50 Jahre Blumenversteigerung in Straelen

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Vom zweiten Standbein zur Zentralen Blumenvermarktung in Herongen.Innerhalb nur eines Jahres ist die Zentrale Blumenvermarktung in Herongen zum zentralen Marktplatz der Regio geworden. Zum Jahrestag der neuen Versteigerung kann die NBV/UGA auf eine 50 jährige Geschichte der Blumenvermarktung in Straelen zurückblicken.

 

Die Idee

 

Verschärfter Wettbewerb im Bereich Gemüse und ein Besuch der Blumenversteigerung Aalsmeer lässt in den Gremien der Erzeugerversteigerung Straelen den Entschluss reifen, in Straelen neben Gemüse auch Blumen zu versteigern. Damit soll den Anbaubetrieben ein neuer zukunftsreicher Markt eröffnet und die Wirtschaftsgrundlage der Mitgliedsbetriebe verbreitert werden. Beim Start der ersten Blumenversteigerung sind es 50 Betriebe die sowohl im Freiland als auch im Unterglasanbau als Pioniere am Niederrhein Blumen für die Versteigerung produzieren

 

Die Blumenpremiere

 

Nach 39 Jahren Gemüseversteigerung ist es am 6. August 1953 soweit. Erstmals können ausgewählte Großhändler Blumen „an der Uhr“ kaufen. Dieser Tag, außerhalb des Kreises Geldern fast unbemerkt, bedeutet für den deutschen Blumenmarkt einen beinahe revolutionären Umbruch. Unter der Versteigerungsuhr tritt der einkaufende Handel in Wettbewerb. Angebot und Nachfrage regeln den Preis. So wird Straelen, und bald darauf die zweite rheinische Blumenversteigerung in Neuss, Preis bildend für den innerdeutschen Blumenmarkt.

 

Aus Kleinbauern wurden Gärtner

 

Im Jahr 1953 sind an der Erzeugerversteigerung Straelen Gemüse- und Blumenanbau zu Partnern geworden, die sich gegenseitig stützen. 340.000 DM beträgt der Blumenumsatz im ersten Jahr. Zehn Jahre später liegt er bei fast 19 Mio. DM. Nelken, Chrysanthemen, Gerbera, Treibrosen und Freesien sind die Hauptkulturen. 1953 werden im Verbandsgebiet Blumen unter 22.531 qm Glas und 6.210 qm Freiland angebaut; innerhalb von 5 Jahren werden es 650.000 qm Glas und 580.000 qm Freilandfläche. Fast über Nacht hat sich im Kreis Geldern eine „Blumenindustrie“ aus 1.500 Familienbetrieben entwickelt.

 

Mit der neuen Blumenversteigung reif für den internationalen Wettbewerb

 

Mit der Öffnung des europäischen Marktes am 1. Juli 1968 und der wachsenden Konzentration in der Handelstufe ergeben sich neue Herausforderungen. Am 28. September 1966 wird die neue Blumenversteigerung an der Karl-Arnold Straße mit zwei Uhren in Betrieb genommen. Trotz verschärfter Marktsituation stabilisieren sich die Preise 1970 und die Erlöse an der Blumenuhr erreichen 34,1 Mio. Euro. In diesem Jahr beliefern zum ersten Mal auch 25 niederländische Betriebe aus der Region die Straelener Uhr. Zur Ergänzung des Angebotes werden ab März 1972 auch Importblumen an der Uhr verkauft. Unter den Straelener Blumenuhren wird der Wettbewerb nun nach international gleichen Bedingungen ausgetragen. 1973 wird die Hallenfläche der Blumenversteigerung auf 15.000 qm erweitert und eine Klimahalle eingerichtet.

 

Von der EVS über die UGA zur NBV/UGA

 

Im November 1973 schlossen sich die Erzeugerversteigerung GmbH Straelen, die Erzeugergenossenschaft Niederrhein, Wesel und die Azalerika eGmbH, Kevelaer zur Union gartenbaulicher Absatzmärkte GmbH, kurz UGA mit Sitz in Straelen zusammen und übertragen dieser das operative Geschäft. Mit der organisatorischen Konzentration in Straelen ist die Blumenversteigerung Straelen zum Mittepunkt der Vermarktung für den niederrheinischen Gartenbau geworden. Bis zum Jahr 1999 wird die Straelener Blumenversteigerung von der UGA betrieben. Die allgemeine konjunkturelle Entwicklung und die Marktsituation in der Branche führten bei der UGA in Straelen und der Niederrheinischen Blumenvermarktung (NBV) in Neuss zur Entscheidung ihr operatives Geschäft auf eine gemeinsame Tochtergesellschaft zu übertragen, um den Marktgegebenheiten besser Rechnung zu tragen. Ein Wachstum der Gartenbaubetriebe, immer größer werdenden Kunden und die rasch voran schreitende Globalisierung des Marktes verlangt einen leistungsfähigen Vermarktungspartner. Mit der Gründung der NBV/UGA waren viele Erwartungen verbunden so auch die Errichtung einer Zentralen Blumenversteigerung für die Euregio mit Standort Herongen erklärtes Ziel.

 

Die Zentrale Blumenvermarktung Rhein/Maas

 

Nach nur zwei jähriger Planungs- und Bauzeit entstand direkt an der niederländischen Grenze die Zentrale Blumenvermarktung Rhein/Maas. In enger logistischer Koordination mit der Topfpflanzenversteigerung Lüllingen startet die Heronger Versteigerung unter dem Motto „one@two, eine Versteigerung zwei Standorte“ in eine moderne Zukunft für die Vermarktung im Gartenbau. Trotz schwieriger gesamtwirtschaftlicher Lage in Deutschland kann die Schnittblumenversteigerung in Herongen nach einem Jahr Vermarktungstätigkeit, entgegen dem Trend in der Branche, Umsatzzuwächse von rund 3 % verbuchen.

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