Schnittblumen: Von der Gärtnerei bis in die Vase

Gerade in den grauen, kalten Tagen von Herbst und Winter tut die positive Wirkung von frischen Blumen in unseren Wohnungen einfach gut. Während jedoch der Garten kaum noch intensive Farben bietet, an denen man sich hin und wieder für die Vase bedienen kann, steht in Blumengeschäften und Supermärkten weiterhin eine eindrucksvolle Vielfalt zur Auswahl.

Der Seetransport von Schnittrosen aus den Blumenfarmen in Ostafrika kann beispielsweise 28 bis 35 Tage dauern – und dennoch gelangen sie hierzulande frisch, vital und in bester Qualität in den Handel. Foto: PFFH.

Viele dieser Schnittblumen werden in Klimazonen produziert, in denen sie mit geringem Energieaufwand und unter optimalen Bedingungen erzeugt werden. Anschließend kommen sie per Luftfracht oder auf dem Seeweg nach Europa. Der Seetransport von Schnittrosen aus den Blumenfarmen in Ostafrika kann beispielsweise 28 bis 35 Tage dauern - und dennoch gelangen sie hierzulande frisch, vital und in bester Qualität in den Handel. Wie kann das sein?

Globale Blumenlogistik

Der Schlüssel liegt in der sogenannten Kühlkette: Direkt nach der Ernte werden die Rosen schnell vorgekühlt und in spezielle Kühlcontainer, sogenannte Reefer, verladen. Dort herrschen konstant etwa 0,5 Grad Celsius sowie eine kontrollierte Atmosphäre mit reduziertem Sauerstoff- und erhöhtem Kohlendioxid-Gehalt. Die Blumen werden so quasi „in den Schlaf" versetzt: Stoffwechsel und Alterung verlangsamen sich, ohne dass die Blüte Schaden nimmt. Dank intensiver Forschung und ständiger Verbesserung der Prozesse gibt es für verschiedenste Blumenarten individuelle „Rezepte": Entscheidende Aspekte sind zum Beispiel der perfekte Reifegrad, die richtige Tageszeit, zu der die Blumen geerntet werden, sowie die schnelle und konsequente Einhaltung der Kühlkette während des gesamten Transports. Wichtig ist auch, dass die Blumen vorsorglich gegen Pilzkrankheiten wie Botrytis behandelt werden, vor dem Reifungshormon Ethylen geschützt und mit einer speziellen Feuchtigkeitslösung versorgt werden, die die empfindlichen Stiele der Blumen während der langen Reise schützt. Tjerk van der Schaaf vom niederländischen Unternehmen Chrysal International erläuterte das Konzept im Rahmen der „African Week" bei der Veiling Rhein-Maas im niederrheinischen Straelen-Herongen: „Unser Seefrachtservice umfasst neben optimalen Maßnahmen, um die Blumen in bestem Zustand zum Kunden zu bringen, auch eine Echtzeit-Datenplattform, die vollständige Transparenz über alle Phasen bietet - von der Ernte und Verarbeitung der Schnittblumen bis hin zum Überseetransport per Container. So können wir hochwertige Schnittblumen per Seefracht frisch in den Handel bringen." Studien und Praxisprojekte zeigen, dass Rosen aus Kenia per Kühlcontainer nach Europa verschifft werden können, ohne dass ihre Qualität oder Haltbarkeit in der Vase merklich beeinträchtigt wird.

Frische erhalten

Die Haltbarkeit von Schnittblumen entscheidet sich jedoch nicht nur auf dem Transportweg, sondern auch zu Hause. Frisch gekaufte Sträuße sollten vor Kälte geschützt in die eigene Wohnung gebracht und möglichst schnell in Wasser gestellt werden. Dabei helfen ein paar einfache Regeln: Die Stiele mit einem scharfen Messer schräg anschneiden, damit die Wasserleitbahnen gut arbeiten können. Bei verholzten Stielen, etwa von Rosen oder Lilien, ist ein schräger Schnitt besonders sinnvoll. Quetschende Werkzeuge wie Scheren sind ungeeignet, weil sie die Wasseraufnahme behindern. Eine gründlich gereinigte Vase ist ebenso wichtig wie frisches Wasser. Als Faustregel gilt: Die Vase nur etwa zu einem Drittel füllen, idealerweise mit der Zugabe von Schnittblumennahrung. Perfekt ist es, das Wasser alle zwei bis drei Tage auszuwechseln.

Der Anfang ist gemacht

Der Seetransport ist nicht nur eine logistische Leistung, sondern auch ein konkreter Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit in der Blumenbranche. Im Vergleich zur Luftfracht verursacht der Transport per Schiff deutlich weniger CO2-Emissionen pro Blume. Außerdem ermöglichen die optimierten Anbaubedingungen in den Herkunftsländern einen effizienten Einsatz von Wasser, Energie und Pflanzenschutzmitteln. Kombiniert mit modernen Kühl- und Logistikkonzepten entsteht eine Lieferkette, die frische Blumen über große Distanzen bringt und dabei den ökologischen Fußabdruck so gering wie möglich hält. Bisher werden schon rund fünf Prozent der in Afrika produzierten Schnittrosen per Schiff nach Europa transportiert. (Quelle: PFFH)

Neuen Kommentar schreiben

Kommentare (0)

Bisher sind keine Kommentare zu diesem Artikel erstellt worden.

Messeneuheiten

Schnittblumen: Von der Gärtnerei bis in die Vase

Gerade in den grauen, kalten Tagen von Herbst und Winter tut die positive Wirkung von frischen Blumen in unseren Wohnungen einfach gut. Während jedoch der Garten kaum noch intensive Farben bietet, an denen man sich hin und wieder für die Vase bedienen kann, steht in Blumengeschäften und Supermärkten weiterhin eine eindrucksvolle Vielfalt zur Auswahl.

Der Seetransport von Schnittrosen aus den Blumenfarmen in Ostafrika kann beispielsweise 28 bis 35 Tage dauern – und dennoch gelangen sie hierzulande frisch, vital und in bester Qualität in den Handel. Foto: PFFH.

Viele dieser Schnittblumen werden in Klimazonen produziert, in denen sie mit geringem Energieaufwand und unter optimalen Bedingungen erzeugt werden. Anschließend kommen sie per Luftfracht oder auf dem Seeweg nach Europa. Der Seetransport von Schnittrosen aus den Blumenfarmen in Ostafrika kann beispielsweise 28 bis 35 Tage dauern - und dennoch gelangen sie hierzulande frisch, vital und in bester Qualität in den Handel. Wie kann das sein?

Globale Blumenlogistik

Der Schlüssel liegt in der sogenannten Kühlkette: Direkt nach der Ernte werden die Rosen schnell vorgekühlt und in spezielle Kühlcontainer, sogenannte Reefer, verladen. Dort herrschen konstant etwa 0,5 Grad Celsius sowie eine kontrollierte Atmosphäre mit reduziertem Sauerstoff- und erhöhtem Kohlendioxid-Gehalt. Die Blumen werden so quasi „in den Schlaf" versetzt: Stoffwechsel und Alterung verlangsamen sich, ohne dass die Blüte Schaden nimmt. Dank intensiver Forschung und ständiger Verbesserung der Prozesse gibt es für verschiedenste Blumenarten individuelle „Rezepte": Entscheidende Aspekte sind zum Beispiel der perfekte Reifegrad, die richtige Tageszeit, zu der die Blumen geerntet werden, sowie die schnelle und konsequente Einhaltung der Kühlkette während des gesamten Transports. Wichtig ist auch, dass die Blumen vorsorglich gegen Pilzkrankheiten wie Botrytis behandelt werden, vor dem Reifungshormon Ethylen geschützt und mit einer speziellen Feuchtigkeitslösung versorgt werden, die die empfindlichen Stiele der Blumen während der langen Reise schützt. Tjerk van der Schaaf vom niederländischen Unternehmen Chrysal International erläuterte das Konzept im Rahmen der „African Week" bei der Veiling Rhein-Maas im niederrheinischen Straelen-Herongen: „Unser Seefrachtservice umfasst neben optimalen Maßnahmen, um die Blumen in bestem Zustand zum Kunden zu bringen, auch eine Echtzeit-Datenplattform, die vollständige Transparenz über alle Phasen bietet - von der Ernte und Verarbeitung der Schnittblumen bis hin zum Überseetransport per Container. So können wir hochwertige Schnittblumen per Seefracht frisch in den Handel bringen." Studien und Praxisprojekte zeigen, dass Rosen aus Kenia per Kühlcontainer nach Europa verschifft werden können, ohne dass ihre Qualität oder Haltbarkeit in der Vase merklich beeinträchtigt wird.

Frische erhalten

Die Haltbarkeit von Schnittblumen entscheidet sich jedoch nicht nur auf dem Transportweg, sondern auch zu Hause. Frisch gekaufte Sträuße sollten vor Kälte geschützt in die eigene Wohnung gebracht und möglichst schnell in Wasser gestellt werden. Dabei helfen ein paar einfache Regeln: Die Stiele mit einem scharfen Messer schräg anschneiden, damit die Wasserleitbahnen gut arbeiten können. Bei verholzten Stielen, etwa von Rosen oder Lilien, ist ein schräger Schnitt besonders sinnvoll. Quetschende Werkzeuge wie Scheren sind ungeeignet, weil sie die Wasseraufnahme behindern. Eine gründlich gereinigte Vase ist ebenso wichtig wie frisches Wasser. Als Faustregel gilt: Die Vase nur etwa zu einem Drittel füllen, idealerweise mit der Zugabe von Schnittblumennahrung. Perfekt ist es, das Wasser alle zwei bis drei Tage auszuwechseln.

Der Anfang ist gemacht

Der Seetransport ist nicht nur eine logistische Leistung, sondern auch ein konkreter Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit in der Blumenbranche. Im Vergleich zur Luftfracht verursacht der Transport per Schiff deutlich weniger CO2-Emissionen pro Blume. Außerdem ermöglichen die optimierten Anbaubedingungen in den Herkunftsländern einen effizienten Einsatz von Wasser, Energie und Pflanzenschutzmitteln. Kombiniert mit modernen Kühl- und Logistikkonzepten entsteht eine Lieferkette, die frische Blumen über große Distanzen bringt und dabei den ökologischen Fußabdruck so gering wie möglich hält. Bisher werden schon rund fünf Prozent der in Afrika produzierten Schnittrosen per Schiff nach Europa transportiert. (Quelle: PFFH)

Neuen Kommentar schreiben

Kommentare (0)

Bisher sind keine Kommentare zu diesem Artikel erstellt worden.