Baden-Württemberg: Gärtnerhof Jeutter gewinnt Umweltpreis 2022

Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg vergab den "Umweltpreis für Unternehmen 2022" in der Kategorie Handwerk an den Gärtnerhof Jeutter in Göppingen-Farndau. Das Garten- und Landschaftsbau-Unternehmen Blattwerk Gartengestaltung GmbH aus Stuttgart gehörte mit zu den nominierten Betrieben in dieser Kategorie.

Nicole Jeutter und Martin Jeutter nehmen den Umweltpreis Baden-Württemberg 2022 in der Kategorie Handwerk von Ministerin Thekla Walker entgegen. Foto: Martin Stollberg.

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Preisträger in der Kategorie Handwerk

„Die Preisträger des Umweltpreises sind wichtige Vorbilder, die Klimaschutz, Energiewende und Ressourceneffizienz mit viel Tatkraft und Innovationsgeist in ihren Betrieben leben und hierbei hoffentlich viele Nachahmerinnen und Nachahmer finden“, sagte Umweltministerin Thekla Walker bei der Preisverleihung, die sie am 1. Dezember 2022 im weißen Saal des neuen Schlosses in Stuttgart persönlich vornahm.

Die Begründung des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg für die Verleihung des Preises in der Kategorie Handwerk an das Unternehmen Gärtnerhof Jeutter lautet wie folgt: Mit seinem umweltbewussten und ganzheitlichen Gartenstil steht der Gärtnerhof Jeutter eindrücklich für die Verbindung von Biodiversität und Ästhetik. Dabei überzeugen sowohl seine betriebliche Leistung in der Gestaltung und Umsetzung von Privatgärten als auch die Gestaltung seines eigenen Betriebsgeländes, bei denen der Gärtnerhof Umweltschutz und Nachhaltigkeit ganzheitlich im Blick hat und konsequent verfolgt. So wird beispielweise nur mit eigenen Holzabfällen geheizt und Warmwasser bereitgestellt. Der Strom der eigenen Photovoltaik-Anlage wird eingespeist und deckt den Bedarf von sieben bis acht Haushalten, während der Strombedarf des Gärtnerhofs selbst nur zwei Haushalten entspricht. Sein vielfältiges Engagement im Umwelt- und Naturschutz mit Führungen, Azubi-Tage sowie Hoffeste ergänzt dieses Bild und macht den Gärtnerhof Jeutter zu einem rundum vorbildlichen Handwerksbetrieb.

Nicole und Martin Jeutter freuen sich riesig über den Umweltpreis: „Bewusstsein schaffen, dieses für die Natur schärfen und notwendige Biodiversität mit Ästhetik verbinden, leben wir im kompletten Unternehmen, aber auch privat bereits jahrelang. Diese Auszeichnung sehen wir als wunderschöne Würdigung unseres Engagements. Wir werden die 10.000 Euro Preisgeld in einen Vorzeigegarten auf unserem Betriebsgelände investieren. Hier werden wir möglichst viele Zukunftsaspekte vereinen, wie beispielsweise eine große Vielfalt an blühenden Pflanzen, Nahrung und Habitate für Insekten, Vögel, Amphibien und kleine Säugetiere. Ressourcenschonendes Upcycling von Materialien, eine Pergola, die Strom produziert, das schwebt uns hier vor.“ „Wir Gärtner können mit unserem Wissen um Boden und Pflanzen die Branche fit für die herausfordernde Zukunft machen. Ständiges Lernen, um auf dem neuesten Stand zu bleiben, bringt uns betrieblich und persönlich weiter. Wenn wir gleichzeitig gesprächsbereit und offen für die Belange anderer sind, können wir gemeinsam gezielt in der Klimakrise gegensteuern. Also, auf in die Zukunft“, ergänzt Martin Jeutter.

Reiner Bierig, Geschäftsführer des Verbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Baden-Württemberg e. V. ist stolz, dass gleich zwei Mitgliedsunternehmen zu den nominierten Betrieben gehörten und der Gärtnerhof Jeutter diese Kategorie für sich entscheiden konnte.

Im Einklang mit der Natur

Die Firma Jeutter plant, gestaltet und baut naturnahe Gärten seit vielen Jahren. Das jedenfalls ist die Prämisse im Privatkundenbereich und beim Gewerbe. „Wir verfolgen hierbei einen ganzheitlichen Ansatz. Natürliche Kreisläufe verstehen und den Garten entsprechend bewirtschaften ist zum Beispiel eines der Ziele bei unserer Kundenberatung“, erläutert Martin Jeutter. Das Betriebsgelände verfügt über Retentionsflächen, Teiche sowie großzügig dimensionierte Zisternen. Seit einigen Jahren gibt es einen öffentlich zugänglichen Wildobstpfad, dessen Früchte im Unternehmen veredelt werden. Baubiologische Kriterien bei Betriebsgebäuden, Upcycling, Recycling, Regionalität, Ökologie, Biosiegel und fair gehandelte Waren spielen eine entscheidende Rolle beim Materialeinsatz. Dies bezieht sich nicht nur auf die Baustoffe für die Gärten, sondern ebenfalls auf die Betriebskleidung, die Büromaterialien und den Fuhrpark. Die Reduktion von Materialien durch die fortschreitende Digitalisierung ist ein weiterer Punkt. Hinzu kommt ein Hofladen mit fair gehandelten und ökologisch produzierten Produkten, der zusammen mit einem persönlich ausgewählten Bio-Weinsortiment das Angebot auf der Genussebene abrundet. Über eine Photovoltaik-Anlage mit über 30 KWp wird nicht nur die Firma versorgt, sondern deutlich mehr Strom ins Netz eingespeist als der Betrieb verbraucht. Die moderne Hackgutheizungsanlage, gespeist aus eigenem Grünschnitt, ist ein weiterer nachhaltiger Baustein. Alle Neubauten besitzen Passivhausstandard und bestehen aus regionalen Materialien.

Blattwerk war ebenfalls nominiert

Umweltschutz definierte die Blattwerk GmbH in ihrer Bewerbung für den Umweltpreis als betriebliche Herzensangelegenheit. Die notwendige Transformation der Prozesse schreitet schon seit Jahren voran und ist aus Sicht von Geschäftsführer Stefan Böhm auch bei einem Betrieb mit 35 Mitarbeitenden möglich. Das Unternehmen sieht sich als Multiplikator mit aktiver Aufklärung in Form von Vorträgen oder Veröffentlichungen in der Fachpresse, um Aufbruchstimmung zu erzeugen. Darüber hinaus sensibilisieren die Mitarbeitenden auch Kunden sowie Lieferanten für dieses Thema. Die Gärten von Blattwerk sind eine Maßnahme zum Klimaschutz im urbanen Raum, ein Lebensraum für Flora und Fauna und erfüllen viele der definierten Ziele für nachhaltige Entwicklung der UN. „Das Wissen um den CO2-Ausstoß steigt und mittlerweile gibt es eine Liste für die verwendeten Materialien im Unternehmen. Blattwerk möchte das Thema ökologische Gartengestaltung komplett aus der Nische holen und zum Standard machen“, erläutert Böhm, der sich über die Urkunde, die alle nominierten Betriebe erhielten, freut.

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