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Tulpen: Sortiment und Nachhaltigkeit im Fokus
Die offizielle Eröffnung des Tulip Trade Events 2024 fand bei VWS Flowerbulbs in Broek op Langedijk statt. Zur Eröffnungszeremonie war ein besonderer Gast geladen: Gary Lee von der Hongyue Horticultural Corporation aus China gab in seiner Eröffnungsrede einen sehr interessanten Einblick über die Tulpenproduktion in seinem Heimatland und über den Schnittblumeneinzelhandel im Allgemeinen.
In diesem Jahr öffneten 12 Unternehmen in Nord- und Südholland ihre Türen, um ihr Sortiment zu präsentieren, neue Trends und mit den Besuchern aus aller Welt aktuelle Entwicklungen zu diskutieren. Trends spielen dabei auch eine Rolle, doch man muss dazu wissen, dass die Züchtung neuer Tulpensorten bis zur vollständigen Marktverfügbarkeit schon schnell einmal 20 Jahre dauern kann. So langlebig ist keine Modeerscheinung, entsprechend bewegen sich die Trends ehr innerhalb der verfügbaren Sorten. So sind zum Beispiel aktuell auf dem chinesischen Markt Schnitttulpen in Weiß und Softpink sehr beliebt, während in europäischen Ländern klare Farben wie Rot und Gelb einen höheren Stellenwert besitzen. Bei den Trends muss man aber auch nach Absatzkanal differenzieren: Während die Schnitttulpe aus dem Supermarkt massenwaretauglich sein muss, werden vom Fachhandel durchaus auch zweifarbige oder gefülltblühende Sorten gesucht oder auch Varianten wie Papageien- oder Kronentulpen gewünscht.
Die Erzeuger haben beim Tulip Trade Event wieder eindrucksvoll ihr Sortiment präsentiert, es ging in den Gesprächen mit den Kunden aus aller Welt aber auch um Anbaumethoden und das übergreifende Thema Nachhaltigkeit. In vielen Anbauregionen nimmt der Tulpenanbau „auf Wasser“ immer weiter zu. Experten schätzen, dass Schnittblumen heutzutage zu mindestens 70% so erzeugt werden und entsprechend der konventionelle Anbau im Boden oder Substrat rückläufig ist. Und der Tulpenanbau wird im Allgemeinen immer umweltfreundlicher und damit nachhaltiger. Auch wenn sich viele Erzeuger durch den Wegfall vieler Pflanzenschutzmittel einigen Herausforderungen stellen müssen, so ist man doch auf einem kontinuierlichen Weg, den Einsatz chemischer Mittel weiter zu reduzieren, auch wenn Krankheiten, Schädlinge und besonders Virusinfektionen ein zentrales Anbauproblem bleiben.
Ein weiteres Diskussionsthema war die aktuelle Preissituation. Viele der Aussteller beim Tulip Trade Event sind reine Händler, kaufen Tulpenzwiebeln bei Erzeugern in Holland, Frankreich, Neuseeland oder Chile, um sie dann weltweit weiter zu vermarkten. Sowohl die Erzeugerpreise als auch die Kosten der Händler für Lagerung und Transport sind in den vergangenen Jahren gestiegen und die Kosten müssen natürlich an die Kunden - die Schnittblumenerzeuger - weitergegeben werden, so dass am Ende ein Produkt in den Markt kommt, das der Verbraucher, sei es im Supermarkt, Online oder im Fachhandel, gerne kauft.
Bei Tulip Trade Event traten die 12 Tulpenexperten P. Aker, Amsonia, Boots Flowerbulbs, Borst Bloembollen, BOT Flowerbulbs, Haakman Flowerbulbs BV, Holland Bulb Market, P. Nelis & Zoon’s, Nord Lommerse, C. Steenvoorden, VWS Flowerbulbs und Jan de Wit en Zonen jedoch nicht gegeneinander an: Nebeneinander zeigten die Unternehmen was möglich ist und wie die Zukunft der Tulpe aussehen kann.

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