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Belgien: Studie zum Obst- und Gemüseverzehr
Der Gemüseverzehr stieg auf 36,8 kg pro Kopf (+1%), während der Obstverzehr um 3% auf 41,1 kg pro Kopf zunahm. Damit scheint der Abwärtstrend der vergangenen Jahre vorerst durchbrochen.
Gemüse wird überwiegend zu den Hauptmahlzeiten verzehrt, während Obst über den Tag verteilt konsumiert wird. Der Verzehr steigt mit zunehmendem Alter und ist bei Frauen, Personen mit höherem Bildungsniveau sowie in höheren sozialen Schichten stärker ausgeprägt. Gesundheit bleibt ein zentraler Einflussfaktor für den Konsum; Bequemlichkeit, Preiswahrnehmung, begrenzte Haltbarkeit und Gewohnheiten wirken jedoch weiterhin als wesentliche Hürden für den Verzehr.
Tomaten bleiben das beliebteste Gemüse, wobei insbesondere Cocktailtomaten weiter zulegen. Bananen festigen ihre Position als meistgekaufte Obstart, gefolgt von Äpfeln und Orangen. Langfristig gewinnen vor allem Beeren, exotische Früchte und Convenience-Produkte an Bedeutung, während traditionelle Produkte wie Äpfel, Birnen, Chicorée und klassische Tomaten unter Druck stehen.
Große Supermärkte bleiben der wichtigste Einkaufskanal für Obst und Gemüse, verlieren jedoch schrittweise Marktanteile an Hard-Discounter. Bei Kaufentscheidungen spielen Aussehen, Preis und Saisonalität eine zentrale Rolle.
Die Ergebnisse stützen sich auf Daten von YouGov (Panel mit 6.000 Haushalten) sowie auf den von iVox durchgeführten Consumption Tracker und das Gemüse- und Obsttracking von Flanderns Agrar-Marketing-Büro VLAM.
Frischgemüseverzehr steigt das zweite Jahr in Folge
Der Verzehr von frischem Gemüse in den belgischen Privathaushalten ist 2025 erneut gestiegen, und zwar um 1% auf 36,8 kg gegenüber 36,4 kg im Jahr zuvor. Nach einem Rückgang im Jahr 2023 hatte sich der Konsum bereits 2024 erholt und setzt diesen Trend nun im zweiten Jahr in Folge fort.
Der durchschnittliche Preis für frisches Gemüse sank 2025 um 2%, wodurch die Gesamtausgaben leicht zurückgingen (minus 1%).
Belgische Haushalte kaufen im Durchschnitt 61‑mal pro Jahr frisches Gemüse.
Obstverzehr wächst ebenfalls
Der Privatverzehr von frischem Obst zeigte langfristig einen rückläufigen Trend – von 44,6 kg pro Kopf im Jahr 2016 auf 40,0 kg im Jahr 2024. Im zurückliegenden Jahr kehrte sich dieser Trend jedoch um: Der Konsum stieg um 3% auf 41,1 kg pro Kopf. Und das trotz eines Anstiegs des durchschnittlichen Preises um 4%.
Infolge des höheren Volumens und der gestiegenen Durchschnittspreise erhöhten sich die Ausgaben für Frischobst im Jahr 2025 um 8%.
Frisches Obst landete 2025 im Schnitt 58‑mal pro Jahr in den Einkaufskörben belgischer Haushalte.
Tomaten bleiben Spitzenreiter – Cocktailtomaten legen weiter zu
Tomaten sind weiterhin das meistgekaufte Gemüse im Königreich. Innerhalb dieses Segments gewinnen insbesondere Cocktailtomaten weiter an Bedeutung. Sie stehen mittlerweile für 37% des Tomatenvolumens und 55% des Umsatzes.
Innerhalb der Top Ten der Gemüsearten blieben die meisten Produkte im Jahr 2025 stabil oder verzeichneten ein leichtes Wachstum. Lediglich Zwiebeln (‑3%) und Paprika (‑2%) mussten Rückgänge hinnehmen. Chicorée erholte sich nach dem deutlichen Rückgang im Jahr 2024 teilweise, weist jedoch weiterhin einen langfristigen Abwärtstrend auf.
Im Zehnjahresvergleich zeigen sich klare Verschiebungen: Gurken, Cocktailtomaten, Blumenkohl, Süßkartoffeln und Paprika konnten ihr Volumen deutlich steigern, während klassische Tomaten, Chicorée, Karotten, Zwiebeln und Kopfsalat unter anderem Marktanteile verloren.
Banane festigt Spitzenposition als meistgekaufte Obstart
Mit einem Pro-Kopf-Verzehr von 8,3 kg bleiben Bananen die unangefochtene Nummer eins im Obstkorb der belgischen Privathaushalte. Äpfel und Orangen komplettieren die Top drei.
Der Bananenkonsum ist 2025 weiter gestiegen und liegt inzwischen rund 16% über dem Niveau von 2016. Neben Bananen verzeichnen auch Erdbeeren, Heidelbeeren und Himbeeren sowie exotische Früchte wie Mango und Avocado steigende Mengen.
Äpfel und Birnen zeigen hingegen eine rückläufige Entwicklung. Der Apfelkonsum sank von 7,8 kg pro Kopf im Jahr 2016 auf 6,4 kg im Jahr 2025, während der Birnenkonsum von 2,9 kg auf 1,8 kg zurückging. Auch Pfirsiche, Orangen, Aprikosen und Nektarinen weisen langfristig rückläufige Mengen auf.
Jonagold beliebtester Apfel
Mit einem Volumenanteil von 38% ist Jonagold weiterhin Marktführer, auch wenn dieser Anteil 2016 noch bei 44% lag. Pink Lady belegt mit 14% den zweiten Platz, gefolgt von Gala mit 7%. Beide Sorten konnten in den vergangenen Jahren Marktanteile gewinnen.
Bei den Birnen ist Conference mit einem Volumenanteil von 78% mit großem Abstand die wichtigste Sorte. Der Anteil hat sich in den vergangenen Jahren stabilisiert; langfristig gewinnt Conference jedoch weiter an Bedeutung – allerdings innerhalb eines insgesamt schrumpfenden Birnenmarktes.
Hard-Discounter gewinnen an Bedeutung
Mehr als die Hälfte des Frischobst- und -gemüsevolumens (52%) wird in großen Supermärkten (Colruyt, Carrefour Super, Delhaize, Albert Heijn usw.) gekauft. Der Anteil geht jedoch allmählich zurück – zugunsten der Hard-Discounter.
Aldi und Lidl wachsen weiter und steigerten ihren gemeinsamen Anteil von 21% im Jahr 2016 auf 27% im Jahr 2025. Auch Nachbarschaftssupermärkte (Carrefour Express, Proxy Delhaize, Okay, Spar usw.) verlieren Marktanteile und stehen nur noch für 8% des Volumens.
Andere Vertriebskanäle wie Fachgeschäfte, Märkte, Direktvermarktung (kurze Lieferketten) und E-Commerce spielen mengenmäßig weiterhin eine untergeordnete Rolle.
Einkaufskriterien für Frischobst und -gemüse
Beim Kauf von Obst und Gemüse spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Für viele Verbraucher ist das äußere Erscheinungsbild entscheidend. Eine frische Farbe, eine feste Struktur und ein ansprechendes Aussehen gelten als Zeichen von Frische und Qualität. Danach folgen Preis und Saisonalität als zentrale Einflussfaktoren. Saisonales Obst und Gemüse wird häufig als frischer, geschmackvoller und umweltfreundlicher wahrgenommen.
Frische dominiert weiterhin
Mit einem Anteil von 82% am gesamten Gemüsevolumen übertrifft frisches Gemüse verarbeitete Produkte deutlich – ein Anteil, der in den vergangenen Jahren weiter gestiegen ist. Der Verzehr von Gemüsekonserven sowie von Gemüse im Glas geht weiter zurück. Konserven sanken von 3 kg pro Kopf im Jahr 2016 auf 2,4 kg im Jahr 2025, während Gemüse im Glas von 2,2 kg auf 1,6 kg zurückging. Tiefkühlgemüse bleibt hingegen mit rund 4 kg pro Kopf stabil.
Beim Obst ist die Dominanz von Frischware noch ausgeprägter und beträgt 96% des Gesamtvolumens. Der Verzehr von tiefgekühltem Obst nimmt zwar zu, bleibt mit 0,4 kg pro Kopf und Jahr jedoch ein Nischenmarkt. Der Verzehr von Obst im Glas oder in Dosen weist hingegen einen rückläufigen Trend auf – von 1,6 kg pro Kopf im Jahr 2016 auf 1,2 kg im Jahr 2025.
Verarbeitete Frischprodukte im Aufwind
Innerhalb des Segments Frischobst und -gemüse wächst das Angebot an vorverarbeiteten Produkten wie vorgeschnittenem Obst und Gemüse sowie Mischungen, etwa für Suppen oder Wokgerichte. Im Gemüse-Bereich erreicht dieses Segment bereits einen Volumenanteil von 11%. In den vergangenen Jahren hat sich dieser Anteil jedoch weitgehend stabilisiert.
Beim Frischobst fällt der Anteil vorgeschnittener Produkte geringer aus (1%), das Segment verzeichnet jedoch ein kontinuierliches Wachstum.
Privathaushalte spielen zentrale Rolle beim Obst- und Gemüsekonsum
Laut der Marktstudie werden 67% der Gemüsemengen in den eigenen vier Wänden konsumiert. Die verbleibenden 33% entfallen auf den Außer‑Haus‑Verzehr, etwa über Take-away- und Liefermahlzeiten sowie durch Eigenanbau oder Produkte aus dem privaten Umfeld.
Beim Obst ist die Bedeutung des privaten Konsums noch ausgeprägter: Knapp drei Viertel des Gesamtverzehrs entfallen auf die Privathaushalte.
Unter „privatem Konsum" werden sämtliche Einkäufe verstanden, die über Supermärkte, Fachgeschäfte, Märkte oder Direktvermarktung erfolgen und zu Hause oder am Arbeitsplatz verzehrt werden.
Gemüse wird überwiegend zu den Hauptmahlzeiten verzehrt, Obst über den Tag verteilt
44% der Flamen geben an, täglich Frischgemüse zu essen. Weitere 18% verzehren fünf- bis sechsmal pro Woche Gemüse, 24% drei- bis viermal wöchentlich. Daraus ergibt sich eine Tagespenetration von 69%: Fast sieben von zehn Flamen haben am Tag vor der Befragung Gemüse verzehrt, während 31% darauf verzichteten.
Der Gemüseverzehr konzentriert sich dabei meist auf eine Mahlzeit pro Tag, insbesondere auf die Hauptmahlzeiten. Lediglich 11% verzehrten am Tag vor der Befragung mehrmals Gemüse.
Während 48% der Flamen täglich frisches Obst konsumieren, greifen 28% mehrmals und 12% einmal pro Woche darauf zurück. Das entspricht einer Tagespenetration von 62%: Sechs von zehn Flamen haben am Tag vor der Befragung Obst konsumiert, während 40% an diesem Tag kein Obst verzehrten.
Im Gegensatz zum Gemüse verteilt sich der Obstkonsum deutlich gleichmäßiger über den Tag, wobei der Nachmittagssnack und das Frühstück die wichtigsten Verzehranlässe darstellen.
Unterschiede nach Alter und sozialer Schicht
Der Obst- und Gemüseverzehr steigt mit zunehmendem Alter und liegt höher bei Frauen, Niederländischsprachigen, Menschen in Partnerschaft, bei höherem Bildungsniveau sowie in höheren sozialen Schichten.
Jüngere Verbraucher (18–34 Jahre) verzehren Gemüse häufiger mehrmals täglich, während ältere Gruppen ihren Konsum eher auf einen Verzehranlass pro Tag beschränken.
Bequemlichkeit bremst Gemüseverzehr, Preis hemmt Obstkonsum
Gemüse erzielt in der gesundheitlichen Wahrnehmung sehr gute Werte und wird von 83% der Flamen als schmackhaft eingestuft. Laut Umfrage kann der Geschmack jedoch variieren; zudem sind nicht alle Gemüsesorten gleichermaßen beliebt.
Die Zubereitung wird häufig als zeitaufwendig empfunden (waschen, schneiden, kochen), und auch die begrenzte Haltbarkeit wirkt hemmend. 57% der Flamen empfinden Gemüse zudem als teuer. Auffällig ist darüber hinaus, dass viele ihren eigenen Konsum überschätzen und daher keinen Bedarf sehen, diesen zu steigern. Entsprechend findet der Gemüseverzehr weiterhin überwiegend im Rahmen der Hauptmahlzeit statt und wird nur selten mit Genuss, Verwöhnmomenten oder sozialen Anlässen assoziiert.
Obst wird ähnlich positiv bewertet: 90% der Flamen halten es für gesund, 84% für schmackhaft. Anders als Gemüse ist Obst jedoch stärker mit Genuss und Verwöhnmomenten verknüpft und gilt zugleich als Produkt, das zu jeder Tageszeit verzehrt werden kann.
Beim Obst stellt vor allem der Preis eine zentrale Hürde dar. Insbesondere saisonale Sommerfrüchte, exotische Früchte und Bio-Produkte werden häufig als teuer wahrgenommen. Hinzu kommen die begrenzte Haltbarkeit – insbesondere im Vergleich zu alternativen Snackprodukten wie Gebäck – sowie individuelle Geschmacksvorlieben, fehlende Routinen und der Faktor Bequemlichkeit.

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