Flufenacet: DUH und PAN Europe reichen Klage ein

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat mit dem Pestizid-Aktions-Netzwerk PAN Europe Klage beim Europäischen Gericht (EuG) wegen der von der EU gewährten 18-monatigen Abverkaufs- und Aufbrauchsfrist für den Pestizid-Wirkstoff Flufenacet eingereicht.

Deutsche Umwelthilfe und PAN Europe reichen Klage ein. Bild: GABOT.

Dessen Genehmigung hat die EU-Kommission aufgrund erheblicher Risiken für Umwelt und Gesundheit schon im Juni 2025 nicht erneuert. Die Umweltorganisationen machen vor Gericht geltend, dass ein sofortiges Verkaufs- und Anwendungsverbot des Gefahrenstoffes gemäß dem Gesetz notwendig sei.

Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH: „Wenn eine europäische Fachbehörde gravierende Risiken eines Pestizids bestätigt, darf die Konsequenz nicht sein, dessen Einsatz mittels Übergangsfristen möglichst lange fortzusetzen. Das ist hochgradig verantwortungslos und widerspricht dem Vorsorgeprinzip, zu dem sich die EU-Kommission verpflichtet hat. Statt die Gesundheit von Landwirtinnen und Landwirten sowie Verbraucherinnen und Verbrauchern zu schützen, beugt sich die EU-Kommission den Interessen der Pestizid-Industrie. Wir wollen vor Gericht durchsetzen, dass Gefahren nicht weiter auf Kosten der Gesundheit ignoriert werden."

In einem alarmierenden Bericht bestätigte die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), dass sich der Herbizid-Wirkstoff schädlich auf den menschlichen Hormonhaushalt auswirkt. Zudem würden bei der Anwendung des Wirkstoffs hohe Mengen der sogenannten "Ewigkeitschemikalie" Trifluoressigsäure (TFA) als Abbauprodukte in das Grundwasser gelangen.

Salomé Roynel, Policy & Campaign Officer: „Das EU-Recht ist eindeutig: Pestizide, die aus Gesundheits- und Umweltgründen verboten sind, müssen unverzüglich aus dem Verkehr gezogen werden. Die Genehmigung, Flufenacet noch weitere 18 Monate lang zu verwenden, gefährdet Menschen und Umwelt. Diese Chemikalie stört die Schilddrüsenfunktion und verschmutzt unser Wasser mit der giftigen und langlebigen Ewigkeitschemikalie TFA."

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