Steigende Düngemittelkosten: Kommission schlägt Entlastung vor

Die Europäische Kommission hat ein Maßnahmenpaket vorgelegt, um Bauern und Bäuerinnen in der EU angesichts steigender Düngemittelkosten zu helfen. Sie setzt damit den kürzlich angekündigten Aktionsplan für Düngemittel um.

EU-Flaggen vor dem Berlaymont-Gebäude, Sitz der Europäischen Kommission. Bild: Amio Cajander.

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Europa steht entschlossen an der Seite der Bäuerinnen und Bauern 

EU-Landwirtschaftskommissar Christophe Hansen sagte: „Diese Unterstützung muss diejenigen erreichen, die Düngemittel für die nächste Aussaat-Saison kaufen und ihre zukünftigen Ernten sichern müssen. Unsere Vorschläge zur Flexibilisierung der GAP-Unterstützung sollten auch dazu beitragen, den Cashflow der Landwirte zu verbessern und für mehr finanzielle Sicherheit zu sorgen. Ich zähle darauf, dass die gesetzgebenden Organe sie dringend behandeln, damit diese Unterstützung unverzüglich geleistet werden kann. Jetzt ist es an der Zeit, unsere Ernährungssicherheit, unsere strategische Autonomie und unsere Wettbewerbsfähigkeit zu wählen. Europa steht fest an der Seite seiner Landwirtinnen und Landwirte und ergreift entschlossene Maßnahmen, um die Grundlagen unserer Nahrungsmittelproduktion zu sichern.“

Die Kommission schlägt zwei konkrete kurzfristige Maßnahmen vor. 

  • Zum einen geht es um finanzielle Erleichterungen für die Landwirtinnen und Landwirte für den Kauf von Düngemitteln. Die Kommission will in den kommenden Wochen insgesamt 540 Mio. Euro mobilisieren. Anfang dieser Woche hatte sie bereits vorgeschlagen, die Agrarreserve zusätzlich zu den verbleibenden Mitteln um 300 Millionen Euro aus dem EU-Haushalt 2026 aufzustocken v. Die Mitgliedstaaten werden in der Lage sein, das um bis zu 200% mit nationalen Mitteln aufzustocken. Damit beläuft sich die insgesamt verfügbare finanzielle Unterstützung auf 1,5 Mrd. Euro.
  • Zweitens schlägt die Kommission gezielte Anpassungen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) vor. Sie soll es den Mitgliedstaaten ermöglichen, Landwirte schneller und flexibler beim Zugang zu Düngemitteln zu unterstützen. Zu diesen Maßnahmen gehören: eine neue Liquiditätsregelung im Rahmen der Entwicklung des ländlichen Raums zur Krisenunterstützung, die Möglichkeit für die Mitgliedstaaten, den Betriebsinhabern früher Direktzahlungen zu zahlen, sowie die Möglichkeit für die Mitgliedstaaten, ihren Haushalt für Direktzahlungen für das Kalenderjahr 2027 anzupassen.

Nächste Schritte

Die von der Kommission vorgeschlagenen gezielten Änderungen der GAP-Gesetzgebung werden nun dem Europäischen Parlament und dem Rat zur Billigung übermittelt.

Der Vorschlag für eine Agrarreserve mit einer finanziellen Entlastung von insgesamt 540 Mio. Euro wird den Mitgliedstaaten im Ausschuss für die gemeinsame Marktorganisation zur Abstimmung vorgelegt, wobei die entsprechenden nationalen Mittelausstattungen im Vorschlag angegeben werden. Sofern die Mitgliedstaaten dem zustimmen, ist die endgültige Annahme bis Ende Juli 2026 geplant.

Hintergrund

Düngemittel sind für die landwirtschaftliche Produktion von wesentlicher Bedeutung und machen einen erheblichen Teil der Kosten der landwirtschaftlichen Betriebe aus. In den vergangenen Monaten haben geopolitische Schocks und Versorgungsunterbrechungen die Düngemittelpreise in die Höhe getrieben. Wenn sich die Höfe die nötigen Düngemittel nicht leisten können, kann sich das auf die Ernten, das Einkommen der landwirtschaftlichen Betriebe, die breitere Nahrungsmittelversorgung und letztlich auch auf die Lebensmittelpreise auswirken.

Am 19. Mai 2026 hatte die Kommission den Aktionsplan für Düngemittel vorgelegt, der Soforthilfemaßnahmen und längerfristige Maßnahmen kombiniert. Die Kommission wird weiterhin diesen Aktionsplan umsetzen, um die Exposition der Landwirte gegenüber künftigen Krisen zu verringern und durch diese Maßnahmen die Ernährungssicherheit, die strategische Autonomie und die Wettbewerbsfähigkeit der EU zu stärken.

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