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Gartenmarkt: Preiserhöhungen durch Krieg im Iran
Hersteller von Substraten, Pflanzerden und Düngemitteln sowie Geräte- und Hartwarenhersteller sind gezwungen, die Mehrkosten an den Handel und damit an den Endverbraucher weiterzugeben.
Der Nahost-Konflikt trifft laut der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) die Breite der deutschen Wirtschaft. 83% der Unternehmen spüren bereits jetzt die negativen Folgen der Krise – insbesondere Kostensteigerungen und Engpässe bei Öl, Gas, Kraftstoffen sowie Kunststoffprodukten. So stieg im März der wichtigste Rohstoffindex um fast ein Fünftel. Im Zentrum stehen dabei stark steigende Kostenbelastungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Am häufigsten nennen die Betriebe in einer Umfrage der DIHK gestiegene Fracht- und Transportkosten (73%), gefolgt von höheren Energiezahlungen (71%) sowie steigenden Rohstoff- und Materialpreisen (58%).
Die drastischen Preiserhöhungen bei Benzin und Diesel haben auch Auswirkungen auf die Grüne Branche, denn dadurch wachsen die Frachtkosten weit über das kalkulierte und auch absehbare Maß. Die zu zahlenden Transportkosten für die Hersteller erhöhen sich automatisch, da es bei vielen Kontrakten mit Speditionen einen sogenannten „Dieselfloater“ gibt, bei dem steigende Dieselkosten automatisch zu höheren Frachtkosten führen.
Die erhöhten Erdgaspreise stellen insbesondere energieintensive Betriebe wie Keramikproduzenten oder Düngemittelhersteller vor große Herausforderungen. Denn bei der Herstellung von Keramiktöpfen oder von Ammoniak und Stickstoffdüngemitteln ist Erdgas als Rohstoff bzw. Energiequelle von entscheidender Bedeutung. Zudem erhöht sich der Preisdruck bei Düngern, insbesondere Harnstoff, weil Störungen von Produktion und Transport im Nahen Osten das global verfügbare Angebot verknappen. Die Lieferschwierigkeiten bei Vorprodukten und Rohstoffen hingegen führen zu steigenden Preisen unter anderem bei Aluminium und gängigen Kunststoffen. Davon betroffen sind vor allem die Hersteller von Hartwaren und Gartengeräten.
„Viele unserer Mitgliedsunternehmen haben in den vergangenen Monaten alles darangesetzt, lieferfähig zu bleiben und den gewohnten Service zu gewährleisten“, sagt Anna Hackstein, Geschäftsführerin beim Industrieverband Garten (IVG) e.V. „Doch die Entwicklung zwingt nun auch diejenigen zu Erhöhungen, die die Kostensteigerungen bisher kompensieren konnten“. Dort, wo zugekaufte Rohmaterialien fehlen, arbeiten die Hersteller mit Hochdruck daran, technische Alternativen und neue Lieferanten zu finden. Nichtsdestotrotz bleibt die Lage angespannt.

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