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Heimatprovinz der Floriade 2022: Das Flevoland
Flevoland entstand erst Mitte des 20. Jahrhunderts, vollständig geplant auf dem Papier. Musterhafte Äcker, gerade Straßen und Kanäle und angelegte Naturgebiete prägen das Bild. Bestehend aus drei Poldern liegt die Provinz heute gut vier Meter unter dem Meeresspiegel. Das Land wurde hier der See im wahrsten Sinne des Wortes abgerungen.
Flevoland bietet viel Raum für Innovation. Hier entsteht vieles, das an anderer Stelle undenkbar wäre. Der kreative Umgang mit dem verfügbaren Raum hat Flevoland geprägt und bietet auch heute noch den idealen Nährboden für neue Ideen. So wurde zum Beispiel eine drei Kilometer lange Kunsteisbahn im Freien angelegt und neue Methoden zur Verstärkung der Deiche entwickelt. Dabei legen die Flevoländer auch selbst Hand an: Sie planen und bauen ihre eigenen Häuser und gestalten so ganze Wohnviertel selbst. Flevoland ist außerdem Austragungsort der Floriade Expo 2022. Der Eigensinn Flevolands zeigt sich auch in den modernen Polderstädten der Provinz, Lelystad und Almere. Die ausgefallenen Arbeiten weltberühmter Architekten wie Rem Koolhaas bringen das moderne Flair besonders gut zum Ausdruck.
In Flevoland trifft Moderne aber auch auf Historisches: Die Eindeichung der Zuiderzee und die anschließende Trockenlegung des Ijsselmeers erschufen neues Land. Die ehemaligen Inseln Schokland und Urk, die früher in der Zuiderzee lagen, wurden bei der Trockenlegung des Gebiets in das Festland integriert. In den pittoresken Dörfern erfährt man heute Spannendes über die Geschichte der Region. An den historischen Häfen und in den Dorfkernen begibt man sich auf eine Reise in die Vergangenheit der Fischerdörfer. Schokland gehört sogar zum UNESCO Weltkulturerbe.
Etwas weiter südwestlich wartet ein weiteres Highlight Flevolands, die Naturinseln Marker Wadden. Sie werden derzeit in den weiten Gewässern, von denen Flevoland umgeben ist, angelegt. Dadurch werden mehr Fische und Vögel zum Süßwassersee Markermeer gelockt. Die Natur soll hier den Ton angeben, so wie es auch bei den ersten geplanten Naturgebieten der Provinz geschehen ist. Diese haben sich inzwischen zu wilden Polderlandschaften entwickelt. So entstanden zum Beispiel das größte Feuchtgebiet (im Nationalpark Nieuw Land) und der größte zusammenhängende Laubwald der Niederlande.
Ein buntes Stück Natur erlebt man in Flevoland im Frühjahr, denn dann blühen die vielen Tulpenfelder in verschiedenen Farben. Flevoland ist das größte Tulpengebiet der Niederlande. Ein ganz besonderes Tulpenfeld liegt vor der Küste von Zeewolde. Hier wurde eine riesige Halbinsel in Form einer Tulpenblüte angelegt. Im Frühjahr sorgen dort 150.000 Tulpen für eine farbenfrohe Ode an die niederländische Blume. Für ein ultimatives Naturerlebnis gibt es in Flevoland zudem ausgefallene Übernachtungsmöglichkeiten am Wasser und mitten in der Natur: auf einem schwimmenden Campingfloß, in einem Leuchtturm, in Baumhäusern oder in einer Jurte auf einer einsamen Insel.
Natur ist in Flevoland gleichzeitig auch die Kulisse für Kunst. Nirgendwo sonst auf der Welt kann man so viele spektakuläre Landschaftskunstwerke entdecken wie in Flevoland. Ein bekanntes Beispiel ist das Deltawerk//. Dieser riesige Wellenkanal im denkmalgeschützten Wald Waterloopbos bei Marknesse wurde früher als Prüfanlage für die Deltawerke verwendet und stellt heute ein imposantes Kunstwerk dar. Es ist eine Hommage an die Forschung zum Wassermanagement und an die besondere Beziehung zwischen den Niederlanden und dem Wasser.

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