WIMCECO: Schnittrosen aus Belgien

Im belgischen Boechout kultivieren die Brüder Danny und Bart Van Nuffelen zusammen mit insgesamt 17 Mitarbeitern Schnittrosen auf 27.000 qm Hochglasfläche.

Bart Van Nuffelen in seinem Betrieb. Bild: GABOT.

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Es ist ein schweres Geschäft: Schnittrosen zu kultivieren ist eine langwierige Sache, die Produktion ist energie- und arbeitsintensiv. In den 80er Jahren stellte sich WIMCECO dieser Herausforderung und startete mit dem Anbau von Schnittrosen. Heute produzieren die Brüder Danny und Bart Van Nuffelen auf 27.000 qm Hochglasfläche 10 verschiedene Sorten, zwei davon exklusiv. Das Schnittrosen-Sortiment wurde sorgfältig ausgewählt und die Sorten auf Ertrag und Haltbarkeit geprüft, damit die Kunden am Ende ein Spitzenprodukt von höchster Qualität erhalten. Vermarktet wird im eigenen Rosen-Automat, an Großhändler und an Floristen. Die größten Mengen werden aber über verschiedene Versteigerungen, darunter Royal FloraHolland und die Euroveiling Brüssel, abgesetzt.

Um ganzjährig Rosen erzeugen zu können, braucht es Assimilationsbelichtung. Von aktuell 50% LED-Belichtung und 50% Natriumdampf-Hochdrucklampen würde WIMCECO in Zukunft gerne auf hundertprozentige LED-Belichtung umstellen, scheut aber im Moment noch die hohen Investitionskosten. Die Belichtung ist jedoch erforderlich, damit die Rosen auch im Winter in einer gleichbleibend guten Qualität erzeugt werden können. Der benötigte Strom wird im firmeneigenen Blockheizkraftwerk erzeugt, die Abwärme wird zur Beheizung des Gewächshauses verwendet. Die Abgase der KWK-Anlage werden in einem Katalysator gereinigt und zur CO2-Düngung eingesetzt. Ein Klimacomputer überwacht und regelt Temperatur, Luftfeuchte und Lichtmenge im Gewächshaus - alles unter der Maßgabe, ein Optimum mit minimalem Energieverbrauch zu erreichen.

Bei WIMCECO wachsen die Rosen auf Substratmatten aus Steinwolle. Überschüssiges Drainagewasser wird aufgefangen und nach der Desinfektion wiederverwendet, so dass ein geschlossener Kreislauf entsteht und kein Wasser verschwendet wird. Regenwasser wird aufgefangen und gemeinsam mit dem Drainagewasser als Gießwasser genutzt. Durch ständige Messungen und Einstellungen des Säuregrads (pH) und Nährstoffgehalts (EC) ist sichergestellt, dass die Rosen stets die richtigen Nährstoffe erhalten.

Als auch in Belgien als Folge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine der Gaspreis durch die Decke ging, entschlossen sich die Betriebsleiter, ein Jahr zu pausieren, d.h. die energieintensive Winterproduktion einzustellen und die Rosen nur so zu pflegen, dass sie überleben und ein Neustart möglich ist. Das funktionierte soweit gut und zeigt gleichzeitig die Anpassungsfähigkeit des Erzeugers. Trotzdem müssen sich die Betreiber immer neuen Herausforderungen stellen und sind von der Zukunft des Rosenanbaus in Belgien im Allgemeinen nicht unbedingt überzeugt. Als Beispiel fügt Bart Van Nuffelen die Umrüstung auf LED-Lampen an: „Es ist eine Investition für 10 Jahre - während die Zukunft viele Unsicherheiten hat.“ Insgesamt hat sich die Situation im belgischen Rosenanbau geändert, Van Nuffelen sieht einen alternden Sektor. Und selbst nimmt sich Bart Van Nuffelen nicht aus: „Ich habe drei Kinder und mein Bruder hat zwei. Im Moment scheint es nicht so, als wollten unsere Kinder das Unternehmen übernehmen. Früher war es anders. Als meine Eltern so alt waren wie wir jetzt, haben wir sie ermutigt uns das Unternehmen zu übergeben. Jetzt ist die Situation völlig umgekehrt.“

Eine Frage bleibt: Wo kommt der Name Wimceco her? Bart Van Nuffelen: "Das fragt jeder. Die ersten Buchstaben sind der Vorname meines Vaters Wim. Die mittleren Buchstaben stehen die Initialen meiner Mutter Cecilia und Co. für mich und meinen Bruder."

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