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Spitzenleistung: Bester Auszubildender im Gartenbau geehrt
Schon die Nachricht über sein herausragendes Prüfungsergebnis überraschte den jungen Straelener: Die Noten im Schuljahr seien zwar gut gewesen, „aber dass es dann so gut wird, habe ich nicht erwartet“, erzählt Jonas Gehr rückblickend. Sein Weg in die Branche war dabei nicht vorgezeichnet. „Der eigentliche Plan war etwas in Richtung technischer Zeichner zu machen. Durch Corona hat sich der Plan letztendlich geändert. Ich wollte etwas tun, bei dem ich am Ende des Tages sehe, was ich geschafft habe. Dann habe ich neben der Schule in der Gärtnerei meines Onkels gearbeitet“, berichtet er. Dass der Gartenbau in seiner Familie immer präsent war, hat seinen Weg mitgeprägt: Gleich drei Onkel führen eigene Betriebe. Besonders aber die Erfahrungen während der Ausbildung haben seine Begeisterung gefestigt.
Im Ausbildungsalltag bei Topfpflanzen Ripkens gefielen Jonas Gehr besonders die Aufgabenbereiche, bei denen er mitdenken konnte: „Mit zu überlegen, was man wie in welcher Reihenfolge macht und dabei Abläufe zu planen. Wenn man hier eine gute Idee hat, kann man sie einwerfen. Und das auch als Auszubildender.“
Wie er ein so starkes Prüfungsergebnis erreicht hat, fasst Jonas Gehr so zusammen: „Mein Erfolgsrezept war – dranbleiben. Immer ein bisschen was machen, bevor man vor Klassenarbeiten einen ganzen Berg vor sich hat. Und wichtig: Fragen stellen, wenn man etwas nicht versteht – egal, ob in der Berufsschule oder im Betrieb.“
Sein Arbeitgeber bot ihm optimale Rahmenbedingungen. Auf insgesamt 18.000 m² Glasfläche und 55.000 m² Freiland kultiviert das Team rund 30 verschiedene Sorten an Beet- und Balkonpflanzen sowie verschiedene Sedum-Arten oder Alpenveilchen, die dann unter Sortimentsnamen wie Stone-Land oder Out-Land vertrieben werden. Insgesamt arbeiten dort zehn festangestellte Mitarbeitende und drei Saisonkräfte. André Ripkens führt das Familienunternehmen bereits in dritter Generation.
Was Topfpflanzen Ripkens auszeichnet, bringt Jonas Gehr auf den Punkt: „Zum einen das familiäre Verhältnis im Betrieb. Dabei ist jeder gefragt – wenn der Azubi eine gute Idee hat, ist das gerne gesehen. Gemeinsam sind wir stark – sagt der Seniorchef Wolfgang Ripkens. Zum anderen der Einsatz der Technik. Wir haben hier beispielsweise ein Mobiltisch-System im Einsatz. Dadurch können sämtliche Arbeiten an den Pflanzen auf angenehmer Arbeitshöhe durchgeführt werden.“
Besonders Technik und Automatisierung faszinieren ihn. Die moderne Gartenbauproduktion hat längst nichts mehr mit dem klischeebehafteten Bild von Strohhut und Gießkanne zu tun. Roboter, Kransysteme und automatische Abläufe gehören selbstverständlich zum Alltag – eine Entwicklung, die seiner Meinung nach weiter zunehmen wird.
Jungen Menschen, die noch auf der Suche nach einem passenden Beruf sind, gibt Jonas einen einfachen, aber wirkungsvollen Rat: „Es gibt so viele kleine Erfolgserlebnisse. Man sieht jeden Tag, was man getan hat. Und vor allen Dingen sieht man etwas wachsen – Pflanzen sind ein lebendes Produkt.“ Praktika oder Ferienjobs seien der beste Weg, einen realistischen Einblick zu bekommen.
"Ihr seid in einer sogenannten Verbundausbildung namens ARIBA – was genau ist das?", fragt Marcus Trappe, Koordinator im Interreg-Projekt Agropole Innovates unterstützt durch das Interreg VI-Programm Deutschland-Nederland. "Drei Spezialbetriebe bilden in drei Jahren im Verbund zum Gärtner aus. Neben uns als Topfpflanzen Ripkens sind das A-Flora Opschroef und Gartenbau Boeckstegers. Alle drei haben andere Kulturen, andere Technik und unterschiedliche Arbeitsweisen. Mehr Abwechslung ist kaum möglich", erklärt der ehemalige Auszubildende. Seine eigenen Zukunftspläne sind bereits konkret: Nach zwei Jahren Berufspraxis möchte er die Meisterschule besuchen. Das ist wichtig, denn qualifizierte Fachkräfte werden dringend gesucht. „In den Betrieben werden Gartenbaumeister benötigt. Gesellen sowieso und Auszubildende erst recht“, betont Ripkens.
Zum Abschluss verdeutlichen beide, wie breit die Wege im Gartenbau heute sind – weit über die Produktion hinaus. „Der Gartenbau bietet vielfältige Möglichkeiten nach der Ausbildung. Man kann in den Handel gehen, als Vertreter arbeiten, Berater für Pflanzen oder Technik werden oder sich in Verbänden einsetzen“, erklärt André Ripkens. Und Jonas Gehr ergänzt: „In welche Richtung auch immer – von Produktion bis hin zum Verkauf ist hier alles gebündelt. Die ganze Bandbreite ist hier in der Region vertreten.“

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