43. Kolloquium in Bonn: Steuerfragen im Gartenbau 2014

Als immer wieder gut besuchte Veranstaltung hat sich das Kolloquium über Steuerfragen im Gartenbau, das am 9. September zum 43. Mal in Bonn gemeinsam vom Zentralverband Gartenbau e.V. (ZVG) und dem HLBS - Hauptverband der landwirtschaftlichen Buchstellen und Sachverständigen e. V. durchgeführt wurde, inzwischen etabliert.

Anzeige

Als immer wieder gut besuchte Veranstaltung hat sich das Kolloquium über Steuerfragen im Gartenbau, das am 9. September zum 43. Mal in Bonn gemeinsam vom Zentralverband Gartenbau e.V. (ZVG) und dem HLBS - Hauptverband der landwirtschaftlichen Buchstellen und Sachverständigen e. V. durchgeführt wurde, inzwischen etabliert. Mit erneut rund 140 Teilnehmern war die Veranstaltung wieder gut besucht. Unter der Leitung von Helmut Rüskamp, Vorsitzender des Arbeitsausschusses für Recht und Steuern des ZVG, und Dipl.- Finanzwirt, Steuerberater Ernst Gossert, Vorsitzender des Steuerausschusses des HLBS, wurde ein breites Spektrum an Themen – nicht nur aus dem Steuerrecht – erörtert.

Der Einstieg erfolgte mit dem Vortrag von Rechtsanwältin Romana Hoffmann, ZVG, Bonn, zu den Auswirkungen des Gesetzes zur Stärkung der Tarifautonomie (sog. „Mindestlohn- Regelung“), wobei der Schwerpunkt auf den Regelungen und Folgen des gesetzlichen Mindestlohns ab dem 1. Januar 2015 lag. Sowohl im Vortrag, als auch durch die in der anschließenden Diskussion aufgeworfenen Fragen, wurde deutlich, dass es noch eine Reihe von Unklarheiten gibt, die in der täglichen Praxis zu Problemen führen können. Als zweiter Schwerpunktvortrag am Vormittag aus dem nichtsteuerlichen Bereich stellte Alfred Igel von der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) in Kassel die Veränderungen für Gartenbaubetriebe durch die neuen Beitragsmaßstäbe der SVLFG dar. Neben allgemeinen Hinweisen ging er dabei vor allem darauf ein, welche Veränderungen sich insbesondere für die gärtnerischen Mischbetriebe auch beim Ausfüllen der jährlichen Fragebogen zur Erhebung des Beitrags ergeben.

Diplom-Finanzwirtin und Steuerberaterin Andrea Köcher, DHPG Dr. Harzem & Partner KG, Bornheim, widmete sich anschließend den offenen Rechtsanwendungsfragen in Verbindung mit den Regelungen zur umsatzsteuerlichen Behandlung der Hin- und Rücklieferung von Transportbehältnissen, einem Thema, dass schon fast als Dauerthema zu bezeichnen ist. Die Referentin wies Eingangs ihres Vortrags darauf hin, dass das Thema schon im vergangenen Jahr Gegenstand eines Vortrags auf dem Kolloquium über Steuerfragen im Gartenbau war. Neben den noch immer offenen Punkten zeigte sie auf, welche Fragestellungen seit dem ersten Entwurf des einschlägigen BMF-Schreibens inzwischen schon geklärt werden konnten. Dabei machte sie nochmals deutlich, dass eine zwingende Anwendung der neuen Regelungen erst am dem 1. Januar 2015 erfolgen muss, da das BMF – auch aufgrund der noch offenen Fragen – ebenfalls im Wege eines BMF-Schreibens geregelt hat, dass die Anwendung der alten Rechtsauslegung bis zu diesem Zeitpunkt nicht beanstandet wird.

Den Auftakt am Nachmittag machte Diplom-Finanzwirt Steffen Wiegand aus dem Bundesministerium der Finanzen (BMF), Berlin, mit seinen Ausführungen zur Neuregelung der Bewertung von mehrjährigen Kulturen in Baumschulbetrieben. In seinem Vortrag ging er auf die Hintergründe für die notwendige Neugestaltung sowie die einzelnen neuen Aspekte ein, die sich aus dem BMF-Schreiben ergeben. Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Horst-Dieter Riepe, Frankfurt/M., beschäftigte sich in seinem Vortrag anschließend wiederum mit einem nicht steuerlichen Thema und stellt die Frage, ob das neue Kostenrecht zu höheren finanziellen Belastungen bei Betriebsübergaben in der Land- und Forstwirtschaft führt. Eine Frage, die je nach Ausgestaltung des Einzelfalls durchaus mit ja beantwortet werden muss. Er zeigte auf, bei welchen Fallgestaltungen sich Veränderung gegenüber der Rechtslage vor 2013 ergeben.

Den Rest des Nachmittags widmete man sich dann wiederum rein steuerlichen Fragen. Rechtsanwalt Franz Lübbehüsen, HLBS, Berlin, beschäftigte sich mit dem Vorsteuerabzug bei gemischten Tätigkeiten auf der Grundlage neuerer Rechtsprechung und Rechtsanwalt Hans-Josef Hartmann, ebenfalls HLBS, Berlin, setzte sich mit aktuellen ertragsteuerlichen Entwicklungen durch die Rechtsprechung mit Auswirkungen auf den Gartenbau auseinander. Dabei setzte er sich mit drei Urteilen der Finanzgerichte aus dem Jahr 2014 auseinander. Ein Schwerpunkt lag dabei auf dem Urteil des Finanzgerichts Münster, das sich mit der Frage der Nachweis- und Feststellungslast auseinandergesetzt hat, wenn die Erklärung zur Betriebsaufgabe nicht (mehr) nachweisbar ist. Ein weiteres Urteil, das er in seiner Auswirkung auf die Gartenbaubetriebe analysierte, setzte sich mit der Frage auseinander, ob es eine verdeckte Mitunternehmerschaft bei nichtehelichen Lebensgemeinschaften gibt. In dem dritten Urteil ging es um den Sonderausgabenabzug bei Ablösung eines Nießbrauchs durch Versorgungsvereinbarungen.

In seinem Schlusswort dankte Helmut Rüskamp den Teilnehmern für ihre aktive Teilnahme an der Veranstaltung, die sich besonders in den diskutierten Fragen gezeigt habe und für ihre Bereitschaft, sich mit den besonderen rechtlichen und steuerlichen Anforderungen für die Gartenbaubetriebe auseinanderzusetzen. Er wies darauf hin, dass auch im Jahr 2015 der ZVG und HLBS in gewohnter und bewährter Zusammenarbeit wieder ein Kolloquium über Steuerfragen im Gartenbau in Bonn durchführen werden. Interessenten sollten sich schon jetzt den Termin 8. September 2015 in der Stadthalle in Bonn-Bad Godesberg vormerken. (ZVG)

Kommentare (0)

Bisher sind keine Kommentare zu diesem Artikel erstellt worden.