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Krieg in der Ukraine
Der seit 2014 andauernde und vor Kurzem eskalierte Konflikt in der Ukraine wirkt sich auf alle Teile unserer Gesellschaft und Wirtschaft aus. Auch der Gartenbau, Obst- und Gemüseerzeuger, Importeure, Maschinenhersteller und viele weitere Bereiche der Grünen Branche spüren die Auswirkungen des Krieges. Einige europäische und internationale Unternehmen unterstützen solidarisch die Ukraine und die vielen tausende Flüchtenden Menschen, die Anderenorts Schutz suchen.
Hinweis der Redaktion: In diesem Dossier finden Sie gesammelte Meldungen von Unternehmen, Organisationen oder anderen Akteuren, die im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt ihre Auswirkungen feststellen oder ihre Reaktion darstellen.
Nachrichten zum Ukraine-Krieg
Schweiz: Weniger Vielfalt, aber mehr Professionalität
Über ein Jahrhundert hat der Schweizer Obstverband auf dem Buckel und in dieser Zeit hat der ganze Obstsektor einen markanten Wandel erlebt. Zur Gründungszeit des Verbands 1911 war die Schweizer Obstproduktion kaum mehr als ein Nebenerwerb – heute bewirtschaften die Obstbäuerinnen und Obstbauern spezialisierte und hoch professionelle Betriebe. Der Produktionswert hat sich im letzten Jahrhundert entsprechend um ein Vielfaches gesteigert: Während der Produktionswert von Obst vor 111 Jahren noch 53 Mio. betrug, bewegt er sich heute zwischen 300 und 350 Mio. Franken (ca. 294 bis 344 Mio euro), was laut Verband einem geschätzten Konsumwert von 1,2 bis 1,4 Mrd. Franken entspricht.
Branchenakteur
Die Professionalisierung der Obstbranche, führte dazu, dass sich der Sektor auch immer stärker mit Politik befassen musste – dies beeinflusst die Aufgaben des Verbands bis heute nachhaltig. So hat der Verband unter anderem auch die Entwicklung der für die Obstbranche relevanten Gesetzgebungen des Alkoholgesetzes und des Landwirtschaftsgesetzes begleitet. Heute stehen des Öfteren umweltpolitische Themen wie Nachhaltigkeit oder die Reduzierung von Pflanzenschutzmitteln sowie Wirtschaftlichkeit mit profitablem Anbau und immer neuen und innovativen Obstprodukten im Fokus der "Obstpolitik".
Weniger ist heute mehr
Die Marktentwicklung der Branche hat aber auch Opfer gefordert: So ist der Feldobstbaumbestand seit der ersten eidgenössischen Obstbaumzählung im Jahr 1929 von 16 Mio. auf 2,5 Mio. Bäume zurückgegangen. Ernteüberschüsse, veränderte Trinkgewohnheiten, die Zersiedelung und der Strukturwandel mit der Mechanisierung haben laut Verband dazu beigetragen.
Daneben hat auch die Vielfalt etwas gelitten: So machten 1937 zwölf Sorten zwei Drittel des Apfelsortiments aus – 1983 waren es nur noch drei. Seither hat die Sortenvielfalt glücklicherweise wieder etwas zugenommen und ist bis 2010 wieder auf sechs Apfelsorten angewachsen, die rund 70% des Apfelsortimentes ausmachen. Allerdings besteht knapp die Hälfte des ganzen Sortiments nur aus den beiden Sorten Gala und Golden Delicious. Die Verschiebung von Verarbeitungsobst hin zu mehr Tafelobst hatte auch Folgen für die vielen Mostereien. In den 1950er-Jahren verarbeiteten noch fast 500 gewerbliche Mostereien inländische Mostäpfel und Mostbirnen zu Saftgetränken – heute behaupten sich gemäss Verband noch weniger als dreißig gewerbliche Verarbeitungsbetriebe mit Innovationsgeist und Qualität gegen Süßgetränke und ausländische Billigprodukte. (lid)

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