Melonen: Hummeln verbessert Größe, Süße und Marktwert

Das richtige Timing ist entscheidend, um den Ertrag von Melonenkulturen zu maximieren. Mit getrennten männlichen und weiblichen Blüten auf derselben Pflanze öffnet sich jede Melonenblüte nur einmal für einen kurzen Zeitraum früh am Tag. Eine schnelle und effiziente Pollenübertragung ist entscheidend für einen optimalen Fruchtansatz.

Der Einsatz von Hummeln verbessert nachweislich Größe, Süße und Marktwert von Melonen. Bild: Biobest.

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„Die Pollenfreisetzung erreicht früh am Tag ihren Höhepunkt, genau dann, wenn die weiblichen Blüten am empfänglichsten sind“, erklärt Ella Tuyttens, Pollination researcher bei Biobest. „Werden die Blüten am Tag ihrer Öffnung nicht bestäubt, gibt es keine zweite Chance.“

„Traditionell verlassen sich Melonenerzeuger auf Honigbienen und natürliche Bestäuber. Aufgrund des sehr kurzen Bestäubungsfensters können wechselhafte Wetterbedingungen jedoch kostspielig sein. Honigbienen sind empfindlicher und fliegen bei kühlen, windigen oder nassen Bedingungen weniger gerne.“

Warum Hummeln in Melonen einsetzen?

Hummeln beginnen früher am Tag mit der Nahrungssuche und fliegen besser unter weniger idealen Bedingungen“, erklärt Ella. „Dank ihres größeren und stärker behaarten Körpers sammeln und übertragen sie mehr Pollen pro Blütenbesuch. Dadurch steigen Bestäubungsrate und Effizienz deutlich.“

„In Tunnel- oder Gewächshauskulturen kann diffuses Licht die Leistung von Honigbienen negativ beeinflussen. Bei Hummeln hat dies jedoch nur geringe Auswirkungen auf ihr Flugverhalten und damit auf die Bestäubungseffizienz. Angesichts der zeitlichen Einschränkungen bei der Bestäubung ist es entscheidend, dass Bestäuber äußerst zuverlässig und effizient sind.“

Hummelbestäubung in Melonen

2025 untersuchte ein Biobest-Versuch in Belgien das Potenzial von Biobest-Hummelvölkern zur Steigerung des Marktwerts einer kommerziellen Melonenkultur, der stark von Fruchtgröße und Zuckergehalt (Brix) abhängt. Der Versuch verglich drei Bestäubungsstrategien in einer geschützten Charentais-Melonenkultur: Ausschließlich Honigbienenvölker, ausschließlich Hummelvölker sowie eine Kombination aus Honigbienen und Hummeln.

Die Ergebnisse zeigten, dass der Einsatz von Biobest-Hummeln zu höheren Anteilen schwererer und süßerer Früchte führte. Der statistisch höhere Anteil an Klasse-1-Früchten im Gewichtsbereich von 800-1200 g führte zu einer Umsatzsteigerung von 40%*. Eine bessere Bestäubung führt zu mehr Samen, die wiederum die Produktion von Wachstumshormonen stimulieren. Das Ergebnis sind größere, süßere Melonen mit weniger Deformationen.

„Der höchste Zuckergehalt wurde in der Kultur gemessen, die sowohl mit Honigbienen als auch mit Hummeln bestäubt wurde“, sagt Ella. „Unsere Untersuchungen zeigen, dass die Kombination aus Hummeln und Honigbienen die besten Ergebnisse hinsichtlich Melonenqualität, Ertrag und Marktwert liefert.“

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