Tödlicher Zucker: Ameisenmittel können bienengefährlich sein

In vielen Gärten werden Ameisen als lästige Tiere gesehen und es gibt viele käufliche Mittel, die dieses Problem beseitigen sollen. Besonders die leicht anzuwendenden Gieß- und Streumittel können aber eine potentielle Gefahr für Bienen werden. Gerade die als besonders bienengefährlich angesehenen Neonicotinoide finden sich leider immer noch in einigen Mitteln.

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In vielen Gärten werden Ameisen als lästige Tiere gesehen und es gibt viele käufliche Mittel, die dieses Problem beseitigen sollen. Besonders die leicht anzuwendenden Gieß- und Streumittel können aber eine potentielle Gefahr für Bienen werden. Gerade die als besonders bienengefährlich angesehenen Neonicotinoide finden sich leider immer noch in einigen Mitteln.

Abgesehen davon, dass Ameisen eine unterschätzte Nützlingsleistung im Garten haben, können sie wirklich lästig werden. Nicht nur das Auftreten in der Wohnung, sondern auch im Rasen und auf der Terrasse ruft viele auf den Plan eine Bekämpfung durchzuführen. Köderboxen, Ameisenfallen und Gieß- und Streumittel sind in breiter Palette am Markt und in einigen finden sich Wirkstoffe, die in der Landwirtschaft zum Teil verboten sind. Dass diese Wirkstoffe noch zu kaufen sind liegt daran, dass Ameisenmittel nicht unter das Pflanzenschutzgesetz sondern unter die Biozidverordnung fallen. Und hier gelten eigene Regeln, Genehmigungen und Wirkstoffzulassungen.

Somit ist z.B. das in Österreich nicht zugelassene, bienengefährliche Neonicotinoid Fipronil in vielen Ameisenmitteln enthalten. Aber auch andere Wirkstoffe, die im Pflanzenschutz Verwendung finden sind als Wirksubstanzen gelistet. Als Grundstoff der Streu- und Gießmittel wird Zucker genommen, der mit den giftigen Stoffen versehen wird. Ameisen sind auf Zucker angewiesen und nehmen die Ameisenmittel begierig auf, sterben und das Nest kann nicht mehr versorgt werden, was dann ein Absterben des ganzen Ameisenstaates bewirken kann.

Besondere Gefahr für die Bienen geht dann aus, wenn dieser vergiftete Zucker aufgelöst und gegossen wird. Die sich bildenden zuckerhaltigen Pfützen und auch zuckerfeuchte Gräser sind für Bienen eine potentielle Nahrungsquelle und das endet für die Bienen fatal. Winzigste Mengen im Milliardstel Grammbereich schädigen die Bienen, wenn sie nicht schon vor Ort verenden. Deshalb sollten diese Gieß- und Streumittel weder eingesetzt noch empfohlen werden. Der Einsatz im Rasen und Gemüsebeet ist übrigens verboten, denn bei oder an Pflanzen dürften nur zugelassene Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. Und gegen Ameisen gibt es keine. Muss wirklich eine Ameisenbekämpfung durchgeführt werden, dann empfiehlt Natur im Garten ungefährliche mechanische oder thermische Methoden. Ist das nicht möglich könnten Köderdosen mit dem natürlichen Wirkstoff Spinosad aufgestellt werden. Spinosad ist zwar ebenfalls gefährlich für Bienen, ist aber in der Köderdosenvariante nur Ameisen zugänglich und gilt allgemeinhin als bienensicher.

Sollten die Ameisen den Köder nicht annehmen, dann ist das Ameisenvolk vermutlich kurz vor dem Hochzeitsflug. In dieser Phase des Ameisenstaates wird fast ausschließlich eiweißreiche Nahrung gesucht und Kohlenhydrate, also Zucker, werden eher geschmäht. Grundsätzlich sind Ameisen aber willkommene Gäste im Naturgarten, weil sie auch pflanzenschädliche Tiere als Nahrung brauchen und somit eher Nützlinge als Lästling sind.

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