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∑-Grow Inside: Wie können wir Städte lebenswert halten?
Weltweit ist die Abwanderung in die Städte enorm. Die UNO sagt voraus, dass bis 2050 drei Viertel der Weltbevölkerung in Städten leben werden. Wie bleiben diese Städte lebenswert und wie werden die Bürger mit Lebensmitteln versorgt? Ein vierköpfiges Fachgremium hat sich mit diesem Thema beschäftigt und ist zu dem Schluss gekommen, dass die Bausteine zwar vorhanden sind, aber jede Stadt oder Region ihre eigene Baustruktur benötigt.
Jede Region ist anders
Zu den Diskussionsteilnehmern gehörte Thera Rohling, Programmdirektorin von Sustainable Urban Delta. Rohling arbeitet derzeit mit einem Konsortium an einem Masterplan für Singapur. Dabei geht es um die Frage, welches Ernährungssystem Singapur unabhängiger von Lebensmittelimporten macht und die Einwohner mit ausreichend gesunden Lebensmitteln versorgt. Dies erfordere ein nachhaltiges und produktives System auf höchstem Niveau, so Rohling. "Aber", so betont sie, "jede Region ist anders. So hat jede Region ein anderes Ernährungssystem. So kann es für die eine Region wichtig sein, Arbeitsplätze zu schaffen, während es für eine andere Region wichtiger ist, dass die Landwirte vor Ort effizienter produzieren." Podiumsmitglied Desh Ramnath stimmt dem zu. Er ist hauptsächlich in Indien für Dutch Greenhouse Delta tätig. Ramnath: "Man hat das Gefühl, dass wir nach einer Einheitslösung suchen, die für alle passt, aber die gibt es nicht. Bei jeder Stadt muss man neu nachdenken und entscheiden, ob die Anpassungen, die man vornimmt, nachhaltiger und anpassungsfähiger sind als die aktuelle Situation."
Die Stadt als Ganzes
Der Architekt Jago van Bergen von Van Bergen Kolpa sieht (Mega-)Städte als Entitäten, die eine Rolle in der Lebensmittelstrategie spielen sollten. Heute ist diese Strategie oft eine nationale Politik. Van Bergen: "Die Stadtverwaltung ist für das Wohlergehen ihrer Bürger verantwortlich. Die Begrünung der Stadt kann einen wichtigen Beitrag dazu leisten. Zum Beispiel, um die Stadt abzukühlen." Mit prestigeträchtigen Gebäuden wie Agrotopia in Roeselare, Belgien, zeigt Van Bergen, dass es möglich ist, verschiedene Funktionen in einem Gebäude zu vereinen: Lebensmittelproduktion, Arbeiten, Wohnen, Lernen und Begegnungen. "Was wir noch herausfinden müssen, ist, welchen Mehrwert die Lebensmittelproduktion in der Stadt hat", sagt van Bergen.
Systemischer Ansatz
Es ist klar, dass die Entwicklung von Kreislaufstädten, in denen Lebensmittel produziert werden, ein hohes Maß an Zusammenarbeit und nicht nur technische Lösungen erfordert. Jolanda Heistek, Direktorin von Greenport West-Holland, betont, dass wir das Thema als Systemansatz angehen müssen. "Die Art und Weise, wie wir es in der Provinz Südholland mit einem kompletten Ökosystem organisiert haben", sagt sie, "ist ein gutes Beispiel dafür, wie es funktionieren kann". Rohling: "Allerdings hat nicht jede Stadt das Westland als Nachbarn. Manche Regionen haben nicht einmal Zugang zu frischen Lebensmitteln. Für diese Regionen ist es wirklich wichtig, dass sie wieder anfangen, ihre eigenen Lebensmittel zu produzieren."
Lego-Bausteine
Die Diskussionsteilnehmer sind sich einig, dass es sich um ein schwieriges Rätsel handelt. Politische Systeme, lokale Ernährungsgewohnheiten, die Verfügbarkeit von Wasser, Energie, Arbeitskräften, Klima und Raum spielen alle eine Rolle. Hinzu kommen die logistischen Herausforderungen und die Vermeidung von Abfällen. Das Gremium sieht das Ganze als einen Stapel von Legosteinen. Alle Bausteine sind verfügbar, und jede Stadt oder Region benötigt ihr eigenes Gebäude. Der niederländische Gartenbau-Cluster kann beim Bau dieser Struktur helfen. Nicht nur mit Hightech-Lösungen, sondern auch mit der Entwicklung von maßgeschneiderten Lebensmittelsystemen.
Weiter ∑-Grow Inside
Die Reihe ∑-Grow Inside wird im Oktober fortgesetzt, mit dem sechsten Seminar am 3. Oktober 2023. Das Thema für diese Ausgabe wird in den kommenden Monaten bekannt gegeben. Die Reihe ∑-Grow Inside ist Teil des ∑-Grow-Pavillons im World Horti Center und wird in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinschaft Indoor Farming NL organisiert und von GreenTech, FarmTech Society und Greenport West-Holland unterstützt.

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