HWWI: Neue HWWI-Konjunkturprognose

Die deutsche Wirtschaft hat sich nach den jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamts in der ersten Hälfte dieses Jahr besser entwickelt als geopolitische Belastungen und die negative Stimmung hierzulande hätten erwarten lassen.

Das HWWI sieht sich der evidenzbasierten Wirtschaftspolitik verpflichtet. Evidenzbasierte Forschung verlangt, wirtschaftspolitische Handlungsempfehlungen nicht aus Glaubenssätzen heraus zu formulieren, sondern auf der Basis geeignet erhobener Daten herzuleiten.

Aktuell halten der Irankonflikt und die Störung der Straße von Hormus weiter an. Und in Deutschland stehen mehrere Landtagswahlen an – mit gegebenenfalls problematischen Auswirkungen auch auf die Regierungskoalition, den Reformprozess und die Stimmung in der Wirtschaft. Hier wird davon ausgegangen, dass die aktuelle Bundesregierung ihre Arbeit fortsetzt, wenn auch unter eventuell erschwerten Bedingungen. Auch wenn der Ölpreis momentan stark schwankt, ein weiterer drastischer, dauerhafter Anstieg der Energiepreise scheint aber wenig wahrscheinlich. Unter diesen Bedingungen sollte sich die deutsche Wirtschaft zunächst leicht, im kommenden Jahr stärker aufwärts entwickeln. Das reale Bruttoinlandsprodukt würde dann im Jahresdurchschnitt 2026 um 1¼% und 2027 – bei Deeskalation des Irankonflikts und Umsetzung der Reformpolitik – ebenfalls um 1¼% wachsen.

Die Inflationsrate für die Verbraucherpreise bewegte sich in letzter Zeit knapp unterhalb von 3%. Das lag vor allem an deutlich erhöhten Energiepreisen (10,5%); ohne diese betrug die Teuerungsrate 2,2%. Vom bisherigen Energiepreisschock werden noch einige Kostenanstöße ausgehen, bei künftig eher rückläufigen Ölpreisen sollte die Inflationsrate aber bald ihren Höhepunkt überschreiten. Im Jahresdurchschnitt 2026 würde sie dann etwas mehr als 2½% betragen. 2027 könnte sie sich wieder auf 2% hin bewegen.

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