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Aktion Gemeinschaftsgrab
Die Aktion Gemeinschaftsgrab eröffnet im Mai ein neues Internet-Portal - Aeternitas e. V. fördert kreative, günstige Lösungen für Trauernde und den Friedhof.Eine Vision braucht pragmatische Lösungswege, wenn sie wahr werden soll. Aeternitas e. V., die Verbraucherinitiative Bestattungskultur unterstützt deshalb ab Anfang Mai die Aktion Gemeinschaftsgrab durch ein gleichnamiges Internetportal, www.gemeinschaftsgrab.de.
Friedhofsträger können sich darin Musterlösungen zu Gemeinschaftsgrabanlagen von bislang drei verschiedenen Anbietern ansehen. Die Module reichen von flexibel einsetzbaren Planbeispielen bis hin zu individuellen Einzellösungen. Die preisgünstige und einfache Umsetzung auf dem Friedhof sind ihr Kennzeichen. Ein Einblick in die Gebührenkalkulation und systematische Kriterien von Grabfeldtypologien ergänzen die Planungsinformationen.
Beispiele aus der Praxis zeigen die Vielfalt an Ideen für Gemeinschaftsgrabformen. Bei vielen Anlagen kommt der Gemeinschaftsgedanke schon während des Bauens zum Tragen. Steinmetzen und Friedhofsgärtner beteiligen sich mit Ideen an Planung und Ausführung. Für Verbraucher bietet das Portal Informationen über die Vorteile des Gemeinschaftsgrabes und beispielhaft Berichte von bisherigen Anlagen.
Rund 14,5 Mio. Menschen in Deutschland leben allein. Wenn sie sterben gibt es unter Umständen keine Angehörigen, die eine dauerhafte intensive Grabpflege übernehmen. Circa 17% der Bevölkerung haben ihr Grab nicht am Wohnort und damit ein Problem, die traditionell bepflanzten Gräber auch regelmäßig zu pflegen. Gemeinschaftsgräber werden durch die Friedhofsverwalter gepflanzt und gepflegt. Das Problem eines ungepflegten Grabes ist damit ausgeschlossen. Geht man von der heutigen Grabwahl aus, dann möchten 25% der Bevölkerung eine andere Grabform als das übliche gepflegte Erd- oder Urnengrab. Für sie ist das Gemeinschaftsgrab eine attraktive Alternative, da es relativ kostengünstig eine gepflegte Grabstelle sicherstellt. Vorsorgende als auch Trauernde erfahren hier eine Gemeinschaft.
Noch wichtiger als das Kostenargument ist für viele Menschen der soziale Aspekt. Für die letzte Ruhe im Gemeinschaftsgrab entscheidet man sich bewusst. Die neu gestalteten Anlagen sind etwas Besonderes auf dem Friedhof. An einem solchen Orte kommt ein bestimmter Menschenschlag zusammen, es entsteht eine Gemeinschaft. So ist jedenfalls die Erwartung im Unterschied zu den üblichen Grabfeldern, auf denen Verstorbene und Angehörige willkürlich Nachbarn werden. Und die Erwartung ist schon oft Wirklichkeit geworden.
Die Friedhofsverwaltungen stecken in einer tiefen Finanzkrise. Der Trend zu kleinen Urnengräbern hält an. Bundesweit lassen sich mittlerweile im Durchschnitt knapp 50% der Bundesbürger im Todesfall verbrennen. In einzelnen Städten reichen diese Werte an die 80% heran. Urnengräber brauchen weniger Platz und produzieren aufgrund fehlenden Flächenmanagements kostenintensive Brachflächen.
Kleine Urnengräber sind auch günstiger für den Verbraucher, aber nicht für die Friedhofsverwaltung. Sinkende Einnahmen verschärfen die Lage. Gemeinschaftsgräber sind eine Lösung, denn sie verbinden eine effiziente Flächennutzung mit einer akzeptablen Gebühren/Einnahmenhöhe. Mit dem Gemeinschaftsgrab sind tatsächlich mal zwei Missstände auf einen Schlag beseitigt.

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