Essen: Fachschule verabschiedet 188 Gärtnermeister

Bei hochsommerlichen Temperaturen und erfrischendem, leichten Windgang fand das diesjährige Schuljahresabschlussfest der Fachschule für Gartenbau Essen am 19.07.2013 im Musikpavillon des Gruga-Parks Essen statt.

Bei hochsommerlichen Temperaturen und erfrischendem, leichten Windgang fand das diesjährige Schuljahresabschlussfest der Fachschule für Gartenbau Essen am 19.07.2013 im Musikpavillon des Gruga-Parks Essen statt. Schulleiter Dr. Kerstjens begrüßte neben den Absolventinnen und Absolventen sowie deren Angehörige eine Vielzahl von Ehrengästen. Neben dem Präsidenten der Landwirtschaftskammer NRW, Herrn Johannes Frizen, waren die Präsidenten der Gartenbauverbände des Landes erschienen sowie als Vertreter des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW der Gruppenleiter Gartenbau, Herr Hans Leser. Neben den Vertretern der IGBAU und den Mitgliedern der Prüfungsausschüsse waren auch die Vorsitzenden der Ehemaligen-Vereinigungen Auweiler/Friesdorf, Münster sowie natürlich Essen erschienen. Das Fest fand in Trägerschaft der Vereinigung Ehemaliger Essener Gartenbauschüler statt und das gärtnerisch festliche Ambiente verantworteten die Friedhofsgärtner-Fachschüler unter der Leitung von Floristmeisterin Anja Qayyum-Kocks. Der Dank des Schulleiters galt allen Organisatoren und insbesondere dem Lehrerkollegium, das bei der Schuljahresevaluation erneut Höchstbewertungen von den Studierenden bekommen hatte.

Gruppenleiter Hans Leser sprach das Grußwort für die Landesregierung NRW. Er freue sich, dass in der größten Fachschule Deutschlands so viele Absolventen auch im zurückliegenden Jahr erfolgreich sein konnten. Denn das wichtigste Gartenbauland in Deutschland mit einer gartenbaulichen Wertschöpfung von 4,3 Mrd. Euro benötige dringend Führungskräftenachwuchs. Führungskraft sein, so führte Herr Leser aus, heißt Verantwortung zu tragen - und zwar sowohl für wirtschaftlich erfolgreiche Betriebe wie auch für die Ausbildung des Berufsnachwuchses. Dabei benötigten die Betriebe ein positives Umfeld für ihre Arbeit. Dazu stünden neben seinem Haus die Berufsverbände sowie die Landwirtschaftskammer in kooperativem Engagement zur Verfügung.

Das Grußwort der Gartenbauverbände sprach in diesem Jahr Hans-Christian Leonhards, der Präsident des Verbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau NRW. Er verband mit den Glückwünschen an die Absolventen den Dank für das Engagement junger Menschen sich in der heutigen Zeit zu qualifizieren. Er schloss in seinem Dank die Fachschule mit ein sowie die Betriebe, die insbesondere bei den Teilzeitschülern viel Toleranz bei der berufsbegleitenden Qualifizierung gezeigt hätten. Herr Leonhards forderte den Führungskräfte-Nachwuchs auf Mut zu haben, die Dinge in den Betrieben jetzt anzupacken und die Qualifikation täglich einzusetzen. Neben der Fachkompetenz sei dabei insbesondere und immer mehr auch die Sozialkompetenz gefordert. Nach seiner Beobachtung werde in vielen Betrieben immer weniger miteinander gesprochen und häufig aneinander vorbei geredet. Hier gelte es, die immer knapper werdenden Ressourcen an Fach- und Führungskräften durch optimale Koordination zum effizienten Miteinander zu bewegen.

Die Festansprache des Abends hielt der Präsident der Landwirtschaftskammer NRW, Herr Johannes Frizen. Er überbrachte zunächst die Glückwünsche der gesamten Landwirtschaftskammer. Dann skizzierte er die momentane gesellschaftliche Situation mit ihren Auswirkungen auf die zukünftigen Tätigkeitsfelder der Absolventen. In einer zahlenmäßig schrumpfenden Gesellschaft sah Präsident Frizen eine Hauptaufgabe in der Gewinnung und Qualifizierung des Berufsnachwuchses. Hier seien die neuen Führungskräfte besonders gefordert. Dabei gelte es insbesondere, zeitgemäße Formen der Ausbildung und Prüfung zu praktizieren. Zur Mitwirkung bei den vielfältigen ehrenamtlichen Aufgaben der Landwirtschaftskammer in Ausbildung und Prüfung lud er dazu die neuen Führungskräfte besonders herzlich ein.

In der überalternden Gesellschaft sah der Festredner ausschließlich positive Chancen für die Branche. Gerade ältere Menschen nutzten intensiver Produkte und Dienstleistungen des Gartenbaus. Daneben befinde sich der "Wert von Grün" im gesellschaftlichen Fokus mit positiver Tendenz. Bei älteren Menschen stünde auch die Verbindung von Pflanze und Gesundheit im Vordergrund. Auch hier sah Herr Frizen beste Chancen für gesunde und umweltfreundlich produzierte Gartenbauerzeugnisse sowie für gestaltete Grünflächen, die die Gesunderhaltung der Bevölkerung fördern. Die Verbindung von Garten und Grünflächen zur Therapie in der allgemeinen Volksgesundheit wie auch bei körperlich und psychisch Kranken hob er besonders hervor. Abschließend lies der Festredner nicht unerwähnt, dass unsere Gesellschaft und auch die Mitarbeiterschaft der Branche bezüglich ihrer Nationalitäten immer vielschichtiger würden. Er erwähnte dabei die jüngsten Bemühungen des landschaftsgärtnerischen Fachverbands, junge Spanier als Auszubildende zu gewinnen. Er lud die Verbände ein, auch diese Strategie in der Gewinnung junger Fachkräfte im gemeinsamen Engagement aller Ausbildungsbeteiligten anzugehen.

Es schloss sich die Überreichung der Urkunden zur Agrarbetriebswirtin und zu Agrarbetriebswirten des Landschaftsbaus, der Friedhofsgärtnerei und des Produktionsgartenbaus an. Die Präsidenten Frizen und Leonhards sowie Rüskamp vom Landesverband Gartenbau Westfalen-Lippe überreichten die Urkunden und Zeugnisse. Im Anschluss nahm Herr Helmut Dresbach, Vorsitzender des Verbands landwirtschaftlicher Fachbildung (VlF), das Wort und verlieh den diesjährigen NRW VlF-Förderpreis. Die erste Stufe ging in diesem Jahr wiederum an die Fachschule Essen. In einem klassen- und bildungsgangübergreifenden Projekt hatten sich sechs Studierende mit der Betreuung des stellvertretenden Schulleiters, Herrn Martin Monreal, mit dem Thema "Pflanzen lernen mit neuen Medien" befasst. Sie entwickelten dabei mit einer bekannten EDV-Software aus einem völlig artfremden Beruf eine Pflanzen-Lernmethodik. Dieses Projekt, so Herr Dresbach, überzeugte die Jury bei ihrer schwierigen Auswahl, da es prinzipiell für alle Fachrichtungen des Gartenbaus und darüber hinaus sowie für alle Bildungsstufen abgewandelt anwendbar ist. Der erste Preis ist mit 500 Euro dotiert.

Es folgte die Verleihung des Projektförderpreises durch die Vereinigung ehemaliger Auweiler und Friesdorfer Fachschüler. Der Vorsitzende, Herr Helmut Dinger, berichtete von einer schwierigen Auswahl unter vier Projekten, die nach dem Dafürhalten der Jury allesamt ausgezeichnete Ergebnisse erbrachten und gänzlich in den Betrieben sinnvoll umgesetzt werden könnten. Die schwierige Wahl fiel schließlich auf ein Projekt der Zierpflanzenbauer zur "Entwicklung eines Waren-Wirtschaftssystems für einen Produktionsbetrieb mit sechs Standorten".

Die Vereinigung "Förderer Bildungszentrum Gartenbau Essen" verlieh auch in diesem Jahr wieder Preise für soziales Engagement in der Klassen. Hier wählen jeweils die Studierenden einer Klasse die- oder denjenigen Mitstudierende/n aus. Die Preisverleihung kommt nach den Statuten nur dann zustande, wenn es in der Klasse für eine Person eine absolute Mehrheit gibt. Zehn Preisträgerinnen und -träger bat der Vorsitzende, Herr Thomas Banzhaf, auf die Bühne. Aus seinen Händen erhielten die Preisträger in diesem Jahr jeweils einen wertvollen Kunstdruck.

Die Herren Präsidenten Frizen und Rüskamp überreichten im Anschluss gemeinsam mit den Sprechern der Prüfungskommissionen die Meisterbriefe in Fachrichtungen Zierpflanzenbau, Baumschule, Gemüsebau, Friedhofsgärtnerei sowie Beraten & Verkaufen.

Nach einer erneuten Zwischenmusik der New HaranniPoison Mixers folgten die Meisterbriefe in der Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau. Neben Präsident Frizen und dem Vertreter des Umwelt- und Landwirtschaftsministeriums unterzog sich dieser schweißtreibenden Arbeit der Sprecher des Meisterprüfungsausschusses, Herr Adolf Tekster. Neben den Vollzeitschülern gab es hier Urkunden und Glückwünsche für die Teilzeitschüler sowie für diejenigen Agrarbetriebswirte, die sich gleichzeitig auch der Meisterprüfung unterzogen hatten.

Das letzte Wort hat in Essen traditionell der Schülersprecher. In diesem Jahr war dies Gärtnermeister und Agrarbetriebswirt Kai Alexander Müller aus Bad Homburg v. d. H. Herr Müller ließ kurz das vergangene Fachschuljahr noch einmal Revue passieren und resümierte wie schnell die Zeit doch vergangen sei, die zu Schuljahresbeginn noch als so lang erschienen war. Er berichtete von gut verlaufenden Prüfungen, guter Atmosphäre und bedankte sich abschließend bei allen Beteiligten. Insbesondere vergaß er auch die Angehörigen der Absolventen nicht, die im Hintergrund viel Beistand geleistet haben.

Nach diesem offiziellen Teil schloss sich traditionsgemäß die Feier auf dem Gelände des Bildungszentrums Gartenbau an. Bis weit nach Mitternacht feierten die rund 900 Teilnehmer des diesjährigen Abschlussfestes mit leiblichen Genüssen und viel Gedankenaustausch.

Das Abschlussfest der Fachschule für Gartenbau Essen 2013 war damit insgesamt gesehen eine runde Sache, nicht zuletzt dank der hervorragenden Organisation durch die Vereinigung Ehemaliger Essener Gartenbauschüler unter dem Vorsitz von Herrn Herbert Prickler und der Festregie von Vorstandsmitglied Frau Léonie Junggebauer.

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