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"Unser Dorf hat Zukunft": Weniger Bewerber
Überalterung, geänderte Arbeitswelten oder Migration sind nur einige Aspekte, die dazu führen, dass weniger Dörfer im Wettbewerb mitmachen. Nach einer Untersuchung sollen nun Abläufe verschlankt und Themenschwerpunkte neu gesetzt werden. Sonderpreise und Unterstützung durch Mentoren sollen weiteren Anreiz zur Teilnahme bieten.
Ob ein neues Gemeinschaftshaus, eine Bürger-Fotovoltaikanlage auf dem Rathaus oder generationsübergreifendes Wohnen: Mit dem bundesweiten Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ fördert das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMELV) die bürgerschaftliches Engagement und damit die Wertschätzung von Dörfern und Dorfgemeinschaften. Dennoch haben in den vergangenen Jahren weniger Dörfer am Wettbewerb teilgenommen.
Die in der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) ansässige Geschäftsstelle hat daher eine Evaluation in Auftrag gegeben: Ortsvorsteher, Länderreferenten, Vertreter von Verbänden, Politik und Bewertungsjury sowie auch Kreis- und Landkreisevaluatoren wurden um ihre Meinung zu den Wettbewerben der Jahre 2007 und 2010 gebeten. Insgesamt wurden über 1.500 Dörfer analysiert.
Wettbewerb ist zeitgemäßes Instrument für die Dorfentwicklung
Die Befragten bewerteten den Bundeswettbewerb als wichtiges und sinnvolles Instrument, Entwicklungsprozesse im Dorf anzustoßen; zumal diese im Anschluss häufig fortgesetzt würden. Die stärkere Bedeutung sozialer und kultureller Aktivitäten wurde ebenfalls positiv gesehen. Der ursprünglich hohe Stellenwert der Grüngestaltung könne hingegen stärker reduziert werden. Warum? Weil sich die Gesellschaft ändert und damit andere Prioritäten hervortreten: Überalterung, Migration oder sich ändernde Arbeitsbedingungen fordern Engagement für Themen wie öffentlicher Nahverkehr, generationsübergreifende Angebote oder Integration. Auch müsse es zusätzliche Anreize geben, an dem Wettbewerb teilzunehmen – nimmt doch die Zahl der Aktiven in Vereinen oder Arbeitsgruppen stetig ab.
Neuer Rahmen für die Zukunft
Aus diesem Grund werden für die kommenden Wettbewerbe folgende Aspekte diskutiert:
- Konzentration auf vier Themenbereiche als Bewertungskriterien: Leitbild und wirtschaftliche Initiativen, soziale und kulturelle Aktivitäten, Baugestaltung und -Entwicklung sowie Grüngestaltung und das Dorf in der Landschaft,
- Verschlankung der Ausschreibung auf Kreisebene und bessere Abstimmung mit der Landes- und Bundesebene,
- Änderung des Teilnehmerschlüssels, so dass mehr Dörfer teilnehmen können,
- Sonderpreise für einzelne Bewertungsbereiche,
- Unterstützung für Akteure auf Landes- und Bundesebene durch Patenschaften, Austausch in Foren oder Mentoren, die bei der Vor- und Nachbereitung helfen.
Weitere Informationen zur Motivation für die Teilnahme, zu Verbesserungsvorschlägen der Befragten oder auch der Systematik der Untersuchung stehen online bereit unter
www.dorfwettbewerb.bund.de

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