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18. Bayerischer Marketingtag: "Verkauf im Wandel"
Der 18. Bayerische Marketingtag für Gärtner und Floristen in Würzburg stand unter dem Motto "Verkauf im Wandel". Eingeladen hatte das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, organisiert wurde die Veranstaltung vom Gartenbauzentrum am Bayern Nord in Kitzingen.
Interessante Vorträge und eine floristische Demonstration der Spitzenklasse begeisterten Gärtner und Floristen aus dem gesamten süddeutschen Raum, der Schweiz und Österreich. Mara Michel (Würzburg) befasst sich mit Trends in Mode, Heimtextilien und Möbeln. Sie schilderte in ihrem Vortrag, welche Einflüsse die Mode auf Blumentrends hat. Die wichtigste Zielgruppe für die Grüne Branche sind die "Optimizer"? Menschen, die Wert auf Design und Ästhetik legen (34%) und für die Wertigkeit im Vordergrund steht. Die "Reformer" (32% der Konsumenten). sind Menschen, die sehr aufgeschlossen für Natur und Naturmaterialien sind und eine hohe Ethik haben und sich sehr für Pflanzen interessieren, in diesen Trend passt auch, dass Stadtmenschen zu Landmenschen werden: Stichwort Guerilla-Gardening, Kräutergarten auf kleiner Fläche. Während die traditionellen Kunden (22 Prozent mit Vorlieben für Braun und Gold sowie antike Formen und traditionelle Werte abnehmen, sind die "Surfer" eine junge Zielgruppe (12%), die es farbenprächtig und bunt liebt und Materialien und Farben gerne mit "aber sehr aufgeschlossen für Blumen und Pflanzen sind" auch in einer sehr innovativen Form.
Silke Peters (Köln) beschrieb was hinter "Blumenhandel mit Verantwortung" steckt. Jeder gärtnerische Betrieb sei gefordert, sich der Nachhaltigkeit zu stellen. Das erfordere Transparenz aber auch Pflanzen mit Siegel zu verkaufen, das nachhaltig und ethisch korrekte Produktions- und Arbeitsbedingungen garantiert. Silke Peters betonte, dass gerade das Verkaufsargument regional geeignet ist, Vertrauen beim Kunden zu gewinnen. Über Gespräche mit Kunden, Öffentlichkeitsarbeit und Transparenz in den Betrieben (z. B. Tag der offenen Gärtnerei) kann der Kunde das verantwortungsbewusste Handeln in Produktion und im Verkauf selbst erleben.
Professor Georg Ohmayer (Hochschule Weihenstephan-Triesdorf) skizzierte in seinem Vortrag, die Potenziale, die im E-Marketing stecken. E-Mail-Marketing und Newsletter sind eine kostengünstige Werbemöglichkeit. Die Datengewinnung erfolgt über Kundenkarten. Wichtig ist es, die Zustimmung der Empfänger der E-Mails einzuholen. Kurze Texte, gute Fotos und eventuell Coupons machen E-Mails interessant.
Soziale Medien hält Ohmayer für "interessant und problematisch", denn um vollen Datenschutz zu gewährleisten, müssen viele individuelle Einstellungen verändert werden.
Gerade um junge Kunden anzusprechen ist Social Media jedoch eine Möglichkeit. Der Referent empfahl Blogs zu betreiben, um positive Rückmeldungen über den Betrieb zu bekommen. Zunehmende Bedeutung misst Georg Ohmayer auch dem QR-Code und dem mobilen Couponing zu.
Bernd Fischer, Inhaber einer Einzelhandelsgärtnerei im oberpfälzischen Burglengenfeld, schilderte in seinem Vortrag, wie er Kunden und Zahlen im Blick hat. Er verfügt über kein geschlossenes Warenwirtschaftssystem, aber er erfasst die Artikel über einen eigenen Artikelstamm, bei der die Nummern und Preise der Artikel hinterlegt sind. Die Artikel werden in einem Tableau an einem Terminal eingetippt einschließlich der Schnittblumen. Neben einem Überblick über die Abverkaufszahlen werden Rechenfehler bei der Straußfloristik vermieden.
Darüber hinaus setzt Fischer in Kundenkarten ein, deren Adressen fürs Postkarten und E-Mail-Marketing genutzt werden. So erhält jeder Kundenkarteninhaber einen Geburtstagsgruß mit einem Gutschein für eine Pflanze, einlösbar im Betrieb. Darüber hinaus werden alle Kundenkarteninhaber per Post und 10% per E-Mail regelmäßig zu Aktionen wie Tag der offenen Gärtnerei, Herbstlich willkommen oder Adventsaktionen eingeladen.
Sarah Marx (Karlsruhe) suchte nach einer Alternative zu Adventsausstellungen. Ihr Konzept "Adventskranz to go" mit einem Adventskranz-Verkauf in einem Einkaufszentrum in Karlsruhe mit 70.000 Besuchern in der Adventszeit war ein voller Erfolg. Das Konzept "wenn der Kunde nicht zu mir kommt, komme ich zum Kunden", war ein voller Erfolg. In der Adventswoche wurden 2128 Adventskränze, 7.000 Kerzen, 6.000 Kugeln, 40 kg Zimt und 40 kg Orangenscheiben verkauft.
Für Knut Steffen (Kitzingen) sind Werte auch in der grünen Branche wieder gefragt, um das "Vertrauen der Kunden zu gewinnen", wie er in seinem Vortrag betonte. Nachhaltigkeit bedeutet Wertigkeit, was sich in Qualität und Haltbarkeit, Haltbarkeitsgarantien, handwerkliche Verarbeitung in der Floristik, heimische Schnittblumen oder andere regionale Pflanzen, sowie Schnittblumen aus nachhaltiger ethisch einwandfreier Produktion niederschlägt.
Für den Kunden sei es wichtig zu wissen, woher die Pflanzen kommen und wie sie produziert werden. Das setzt Transparenz voraus. etwa mit Einblick in die Produktion, so dass Kunden sich von nahhaltigen Produktionsweisen überzeugen können. Nachhaltig ist vor allem auch die regionale Produktion und regionales Handwerk in der Floristik.
Wichtig ist auch die nachhaltige Kundenansprache: persönlich und individuell, was auch ein Stück Abschied von der Selbstbedienung bedeutet "Menschen im Verkauf prägen nachhaltige Einkaufserlebnisse" unterstrich Knut Steffen. Nachhaltigkeit ist Wertigkeit und Niedrigpreisstrategie sind bringen deshalb nichts und sind zudem bei hochwertigen Produkten für den Kunden unglaubwürdig. Floristischer Höhepunkt war eine moderne, kreative, floristische Demonstration von Floristikmeisterin Sarah Marx und der Vizemeisterin der deutschen Floristik Elisabeth Schoenemann (Karlsruhe). Das Team zeigte floristische Werkstücke zu vier Themenbereichen: "Fruchtig & exotisch", "Wald und Wiesen", "Blau" und "Hochzeit".
Mit ihrer frischen, ungezwungenen Art begeisterten Sarah Marx und Elisabeth Schoenemann die Besucher des Marketingtages.
"Verkauf im Wandel" diesem Thema wurde der 18. Bayerische Marketingtag für Gärtner und Floristen mehr als gerecht und die Besucher konnten viele Ideen und Eindrücke für ihren eigenen Betrieb mitnehmen. Nicht zuletzt gab die Veranstaltung einmal mehr einen Motivationsschub für Einzelhandelsgärtnereien, Blumenfachgeschäfte sowie deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der 19. Bayerische Marketingtag findet am 10. Juli 2013 wieder in Würzburg auf der Festung Marienberg statt.

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