- Startseite
- Mehr...
- Dossiers
- Lubera auf der IPM 2026
- Gärtnern im Klimawandel: Digitale Gemein...
Gärtnern im Klimawandel: Digitale Gemeinschaften schaffen Zukunftswissen
Der DWD warnt in seinem aktuellen Klimastatusbericht vor den Folgen für die deutsche Energieversorgung und das Leben in Städten. 2024 war in Deutschland das bisher wärmste Jahr seit Beginn der regelmäßigen Messungen. Die trockenen Böden sorgen mittlerweile auch für schwerere Waldbrände - zuletzt in Nordrhein-Westfalen.
Wo früher bewährte Methoden und klassische Pflanzensorten zuverlässig gediehen, braucht es heute neue Strategien und angepasstes Wissen. Genau in diesem Spannungsfeld bewegt sich das Stuttgarter Startup Fryd mit seiner gleichnamigen Gartenplanungs-App, die mittlerweile über 350.000 Nutzer:innen dabei unterstützt, ihre Gärten zukunftsfest zu machen.
Vom Hamsterrad in den Garten: Eine moderne Sehnsuchtsgeschichte
In unserem hektischen, digitalisierten Alltag verspüren viele Menschen eine wachsende Sehnsucht nach Entschleunigung und Naturverbundenheit. Viele erinnern sich an die Gärten ihrer Kindheit – an sonnendurchflutete Momente zwischen Gemüsebeeten und Blütenpracht, an den Stolz der ersten selbstgezogenen Tomate.
„Wir beobachten, dass viele unserer Nutzer:innen nach einer tieferen Verbindung zur Natur und zu ihrer Nahrung suchen”, erklärt Florian Haßler, Gründer von Fryd. „Sie möchten dem Hamsterrad des Alltags entfliehen, etwas mit ihren Händen erschaffen und dabei Ruhe finden. Der eigene Garten – ob groß oder klein – bietet genau diesen Raum.”
Doch der Einstieg ins Gärtnern ist nicht immer leicht. Viele Anfänger fühlen sich überwältigt von der Fülle an oft widersprüchlichen Informationen. Die Großeltern, die früher ihr Wissen weitergaben, sind oft nicht mehr da, und die klassischen Gartenbücher berücksichtigen selten die neuen klimatischen Bedingungen. Hier setzt Fryd an – als digitaler Begleiter, der bewährtes Wissen mit aktuellen, wissenschaftlich basierten Erkenntnissen verbindet.
Die Kraft der Community und geteiltes Wissen
Die University of Westminster und die University of Essex konnten in einer Untersuchung nachweisen, dass bereits 30 Minuten Gartenarbeit pro Woche den Stresspegel signifikant senken können. In Verbindung mit digitaler Unterstützung und einer wertschätzenden Community entsteht ein ganzheitlicher Ansatz.
Anders als frühere Generationen suchen junge Hobbygärtner:innen heute ihre Informationen vermehrt auf digitalem Weg. Ein besonderer Mehrwert der Fryd App ist dabei die aktive Community.
„Wir beobachten, dass besonders der Austausch mit Gleichgesinnten in einem hohen Maße motivierend und inspirierend wirkt”, berichtet Florian Haßler. „Die Erfahrungen von mittlerweile fast 350.000 Fryd Nutzer:innen bilden einen unglaublichen Wissensschatz. Dieses kollektive Wissen und die Rückmeldungen über Frostgeschehen und Pflanzerfolg in bestimmten Regionen helfen, immer präzisere Vorhersagen treffen zu können - und schlussendlich besser mit den Herausforderungen des Klimawandels umzugehen.”
Das Konzept scheint aufzugehen: Eine Umfrage unter Fryd Nutzer:innen ergab, dass 87 Prozent ihr Gartenwissen mithilfe der App erweitern konnten, 80% berichten von einer gesteigerten Motivation zum Gemüseanbau.
Konkrete Auswirkungen des Klimawandels im Garten
Die spürbaren Folgen des Klimawandels treten in unseren Gärten immer deutlicher zutage: Verlängerte Vegetationsperioden: Frühere Blütezeiten und späterer Laubfall verändern den gesamten Gartenzyklus Häufigere Trockenperioden: Selbst etablierte Bäume und Sträucher leiden zunehmend unter Wasserstress Neue Schädlinge und Krankheiten: Wärmere Winter begünstigen das Überleben von Schaderregern Laut einer Studie des Industrieverbands Garten (IVG) wünschen sich schon heute 44,5% der 20-29-jährigen Hobbygärtner smarte Lösungen für ihren Garten - auch um diesen Transformationsprozessen zu begegnen.
Von der Datensammlung zur Citizen Science
Die Klimakrise fordert neue Wege des Handelns. Mit Fryd entsteht eine digitale Infrastruktur, die individuelles Gärtnerwissen in kollektive Intelligenz verwandelt. „Je mehr Menschen ihre Erfahrungen teilen, desto besser verstehen wir, was wo wirklich funktioniert", so Haßler. Das Ziel: Eine dynamische Wissensbasis, die sich kontinuierlich durch die Erfahrungen der Community verfeinert und an aktuelle Klimaveränderungen anpasst.
Verantwortungseigentum als Fundament
Fryd ist nicht einfach ein technisches Tool, sondern ein Unternehmen in Verantwortungseigentum. Das bedeutet: Fryd ist unverkäuflich, Gewinne dienen dem Zweck und die Kontrolle bleibt bei den Menschen, die dem Ziel verpflichtet sind – nicht dem Kapital.
Diese Struktur schafft Vertrauen und ermöglicht es, eine starke Community rund um eine gemeinsame Vision aufzubauen. Die Wirkung zeigt sich schon jetzt: 75% der Fryd Nutzer:innen berichten, dass sie durch die App bewusster und nachhaltiger konsumieren.
Seit der Gründung 2019 hat die internationale Fryd Gemeinschaft über 134.400 Gartenpläne auf einer Fläche von fast zwei Millionen Quadratmetern angelegt und mehr als 11.500 Tonnen Ernte eingebracht – ein beeindruckender Beleg dafür, dass gemeinschaftliches, nachhaltiges Gärtnern im Klimawandel nicht nur möglich, sondern auch erfolgreich sein kann.

Kommentare (0)
Bisher sind keine Kommentare zu diesem Artikel erstellt worden.