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Avebe: Peter Minow sagt Tschüss nach 30 Jahren
Vom Diplom-Ingenieur für Mechanisierung der Landwirtschaft zum Geschäftsführer
Peter Minow studierte Mechanisierung der Landwirtschaft an der Ingenieurhochschule Berlin- Wartenberg. Nach seinem Abschluss im Jahr 1983 begann er als Ingenieur für Landtechnik im Kreisbetrieb für Landtechnik in Neubrandenburg. Bereits 1988 wechselte er in die Stärkeindustrie, zunächst zur Kartoffelstärkefabrik in Friedland (MV) als Betriebsleiter.
1991 nahm er das Angebot der belgischen Amylum Group an, als Geschäftsführer die damalige Prignitz-Stärke GmbH in Dallmin zu leiten – also vor 34 Jahren. 1995 übernahm dann die niederländische Genossenschaft Avebe das Werk in Dallmin. Das Werk in Lüchow (die damalige Wendland-Stärke GmbH) ist bereits seit 1989 im Besitz von Avebe. 1996 wurden beide Fabriken zu Avebe KPW fusioniert, im Zuge dessen Minow auch die Geschäftsführung für das Werk in Lüchow übernahm – die Geburtsstunde der Avebe KPW.
Herausforderungen der Quotenregelung und Marktöffnung
Die Fusion fiel zeitlich in eine entscheidende Phase: den Beginn der Quotenregelung für Kartoffelstärke. Die Länder-Quoten waren limitiert, daher war Dallmin mit seinen großzügigen Produktionskapazitäten – auch begonnene Investitionen wurden „quotiert" – sehr gut aufgestellt. „Damals lohnte es sich sogar noch, die Kartoffeln aus dem Weser-Ems Gebiet hierher zu fahren, um die Quote abzusichern", erinnert sich Peter Minow.
2011, nach der Abschaffung der EU- Quote, musste die Verarbeitungsindustrie starke Rückgänge bei den Stärkekartoffelanbauflächen verkraften. Zudem fiel vielen Marktteilnehmern der Übergang von einer subventionierten Industrie zur freien Marktwirtschaft schwer. „Auch mithilfe der Avebe-Strategie – damals Bauen und Binden, seit 2023 Stärken und Beschleunigen – und der stetigen Entwicklung beim Auszahlungspreis ist es uns nach dieser herausfordernden Phase gelungen, eine ausreichende Rohstoffabsicherung zur Auslastung der Fabriken wiederherzustellen." Das ist bis heute der Fall.
Zwei Werke, ein Team
Eine weitere Herausforderung für Minow war es, zwei Teams zu einer Mannschaft zu formen. „Dallmin und Lüchow, alte und neue Bundesländer, Fabriken und Mitarbeiter, die früher Konkurrenten waren, zusammenzubringen - trotz der Kulturunterschiede! Das war sicher eine der wichtigsten Errungenschaften. Und das ist uns gemeinsam gut gelungen."
Auch das Thema Nachhaltigkeit sieht Minow als eines der prägendsten unter seiner Führung: „Als Unternehmen in einer energie- und wasserintensiven Industrie erfüllen wir unsere Verantwortung, indem wir in klimaschonende Technologien investieren."
Der Fachkräftemangel führte dazu, dass sich Minow zudem intensiv mit der Personalgewinnung und Teamentwicklung beschäftigte. Zum Thema Schichtarbeit sagt er: „Wir haben attraktivere Modelle durch finanzielle Anreize geschaffen, was uns einen ausreichenden Zulauf an Fachkräften beschert hat. Mit weiteren Benefits wie attraktiven steuerfreien Zuwendungen in Form von Gesundheits- und Finanzleistungen und arbeitgeberfinanzierten Beiträgen zur Altersvorsorge ist Avebe in Deutschland sehr gut aufgestellt."
Pläne für die Zeit danach
Und was kommt nach Avebe? „Mehr Zeit für Sport und Gesundheit, um fit zu bleiben." Als ehemaliger Leistungssportler in der Leichtathletik verfolgt Minow die Szene weiterhin aufmerksam. Auch das Reisen mit seiner Frau Rita steht auf dem Plan: „Auf jeden Fall wollen wir noch einmal nach Japan und Botswana. Jetzt werden wir erst einmal nach La Gomera reisen, um in den richtigen Modus für neue Ideen und Pläne zu kommen." Dem Unternehmen steht er noch bis Jahresende als „Back-up" aus dem Homeoffice zur Verfügung und wird die Einarbeitung seines Nachfolgers Alexis Kydonopoulos begleiten.

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