Stadtgrünmanagement: Neue Wege mit klimafarmer x Karuna

Anlässlich der diesjährigen Internationalen Pflanzen Messe (IPM) in Essen stellte die klimafarmer GmbH eine Kooperation mit dem Unternehmen Karuna Technology vor.

Ron Richter und Erik Kaiser stellten im Innovationsforum der IPM 2026 ihre Kooperation "Green up – carbon down" vor. Bild: klimafarmer.

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Das Besondere an dieser Kooperation ist, dass hier die mit Pflanzenkohle optimierten Böden mit hochpräziser, satellitengestützter Analyse von Pflanzflächen in Städten und Gemeinden verbunden werden. Ziel der Partnerschaft ist es zunächst, Kommunen detaillierte Zahlen, Daten und Fakten über die Vitalität ihres Stadtgrüns zu liefern und ihnen in einem zweiten Schritt sofort konkrete Maßnahmen zur Standortverbesserung an die Hand zu geben. Erik Kaiser, Geschäftsführer der Karuna Technology UG erläutert: „Unsere satellitengestützte Vegetationsüberwachung ermöglicht es Städten und Gemeinden besser als mit herkömmlichen Verfahren frühzeitig zu erkennen, wo im Stadtgrün überhaupt Handlungsbedarf besteht." Die vorhandenen Baumkataster werden mit den Informationen aus dem Monitoring ergänzt und damit wesentlich aussagefähiger. Ron Richter, Geschäftsführer der klimafarmer GmbH: „Mit dieser Kooperation bringen wir unsere Erfahrungen im Klimafarming in Städte und Gemeinden. Der Zusatznutzen liegt darin, dass Stadtböden zu wirksamen Kohlenstoffsenken entwickelt werden und die tatsächliche Kohlenstoffbindung in Bäumen und jeglichen Grünflächen tatsächlich exakt messbar wird."

Präzise Daten

Im Zentrum der Zusammenarbeit steht die Kombination aus moderner Fernerkundungstechnologie und konkreten Maßnahmen zur Bodenverbesserung. Karuna liefert präzise Daten zu Baumgesundheit, Biomasse und Kohlenstoffbindung für jegliche Formen von Stadtgrün. Aufgrund der extrem hohen Auflösung der Satellitendaten sind Messwerte für Einzelbäume bzw. kleinteilige Flächen von nur wenigen Quadratmetern möglich. Bei Rasenflächen von Parks, Golfplätzen oder Sportanlagen kann sogar die Bodenfeuchte gemessen werden und die Ergebnisse können direkt in die Beregnungsplanung einfließen. Die klimafarmer GmbH setzt mit der Verwendung von Pflanzenkohle auf lebendige, humusreiche Böden. Es gilt, die Bodenqualität mit Blick auf Wasser- und Nährstoffspeicherung zu erhöhen, gleichzeitig Kohlenstoff langfristig im Boden zu speichern und so die Vitalität von Stadtgrün deutlich zu stabilisieren. „Mit ‚green up - carbon down' verbinden wir praktische Lösungen mit objektiven, satellitengestützten Messdaten", erklärt Ron Richter. „So schaffen wir für Kommunalverantwortliche und die Öffentlichkeit maximale Transparenz: Jede Maßnahme zur CO₂-Bindung und Ökosystemleistungen wird nachvollziehbar, überprüfbar und auch langfristig planbar. Gleichzeitig lassen sich damit die Betriebskosten der Grünpflege massiv reduzieren, denn wenn man weiß bei welchen Bäumen es einen Handlungsbedarf gibt können Personal und Betriebsmittel gezielt eingesetzt werden." Erik Kaiser: „Durch unsere Daten wird es möglich, Veränderungen im Baumbestand über große Flächen und Zeiträume hinweg zu verfolgen, Risiken frühzeitig zu erkennen und Klimaschutzmaßnahmen zielgenau zu steuern." Interessant ist zudem, dass auch Veränderungen aus der Vergangenheit sichtbar gemacht werden können. Stefan Tackmann vom Fachdienst Klima- und Umweltschutz, Grünflächenplanung, Baum- und Artenschutz der Stadt Lüdenscheid berichtet: „Wir haben immer wieder Probleme mit nachträglichen Baumschäden durch Baumaßnahmen wie dem Glasfaserausbau. Mit den Messdaten von Karuna werden Vitalitätseinbußen wesentlich schneller sichtbar als mit herkömmlicher Baumkontrolle. Wir wollen deshalb in Zukunft für entsprechende Ausschreibungen festlegen, dass mit Vorher-Nachher-Daten mögliche Schäden zurechenbar sind."

Absicherung von Investitionen

Die Kooperation setzt neue Standards für Monitoring, Reporting und Zielgenauigkeit von Maßnahmen. Das Konzept wird bereits in über zwanzig Städten angewendet, sowohl in Deutschland, in der Schweiz, in Italien und sogar im Central Park in New-York. Erik Kaiser: „Wir haben aktuell schon weit über 100.000 Bäume erfasst und optimieren unsere Technologie KI-gestützt immer weiter." Durch die Verbindung von Bodendaten und satellitengestützter Baumanalyse entsteht ein integriertes Bild des Zustands des Stadtgrüns. Für Kommunen bedeutet dies, dass Entscheidungen und Investitionen in die Weiterentwicklung des Stadtgrüns auf Basis von zuverlässigen Daten getroffen werden können, außerdem wird dadurch die Wirksamkeit der Maßnahmen sichtbar. Ron Richter: „Im Ergebnis können so Ökosystemleistungen dargestellt werden und für die Berichterstattung an kommunale Gremien wie in die lokale Öffentlichkeit genutzt werden." Mit „green up - carbon down" etablieren klimafarmer und Karuna ein skalierbares Modell, das in weitere Regionen und Partnerschaften übertragen werden kann. Ron Richter: „Interessierte Kommunen und Unternehmen sind eingeladen, sich zu beteiligen, Pilotflächen zur Verfügung zu stellen oder das Projekt als Partner zu unterstützen und so aktiv an einer zukunftsfähigen, klimafreundlichen Weiterentwicklung des Stadtgrüns mitzuwirken." (Quelle: klimafarmer)

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Kommentare (1)

  • Hartmut Hebling
    am 12.02.2026
    Lieber Erik Kaiser und Ron Richter,

    ich freue mich sehr, dass ihr eine neue Perspektive ins Thema bringt. Schon der Ansatz hilft enorm.

    Wir sind jedenfalls bei der Zusammenarbeit dabei.
    Wiedersehen im Rüsselsheim.

    Urbi ex Orbit .... (was ein Buchstabe schon ausmacht)