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Wachsendes Fachwissen: 30 Jahre Jahrbuch der Baumpflege
Entstanden ist somit das größte Nachschlagewerk für die Baumpflege weltweit. Aus diesem Grund fand am 30. September eine Sonderveranstaltung in Braunschweig statt, dem Ort des Verlages Haymarket Media. Mehr als 100 Teilnehmende waren bei dieser Jubiläumsveranstaltung dabei.
Vom Tagungsband zum Standardwerk
Zu den ersten Baumpflegetagen in Augsburg gab es lediglich eine Tagungsmappe für die Teilnehmenden. Um einen Mehrwert zu schaffen, hatte Professor Dr. Dirk Dujesiefken gemeinsam mit dem Haymarket Verlag in Braunschweig 1996 das Jahrbuch konzipiert. Das Buch sollte mehr Inhalt bekommen und qualitativ hochwertige Artikel enthalten. Außerdem kamen ein Adressverzeichnis für die Baumpflege sowie Informationen zum Baum des Jahres hinzu. Nach und nach wurde ein Herausgeberbeirat aus namhaften Kollegen etabliert, der die eingereichten Beiträge begutachtet. Nach der Begutachtung werden die Artikel überarbeitet bzw. ergänzt und gehen erst dann an den Verlag zur weiteren Bearbeitung. Dieses Verfahren, ansonsten nur üblich bei wissenschaftlichen Zeitschriften, bewirkt eine Qualitätssteigerung und liefert den Lesenden verlässlichere, weil geprüfte Informationen.
Ein Gesamtregister am Ende des Buches sowie auf der Homepage der Deutschen Baumpflege macht das Auffinden von Fachinformationen schnell möglich. Seit 2012 ist das Jahrbuch auch digital verfügbar. „Als wir 1997 die Inhalte der Fachtagung erstmals in einem Buch vereint haben, war nicht klar, dass daraus eine lange Buchreihe und ein Standardwerk für die Baumpflege-Branche werden würde. Inzwischen enthält es Artikel von rund 700 Autorinnen und Autoren aus dem In- und Ausland“, sagte Dirk Dujesiefken, Begründer des Jahrbuchs und langjähriger Geschäftsführer der Deutschen Baumpflegetage.
Straßenbäume im Fokus
Im Mittelpunkt der Jubiläumsveranstaltung am 30. September im TRAFO Hub Braunschweig standen die Pflege und der Schutz von Straßenbäumen. Acht Vorträge behandelten Themen von der Pflanzung über die Pflege bis hin zu rechtlichen Fragen. „Es war eine gelungene Veranstaltung in einem persönlichen Rahmen, mit ausgewählten Beiträgen aus dem Programm der Deutschen Baumpflegetage 2026“, sagte Thomas Amtage, Geschäftsführer der Deutschen Baumpfleget
Den Auftakt machte Dirk Dujesiefken mit einem zum Jubiläum passenden Thema: Anlässlich seines neu erschienenen Buches „Jungbaumpflege“ zeigte er, worauf es beim Schnitt junger Straßen- und Parkbäume gemäß ZTV-Baumpflege ankommt. Neueste Erkenntnisse der Allee- und Straßenbaumversuchsanstalt in Quedlinburg stellte Diana Ganzert vor. Wirkungsvolle Konzepte zur Eindämmung der Laubholzmistel erläuterte Kai Bergengruen. Dr. Cedric Vornholt ging darauf ein, wie sich Wurzelschäden beim Glasfaserausbau vermeiden lassen.
Thomas Amtage setzte sich in seinem Vortrag kritisch mit der Vergabe eingehender Baumuntersuchungen durch öffentliche Auftraggeber auseinander. Anschließend zeigte Dr. Sven Reiter, wie die digitale Landschaftsmodellierung die Planung von Baumpflanzungen an Straßen unterstützen kann. Den Abschluss bildete der Beitrag von Christoph Dirksen. Er zeichnete den Weg eines Baumes von der Baumschule zum Endstandort nach. In einer Praxisvorführung demonstrierte er, wie der erste Schnitt nach der Pflanzung aussehen sollte.
Ausblick
Einen Ausblick auf die kommende Tagung in Augsburg gab Cedric Vornholt zum Abschluss der Veranstaltung. Die EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur (W-VO) wird die grüne Branche zukünftig stark beschäftigen. Interessant ist, dass bei der aktuellen Novellierung des Baugesetzbuches (BauGB) die W-VO mit eingearbeitet wird. Erste Ergebnisse werden Anfang nächsten Jahres erwartet. Dies wird eines der Themen auf der kommenden Tagung in Augsburg sein.
„Mit unserer Jubiläumsveranstaltung haben wir nicht nur drei Jahrzehnte gesammeltes Fachwissen gefeiert, sondern auch einmal mehr unterstrichen, wie wichtig der enge Austausch zwischen Forschung, Praxis und Recht für die Zukunft der Baumpflege ist. Genau hierfür stehen die Deutschen Baumpflegetage auch zukünftig“, so Thomas Amtage.

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