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Universität Göttingen: GlobalFood-Symposium
Im Rahmen eines Symposiums wurde am Donnerstag, den 19. Mai 2011 das Graduiertenkolleg GlobalFood vor einem Fachpublikum von mehr als 80 internationalen Wissenschaftlern feierlich eröffnet. Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Großprojekt wird gemeinsam von den Göttinger Fakultäten für Agrarwissenschaften und Wirtschaftswissenschaften getragen. Im GlobalFood-Projekt werden die Transformation der Agrar- und Lebensmittelmärkte im Zuge der Globalisierung und deren Auswirkungen auf die Entwicklungsländer untersucht. Vor einem internationalen Fachpublikum hob der Vizepräsident der Universität, Professor Wolfgang Lücke, in seiner Begrüßungsansprache die große Bedeutung des neuen Graduiertenkollegs für den Göttinger Forschungsschwerpunkt zu Armutsbekämpfung und Ernährungssicherung hervor. Dr. Gernot Gad von der DFG betonte, dass mit der Förderung längerfristiger Verbundvorhaben genau solche strukturellen Akzente an den Universitäten beabsichtig seien. Professor Matin Qaim, Sprecher des Graduiertenkollegs, gab einen Überblick über das Projekt und dessen innovativen interdisziplinären Ansatz. „Neben international sichtbarer und politikrelevanter Forschung legen wir auch großen Wert auf exzellente Nachwuchsförderung“, so Qaim. In den vergangenen Wochen haben bereits 16 hochmotivierte Doktorandinnen und Doktoranden aus Europa, Asien und Afrika mit ihrer Arbeit im Projekt begonnen. GlobalFood wird in enger Kooperation mit dem International Food Policy Research Institute (IFPRI) durchgeführt, einer renommierten Forschungseinrichtung in Washington (USA), die beim Symposium durch Professor Maximo Torero vertreten war.
Auch andere internationale Experten waren der Einladung nach Göttingen gefolgt. Professor Rainer Haas aus Wien wies in seinem Vortrag auf die weltweite Angleichung von Verbraucherpräferenzen und Ernährungsmustern hin, die durch global agierende Agribusiness-Unternehmen vorangetrieben werde. Dies trage auch mit zur zunehmenden Übergewichtigkeit und Fettleibigkeit bei, selbst in Entwicklungsländern, wo das Problem der Unterernährung bei weitem noch nicht gelöst ist.
Professor Thomas Reardon von der Michigan State University (USA) prägte in diesem Zusammenhang den Begriff der „Supermarktrevolution“. Während Supermärkte in den USA und Europa viele Jahrzehnte brauchten, um traditionelle Märkte immer weiter zurückzudrängen, scheine sich dieser Prozess in vielen Entwicklungs- und Schwellenländern momentan im Zeitraffer zu vollziehen. Dies habe aber auch eine Reihe von positiven Aspekten, so Reardon: „Supermärkte können den Zugang zu sicheren und qualitativ hochwertigen Lebensmitteln gerade auch für arme Bevölkerungsschichten verbessern.“
Frau Professor Miet Maertens von der Universität Leuven (Belgien) analysierte in ihrem Vortrag die möglichen Auswirkungen für Kleinbauern in Afrika. Ihr Ergebnis: Supermärkte und andere neu entstehende Wertschöpfungsketten können zur Armutsminderung im ländlichen Raum beitragen, wenn Kleinbauern und Landarbeiterfamilien entsprechend geschult und unterstützt werden. Dies erfordere geeignete Politikmaßnahmen, vor allem auch mit Blick auf benachteiligte Frauen, die in Afrika einen Großteil der landwirtschaftlichen Arbeit verrichten.
In der anschließende Diskussion, die von der Göttinger Agrarökonomin Professor Meike Wollni geleitet wurde, waren sich die Experten einig, dass es noch erheblichen Forschungsbedarf gibt und das Graduiertenkolleg einen wertvollen internationalen Beitrag leisten kann. Am GlobalFood Symposium nahmen über 80 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler teil, was das große Interesse am neuen Projekt und seiner Forschungsthematik unterstreicht. (unigoe)

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