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Tulpen: Profi-Tipps für lange Haltbarkeit
Jedes Bouquet fasziniert mit anderen Farben, Kombinationen, Blütenformen, schafft eine andere Atmosphäre und gibt dem Raum, in dem es steht, einen neuen Akzent. Sträuße sind eben Zeitgestalten und können uns begleiten wie Musik - man entscheidet sich bewusst anhand der eigenen Stimmung für ein Lied oder einen bestimmten Musikstil. Natürlich hört man dies oder das nicht immer weiter, der Reiz liegt gerade in der Spontanität. So ist es auch mit Blumen. Man wählt sie aus für ein Zeitfenster, nicht für die Ewigkeit. Trotzdem möchte man natürlich, dass der Strauß und die damit verbundene Stimmung so lange wie möglich hält.
Aktuell sind Tulpen die Nummer Eins bei den Schnittblumen. Das liegt vor allem an ihrer eindrucksvollen Farbenpalette und ihren eleganten Formen, aber auch daran, dass es sie eben nicht immer gibt. Während viele andere Schnittblumen ganzjährig erhältlich sind, begleiten uns Tulpen nur bis Mitte Mai. Da heißt es: Zugreifen, solange die Frühjahrsschönheiten verfügbar sind, und sich so lange wie möglich an ihnen erfreuen. Mit diesen Tipps gelingt's garantiert.
1. Wenn's quietscht, ist's gut!
Je frischer die Tulpen, desto länger die Freude - logisch! Doch wie findet man heraus, ob ein Strauß noch besonders vital ist? Die Tulip Promotion Netherlands (TPN), ein Zusammenschluss von niederländischen Tulpengärtnern empfiehlt, sich den Strauß etwas genauer anzuschauen. Sieht der Schnitt frisch und ordentlich aus, fühlt sich der Bund knackig und fest an und hört man ein leises Quietschen beim Aneinanderreiben der Blätter und Stiele, kann man getrost zugreifen. All das sind untrügliche Anzeichen für Frische.
2. Sauber und rein, das muss sein!
Nicht nur wir Menschen, sondern auch Blumen können unter Bakterien leiden. Im schlimmsten Fall befallen und verstopfen sie lebenswichtige Leitungsbahnen, was bedeutet, dass die Tulpen kein Wasser mehr aufnehmen können. Daher ist es wichtig, die Vasen zu Hause immer gründlich zu reinigen. Hierfür reichen heißes Wasser und etwas Spülmittel. So verhindert man, dass sich Bakterien beim nächsten Mal im Wasser vermehren und die Tulpen schneller welken lassen.
3. Ein frischer Schnitt für neue Frische!
Bevor man die Tulpen in der Vase arrangiert, empfiehlt es sich, die Stiele neu anzuschneiden. Die TPN rät zu einer Kürzung um etwa ein bis zwei Zentimeter mit einem scharfen (und auch hier gilt: sauberen) Messer. Kein Muss, aber trotzdem ratsam ist ein ganz leichter Schrägschnitt. So verhindert man, dass der Stiel mit seinem Schnitt bündig auf dem Vasenboden aufliegt und so kein Wasser mehr aufnehmen kann. Er sollte jedoch auch nicht zu schräg sein, sonst ist die Schnittfläche zu groß. Wichtig dabei: Bitte keine Scheren verwenden! Sie drücken die Pflanzenstängel zu sehr zusammen. Dadurch kann die Wasserversorgung behindert werden. Entfernt man nun noch das unterste Laub, können die Tulpen ihre gesamte Energie in ihre Blüten stecken.
4. Glasklar: Tulpenwasser!
Die Vitalität von Schnittblumen hängt unmittelbar mit dem Wasser zusammen. Ist es stets frisch, halten auch die Tulpen länger. Trübt es sich ein, muss es ausgetauscht werden. Bei Glasgefäßen sieht man das natürlich sofort, aber auch bei allen anderen Gefäßen sollten man ungefähr alle zwei Tage handeln. Auch ein neuer Anschnitt der Stiele ist mit dem Wasserwechsel eine gute Maßnahme für eine lange Haltbarkeit.
5. Tulpen sind keine durstigen Frostbeulen!
Die Vase sollte bei Tulpen nur zu einem kleinen Teil mit Wasser gefüllt werden. Hier ist die Devise: Lieber nachfüllen, als übertreiben. Die Expert*innen von TPN empfehlen maximal fünf Zentimeter, damit die Blumen nicht zu schnell wachsen - was Tulpen tatsächlich auch noch in der Vase tun. Zudem darf das Wasser durchaus kalt sein. Viele andere Schnittblumen vertragen das nicht so gut, aber die Frühjahrsblüher sind kalte Temperaturen gewöhnt und fühlen sich so wohl. Tatsächlich lässt zu warmes oder gar heißes Wasser ihre Stiele aufweichen. Eiswürfel ins Wasser zu geben kann dafür sorgen, dass sich herunterhängende Stiele wieder aufrichten.
6. Heizungen und Obstkörbe bitte auf Distanz!
Äpfel, Pfirsiche, Bananen - zahlreiches Obst verströmt das Reifegas Ethylen. Für uns Menschen ist das völlig unbedenklich, aber Blumen sehen das anders. Denn es kann ihren Alterungsprozess beschleunigen. Daher rät TPN, die Sträuße nicht zu nah an Obstkörbe zu platzieren. Ebenfalls zu vermeiden sind auch Standorte neben einem Heizkörper oder auf einer Fensterbank mit direkter Sonneneinstrahlung. Dort ist es für die Schnittblumen zu warm. Je kühler, umso besser.
Hintergrundinformationen zur TPN
Die Organisation Tulpen Promotie Nederland (TPN) ist eine niederländische Vereinigung, der über 400 niederländische Tulpengärtnerinnen und Tulpengärtner angehören. Gemeinsam informieren sie mit Leidenschaft über die Vielfalt der frühlingshaften Schnittblumen und liefern Pflegetipps und Inspirationen. (Quelle: TPN)

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