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Royal FloraHolland: Leichter Umsatzrückgang
Thomas Bugel, Leiter Grower Value Management: „In einer Zeit, in der Verbraucher, Handel und Einzelhandel mit wirtschaftlicher Unsicherheit, geopolitischen Spannungen und schwankendem Verbrauchervertrauen konfrontiert sind, erweist sich der Zierpflanzenmarkt als widerstandsfähig. Blumen und Pflanzen sind nach wie vor so beliebt wie eh und je, und die Begrünung unserer Lebensräume steht ganz oben auf der Agenda, um Hitzestress zu bekämpfen, da wir immer mehr sehr heiße Tage erleben.“
Während das erste Quartal von Mengenwachstum in Verbindung mit Preisdruck geprägt war, bietet das zweite Quartal einen anderen Marktausblick. Das Angebot ging in mehreren Produktgruppen zurück, während sich Angebot und Nachfrage besser ausbalancierten. Dies führte zu stabileren Preisen sowohl für Blumen als auch für Pflanzen.
Die leicht geringeren Mengen führten nicht zu weniger Arbeit für das Logistikteam von Royal FloraHolland. Aufgrund der steigenden Detailanforderungen der Käufer wird ein vom Erzeuger gelieferter Wagen zunehmend in mehrere kleinere Transaktionen aufgeteilt. Infolgedessen fällt pro geliefertem Wagen mehr Arbeit an als zuvor. Im Jahr 2026 wickelten die Logistikmitarbeiter von RFH daher mehr Transaktionen ab als je zuvor. Während der jüngsten Spitzenzeit lag die höchste Anzahl an Blumentransaktionen in Aalsmeer an einem einzigen Tag bei 102.000; im Jahr 2025 waren es 93.000. Das entspricht einem Anstieg von 10%.
Schnittblumen: geringere Mengen, aber ein stabilerer Markt
Auf dem Schnittblumenmarkt sank die Anzahl der gehandelten Stiele im zweiten Quartal um 4,5%, während die Durchschnittspreise um etwas mehr als 2,9% stiegen. Während das erste Quartal noch von Mengenwachstum in Verbindung mit Preisdruck geprägt war, sehen wir nun, dass ein knapperes Angebot in mehreren Produktgruppen die Preisentwicklung stützt.
Teilweise aufgrund geopolitischer Spannungen hatten die Produktgruppen Rosen und Saisonblumen ein schwieriges Quartal mit geringeren Mengen als im Vorjahr, wenn auch bei leicht höheren Preisen. Im Gegensatz dazu verzeichneten Produktgruppen wie Chrysanthemen und Eustoma sowohl bei den Mengen als auch beim Umsatz Zuwächse. Auch der Umsatz bei Pfingstrosen blieb trotz geringerer Verfügbarkeit dank deutlich besserer Preise nahezu auf dem Vorjahresniveau.
Zimmerpflanzen: Die Unterschiede zwischen den Produktgruppen vergrößern sich weiter
Auf dem Markt für Zimmerpflanzen sind die Unterschiede zwischen den Produktgruppen nach wie vor erheblich. Topf-Phalaenopsis, die mit Abstand größte Produktgruppe, entwickelten sich weitgehend wie erwartet. Das Mengenwachstum blieb begrenzt, doch die Preise standen während des gesamten Quartals deutlich unter Druck. Infolgedessen sank der Umsatz um 6,4%, während die Anzahl der verkauften Einheiten gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert blieb.
Positiver war das Bild bei Topfrosen, bei denen sowohl Absatz als auch Umsatz im Vergleich zum Vorjahr zulegten. Auch Anthurien zeigte eine stabile Entwicklung, wobei Absatz und Preise nahezu unverändert blieben. Im Bereich der grünen Zimmerpflanzen setzt sich ein seit mehreren Jahren zu beobachtender Trend fort. Die produzierten und gehandelten Mengen gehen weiter zurück, wobei der stärkste Rückgang weiterhin bei den kleineren Topfgrößen zu verzeichnen ist. Gleichzeitig ist im Jahr 2026 eine vorsichtige Erholung der Preise zu beobachten, was darauf hindeutet, dass sich Angebot und Nachfrage langsam wieder ins Gleichgewicht bringen.
Gartenpflanzen: Verbraucher investieren weiterhin in ihre Gärten
Bei den Gartenpflanzen zeichnen die Zahlen ein etwas positiveres Bild als bei Schnittblumen und Zimmerpflanzen. Obwohl auch hier die Absatzmengen unter denen des Vorjahres lagen, hielten sich die Preise relativ gut. Im zweiten Quartal sank das Absatzvolumen um 6,0%, während der durchschnittliche Verkaufspreis (ASP) um fast 6% stieg. Damit gehören Gartenpflanzen zu den Produktgruppen mit der stärksten Preisentwicklung im zweiten Quartal.
Eine mögliche Erklärung dafür ist, dass die Verbraucher auch in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit weiterhin in ihre Häuser und Gärten investieren. Infolgedessen bleibt die Nachfrage nach Gartenpflanzen relativ stabil, trotz möglicherweise zurückhaltenderer Ausgabeverhalten in anderen Bereichen des Verbrauchermarktes.
Innerhalb der Kategorie Gartenpflanzen stachen Lavendel und Hortensien hervor. Lavendel verzeichnete sowohl beim Absatz als auch beim Produktumsatz ein Wachstum, unterstützt durch einen höheren durchschnittlichen Verkaufspreis (ASP). Auch Hortensien konnten ihren Produktumsatz dank verbesserter Preisgestaltung halten.
Das internationale Angebot steht weiterhin unter Druck
Auch international zeichnete sich ein verhaltenerer Marktausblick ab. Die Liefermengen aus wichtigen Herkunftsländern wie Kenia und Äthiopien lagen unter dem Vorjahresniveau. Insbesondere aus Kenia gingen sowohl die Absatzmengen als auch die Produktumsätze deutlich zurück. Dies wurde durch Zuwächse aus Ländern wie Spanien und Israel ausgeglichen.
Muttertag
Der Muttertag ist der wichtigste Blumenanlass des zweiten Quartals. Ein Blumenstrauß ist traditionell sowohl in den Niederlanden als auch im Ausland ein beliebtes Geschenk zum Muttertag. Dies zeigt sich auch in diesem Jahr an den Verkaufszahlen von Royal FloraHolland für die Woche vor dem Muttertag.
Im Vorfeld des Muttertags 2026, von Montag, dem 4. Mai, bis Mittwoch, dem 6. Mai, wurden 154 Millionen Blumen (2025: 155 Millionen) sowie rund 26 Millionen Zimmer- und Gartenpflanzen (2025: 24 Millionen) gehandelt.

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