VGL-BW: Fachgerechte Gestaltung von Feinsteinzeug- und Natursteinflächen

Zwölfte Veranstaltung der Vortragsreihe „Garten aktuell“ auf der Landesgartenschau Ellwangen 2026 mit Damian Wörner, Wörner Gartenbau GmbH, Hüttlingen, über die fachgerechte Gestaltung von Feinsteinzeug- und Natursteinflächen.

Referent Damian Wörner, Wörner Gartenbau GmbH, Hüttlingen. Bild: VGL-BW.

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Die Anforderungen an die Verlegung von Pflastersteinen und Feinsteinplatten haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Im Mittelpunkt stehen heute wasserdurchlässige Konstruktionen, die Regenwasser möglichst vor Ort versickern lassen und gleichzeitig eine langfristig stabile Fläche gewährleisten. Diese Entwicklungen standen im Mittelpunkt des Fachvortrags am 19.08.2026 von Damian Wörner, Wörner Gartenbau GmbH, Hüttlingen.

Während früher vor allem darauf geachtet wurde, Oberflächenwasser schnell abzuleiten, verfolgen moderne Bauweisen einen anderen Ansatz: Das Niederschlagswasser soll möglichst durch den Belag in den Untergrund gelangen. Voraussetzung hierfür ist jedoch eine fachgerechte Planung. Dazu gehört insbesondere ein Mindestgefälle von zwei Prozent, das stets vom Gebäude wegführt, damit Wasser sicher abgeführt werden kann.

Beim Unterbau gelten weiterhin bewährte Grundsätze. Die Dimensionierung orientiert sich nach wie vor an der Frostgrenze von etwa 80 Zentimetern. Allerdings machen sich inzwischen die Folgen längerer Trockenperioden bemerkbar. Durch fehlende Feuchtigkeit in tieferen Bodenschichten können Schrumpfungsprozesse entstehen, die später zu Verformungen und Unebenheiten in den befestigten Flächen führen.

Die Basis für dauerhaft stabile Pflasterflächen bildet eine 20 bis 30 Zentimeter starke Kalkfrostschutzschicht oder Schotter. Auf den Einsatz von Recyclingmaterial sollte dabei verzichtet werden. Darauf folgt ein drei bis fünf Zentimeter starkes Pflasterbett aus Splitt, bevor die Pflastersteine verlegt werden.

Werden Randpflastersteine mit einer Betonrückenstütze gesichert, bleibt oft zu wenig Raum für eine ausreichend starke Humusschicht. Die Folge sind vertrocknende Rasenflächen entlang der Kanten. Als praxisgerechte Alternative wurden L-Profile mit Netzbefestigung vorgestellt. Bei der Flächengestaltung empfiehlt es sich zudem, entlang schräg verlaufender Bereiche eine Läuferschicht anzulegen, da die Pflastersteine maximal auf die Hälfte reduziert werden sollten.

Besondere Aufmerksamkeit gilt den Fugen. Fachgerecht ausgeführte Fugen sollten nicht härter sein als der eigentliche Belag. Andernfalls können Spannungen entstehen, die später zu Rissbildungen führen. Bewährt hat sich eine sogenannte weiche Verfugung mit feinem Splitt der Körnung 1/3.

Auch für Feinsteinzeugplatten wurden aktuelle Verlegeverfahren vorgestellt. Auf Balkonen und Terrassen können die Platten problemlos auf einer Betonplatte verlegt werden. Voraussetzung ist auch hier eine ebene Fläche mit einem Gefälle von mindestens zwei Prozent, wodurch die Entwässerung sichergestellt wird. Unter diesen Bedingungen eignet sich die Verlegung auf Stelzlagern besonders gut. Ist dies nicht möglich, bietet sich ein Aufbau mit Geotextil-Noppenbahn und Einkornbeton an. Die Platten werden anschließend vollflächig verklebt. Wichtig sind dabei Fugenbreiten von mindestens drei Millimetern. Bei größeren Flächen sollten Dehnungsfugen eingeplant werden, um Spannungen auszugleichen. Ebenso wie bei Pflasterflächen gilt auch hier: Die Verfugung darf nicht härter sein als die Platten selbst, da ansonsten Schäden durch Rissbildung entstehen können.

Der Vortrag machte deutlich, dass moderne Pflaster- und Plattenbeläge weit mehr erfordern als eine optisch ansprechende Verlegung. Entscheidend für die Langlebigkeit sind ein fachgerecht aufgebauter Untergrund, eine funktionierende Wasserführung und auf den Belag abgestimmte Materialien.

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