Afrika: Schnittblumenkultur und Kreislaufwirtschaft

Rund um den Naivasha-See in Kenia, rund 120 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Nairobi, gibt es seit Jahrzehnten eine intensive Schnittrosenkultur, die unter südlicher Sonne vor allem für den europäischen Markt produziert.

Der "Abfall" von Blättern und Stielen wird gesammelt und kompostiert und wieder auf die Felder aufgebracht. Diese Kreislaufwirtschaft ist nicht nur gut für die Bodengesundheit und die Ökologie, auch die Flächenrentabilität steigt. Foto: PFFH.

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Der Rosenproduzent Joost Zuurbier ist hier mit seiner Schwester seit 2001 mit seinen Bilashaka Flowers ansässig und baut Rosen ganzjährig auf 76 Hektar Fläche an. Bilashaka Flowers beschäftigt 1.400 Menschen, die täglich 400.000 Rosenstiele schneiden. Die Gärtnerei war Teil einer wissenschaftlichen Studie, bei der es um die Kompostierung von Rosenabfällen geht. Das Ergebnis zeigt, dass diese Form der Kreislaufwirtschaft nicht nur ökologische, sondern auch wirtschaftliche Vorteile mit sich bringt.

Pro Hektar Anbaufläche fallen täglich bis zu 40 kg Rosenabfälle aus abgeschnittenen Blättern, aber auch von Stielen an. Die Stiele enthalten Lignin, ein natürliches Polymer, das schwer abbaubar ist. Zunächst wurden Laborexperimente durchgeführt, um zu untersuchen, wie der Holzstoff Lignin optimal abgebaut werden kann und die Kompostqualität wurde untersucht. Anschließend wurden groß angelegte Feldversuche durchgeführt, bei denen Rosenabfallhaufen von bis zu 4.000 kg über Monate hinweg erforscht wurden hinsichtlich Temperatur, Feuchtigkeit und Abbauprozessen. Erst dann wurde der erzeugte Kompost in Anbauversuchen eingesetzt, um die Auswirkungen auf Bodenqualität, Produktion und wirtschaftlichen Ertrag zu bewerten. Das Ergebnis ist, dass diese Art des Komposts, der innerhalb von sechs Monaten in guter Qualität entsteht, ein wichtiger organischer Beitrag für eine effektive Bewirtschaftung einer nachhaltigeren Kultur von Rosen ist. Der höhere Gehalt an organischer Substanz und eine verbesserte Bodenstruktur haben auch eine positive Wirkung auf den Ertrag. Im Vergleich zum Versuchsbeet ohne Rosenkompost stieg die Anzahl der geernteten Stiele.

Kompostieren ist also eine effiziente Methode, um Grünabfälle zu verwerten, die Bodenfruchtbarkeit zu verbessern, die Ernteerträge zu steigern und den Bedarf an Mineraldünger zu senken. Dies steht im Einklang mit einem der konkreten Nachhaltigkeitsziele von Bilashaka Flowers: Der Reduzierung des Mineraldüngereinsatzes um 20% in den kommenden fünf Jahren. Darüber hinaus zeigte sich ein weiterer unerwarteter Vorteil: Das reichhaltige mikrobielle Leben im Kompost trägt aktiv dazu bei, Rückstände von Pflanzenschutzmitteln schneller abzubauen. Durch Kompostierung können Rosengärtner langfristig die Produktivität und Bodenqualität sichern und gleichzeitig höhere Erträge erzielen. (Quelle: PFFH)

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