert.

Im Vergleich zum Vorjahr verbuchte Frischgemüse 2020 einen Wertzuwachs von 5%. Bild: GABOT.

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Im Frischgemüse- und Frischobstsegment stiegen die Ausgaben sogar um 17% bzw. 13%. Das geht aus Zahlen hervor, die das Marktforschungsinstitut GfK Belgium im Auftrag von Flanderns Agrar-Marketing-Büro VLAM anhand einer repräsentativen Paneluntersuchung von 5.000 belgischen Haushalten ermittelt hat.

Im Vergleich zum Vorjahr verbuchte Frischgemüse 2020 einen Wertzuwachs von 5%. Gleichzeitig wurde ein Mengenplus von 11% pro Kopf generiert. Unter den Top Ten schnitten Lauch und Möhren mit einem mengenmäßigen Wachstumsplus von 21% bzw. 16% überdurchschnittlich gut ab. Das “belgische Nationalgemüse” Chicorée stieg in der Gunst der Verbraucher um 200 g auf 3 kg/Kopf; gleichzeitig wuchs die Ausgabenbereitschaft um satte 30%. Das Ranking der beliebtesten Gemüsesorten wird traditionsgemäß von den Tomaten angeführt, dicht gefolgt von Möhren. Der Bio-Anteil im Gemüsekorb stabilisierte sich mit 8% oder 2,4 kg auf dem Vorjahresniveau. 70% der Belgier greifen mindestens einmal jährlich auf Bio-Gemüse zurück.

Nahezu alle belgischen Haushalte kaufen Frischgemüse, dabei wurden pro Haushalt 56 Einkaufsakte registriert. Summa summarum landeten 2020 im Schnitt 40 kg Frischgemüse im Einkaufskorb der Belgier; dafür wurden 115 Euro aufgewendet.

Die pro-Kopf-Einkaufsmengen für Frischobst im Königreich sind 2020 gegenüber dem Vorjahr um 4% gestiegen. Im Schnitt lag der Obstpreis 9% über dem Vorjahresniveau.

Die Banane bleibt die beliebteste Fruchtsorte im Obstkorb der Belgier. Zweitplatzierter ist der Apfel mit einem überdurchschnittlichen Mengenzuwachs von 6%. Mit einem Marktanteil von 38% behauptet der Jonagold seine Pole Position. Neben Jonagored profitierten auch die neueren Apfelsorten von verstärkten Nachfrageimpulsen, die allerdings zu Lasten von Pink Lady gingen.

Birnen verbuchten sowohl einen Mengen- als einen Wertzuwachs von 6% bzw. 21%. Beliebteste Birnensorte bleibt die Conference mit einem Marktanteil von 75%. Bemerkenswerte Aufsteiger in den Top-Ten-Obstsorten waren Erdbeeren und Zitronen mit einem Plus von 13% bzw. 10% in der Menge. Für ihren Erdbeerkonsum haben die Belgier mit einem Ausgabenplus von 39% besonders tief in die Tasche gegriffen. Blaubeeren und Himbeeren werden weiterhin gerne gekauft, konnten aber keine Mengenzuwächse mehr generieren. 60% der Belgier kaufen mindestens einmal pro Jahr Bio-Obst. Der Kreis der Bio-Käufer wächst, ebenso wie die Einkaufsmenge. 6% der Obstausgaben gehen auf das Konto von Bio-Produkten.

Nahezu jeder belgische Haushalt greift auf Obst zurück, und das zirka 50 Mal im Jahr. Im zurückliegenden Jahr kauften die Belgier im Schnitt 45 kg Frischobst im Wert von 135 Euro.

In puncto Einkaufsstättenwahl gab es kaum Veränderungen. Die sogenannten 'Dis 1', das sind Hypermärkte und größere Supermärkte, bleiben mit einem Marktanteil von 46% wichtigste Einkaufsquelle. Auf den weiteren Plätzen folgen die Harddiscounter, die in der Corona-Krise ihren Anteil auf 25% gesteigert haben. Dritter im Bunde sind die Nachbarschaftssupermärkte mit einem Marktanteil von 15%. Ein besonders schweres Los traf die Wochenmärkte, die 2020 vorübergehend geschlossen wurden.

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