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Krieg in der Ukraine
Der seit 2014 andauernde und vor Kurzem eskalierte Konflikt in der Ukraine wirkt sich auf alle Teile unserer Gesellschaft und Wirtschaft aus. Auch der Gartenbau, Obst- und Gemüseerzeuger, Importeure, Maschinenhersteller und viele weitere Bereiche der Grünen Branche spüren die Auswirkungen des Krieges. Einige europäische und internationale Unternehmen unterstützen solidarisch die Ukraine und die vielen tausende Flüchtenden Menschen, die Anderenorts Schutz suchen.
Hinweis der Redaktion: In diesem Dossier finden Sie gesammelte Meldungen von Unternehmen, Organisationen oder anderen Akteuren, die im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt ihre Auswirkungen feststellen oder ihre Reaktion darstellen.
Nachrichten zum Ukraine-Krieg
Feldgemüsebau: Emissionen sollen gesenkt werden
Im Klimaschutzprogramm 2030 der Bundesregierung sind umfassende Ziele und Maßnahmen zur Verringerung von Treibhausgasemissionen definiert, um das globale Klima zu schützen. Ein zentraler Bestandteil des Programms ist die Reduktion von Stickstoffüberschüssen und Lachgasemissionen, die einen erheblichen Teil der Gesamtemissionen darstellen und besonders klimaschädlich sind. Die Landwirtschaft verursacht etwa 95% der Ammoniak-Emissionen. Lachgas entsteht, wenn stickstoffreiche Gemüseabfälle nicht optimal kompostiert werden. Der hohe Stickstoffgehalt dieser Abfälle kann zur Bildung von Lachgas führen, das rund 300-mal klimaschädlicher ist als Kohlendioxid. Besonders relevant ist dies für Betriebe, die intensiv Gemüse anbauen, aber auch private Gärten und Kleingärten können einen erheblichen Beitrag zur Reduktion dieser Emissionen leisten.
Im NEmGem-Projekt an der Hochschule Magdeburg-Stendal werden Lösungen zur Verringerung von Treibhausgasemissionen entwickelt. Die Projektbezeichnung „NEmGem“ steht für die Reduktion von „Stickstoff (N)-Emissionen im Gemüsebau“. Das Hauptziel des Projekts ist es, durch Abfuhr, Aufbereitung und Wiederausbringung von Ernterückständen im Feldgemüsebau Lachgas- (N2O) und Ammoniakemissionen (NH3) zu senken. Diese Rückstände, die nach der Ernte auf den Feldern verbleiben, enthalten viel Stickstoff und können bei unsachgemäßer Handhabung erhebliche Mengen an Treibhausgasen freisetzen.
Projektleiter Prof. Dr.-Ing. Carsten Cuhls erklärt, dass innerhalb der nächsten drei Jahre Methoden zur Kompostierung entwickelt werden sollen, die die Treibhausgasbildung minimieren. Dabei sollen praxisnahe Handlungsempfehlungen erstellt werden, die sowohl in großen landwirtschaftlichen Betrieben als auch in kleineren Gärten anwendbar sind. Die Verfahren werden so optimiert, dass der Stickstoff in den Rückständen als Nährstoff und nicht als Treibhausgas freigesetzt wird, was die richtige Mischung von kohlenstoff- und stickstoffreichen Materialien erfordert.
Es werden verschiedene Aufbereitungsverfahren an der Hochschule getestet, um die besten Methoden zur Reduktion der N-Emissionen zu identifizieren. Dazu gehören die Kompostierung, Konservierung und Vergärung der Ernterückstände. Das Projekt fokussiert sich auf den deutschen Feldgemüsebau, insbesondere auf den Anbau von Weißkohl. Es wird jedoch erwartet, dass die Ergebnisse auch auf andere Länder und Kulturen übertragbar sind, insbesondere in Regionen mit vergleichbaren Anbaumethoden. Die Idee ist, die Gemüseabfälle so zu verarbeiten, dass der enthaltene Stickstoff als Dünger wiederverwendet wird. Dies schließt den Kreislauf und reduziert die Notwendigkeit mineralischer Düngemittel.
Im Studiengang Recycling und Entsorgungsmanagement an der Hochschule Magdeburg-Stendal wird dieses innovative Projekt bearbeitet. Dieser Studiengang bildet Studierende für zukunftsrelevante Berufe aus und ermöglicht es ihnen, an Projekten mitzuwirken, die sich mit zukunftsweisenden Lösungen für Umweltprobleme beschäftigen. Die Kombination aus technischen, naturwissenschaftlichen und interdisziplinären Inhalten bietet eine umfassende Ausbildung, die es ermöglicht, aktiv zur Entwicklung neuer Ansätze in der Abfallwirtschaft und im Umweltschutz beizutragen.

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