Schweiz: Ressourcenprojekt PFLOPF vorgestellt

Die drei schweizer Kantone Aargau, Thurgau und Zürich starteten das Projekt "PFLOPF" zur Optimierung des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln im Acker-, Gemüse-, Obst- und Rebbau.

PFLOPF-Massnahme 7: Drohnen zur Pflanzenschutzausbringung vereinfachen in Steillagen die Applikation zum optimalen Behandlungszeitpunkt bei gleichzeitig reduzierter Abdrift. Bild: Sebastién Rüttimann.

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Die Landwirtschaft nutzt Pflanzenschutzmittel zur Sicherung des Pflanzenertrags und der Qualität der Ernteprodukte. Ziel ist ein effizienter Einsatz von Pflanzenschutzmitteln möglichst ohne unerwünschte Nebeneffekte und negative ökologische Folgen. Der 2017 vom Bundesamt für Landwirtschaft lancierte Nationale Aktionsplan Pflanzenschutz zeigt Möglichkeiten auf, wie sich Einträge in die Umwelt durch Maßnahmen auf dem Betrieb und auf dem Feld vermeiden lassen und fördert Projekte, die die Landwirtschaft bei der Zielerreichung unterstützen. Neben dem Ressourcenprojekt PFLOPF sind dies unter anderem das Berner Pflanzenschutzprojekt, die Ressourcenprojekte Leimental, AquaSan und PestiRed sowie das Beratungsprojekt „Pflanzenschutzmitteleinträge aus Punktquellen minimieren“. Jedes Projekt hat seinen spezifischen Fokus. Zusammen sind sie aufeinander abgestimmte Bausteine zur Weiterentwicklung eines nachhaltigen Umgangs mit Pflanzenschutzmitteln sowie zum Einsatz von alternativen Verfahren.

Herausforderungen mit digitaler Unterstützung angehen

Die drei das Projekt initiierenden landwirtschaftlichen Zentren Arenenberg (TG), Liebegg (AG) und Strickhof (ZH) und die drei kantonalen Bauernverbände sind sich einig, dass zur Bewältigung der Herausforderungen im Bereich Pflanzenschutzmittel alle Register gezogen werden müssen. Unter anderem sollten dazu auch die heute verfügbaren Möglichkeiten digitaler Technologien genutzt werden.

Mit sogenannten Precision-Farming-Technologien können der richtige Zeitpunkt, der richtige Ort und die richtige Art einer Pflanzenschutzmaßnahme besser bestimmt und durchgeführt werden. Dies reicht von der Vermeidung des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln durch den Einsatz mechanischer Unkrautkontrollverfahren, über eine Reduktion der Behandlungshäufigkeit durch die Ausnutzung des optimalen Behandlungszeitpunkts, bis zur Eliminierung von Überlappungen innerhalb und außerhalb des Feldes. Am Markt verfügbare Precision-Farming-Technologien wie satellitengesteuerte (GPS) Lenksysteme, GPS- und sensorgesteuerte Pflanzenschutz- und Hackgeräte, Robotikanwendungen, Drohnen sowie betriebsspezifische Pflanzenschutz-Prognosesystemen erlauben eine Optimierung und Reduktion des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln.

60 Pilotbetriebe nehmen teil

Der Einsatz dieser Precision-Farming-Technologien ist in der Schweiz aus verfahrenstechnischen und ökonomischen Gründen noch nicht stark verbreitet. Das von den drei Kantonen und dem Bundesamt für Landwirtschaft finanzierte Ressourcenprojekt PFLOPF (Pflanzenschutzoptimierung mit Precision Farming) will den Nutzen und die Anwendbarkeit der verfügbaren Technologien unter Schweizer Verhältnissen aufzeigen. Betriebe sollen im Einsatz der Technologien unterstützt werden.

Das Projekt soll zu einer fachlich hochstehenden Pflanzenschutzpraxis beitragen. Über einen Zeitraum von acht Jahren werden 60 Pilotbetriebe mit dem Einsatz von Precision-Farming- Technologien auf ungefähr 900 Hektar Fläche die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln optimieren und die eingesetzte Pflanzenschutzmenge um mindestens 25% reduzieren, ohne dabei die Pflanzenschutzwirkung zu vermindern. Pro Kanton nehmen je ungefähr zehn Betriebe mit Ackerbau und je ungefähr drei mit Gemüsebau, Obstbau und Rebbau teil.

Flexible Massnahmen-Umsetzung

Die flächenbezogenen Teilnahmebeiträge ermöglichen den Betrieben eine flexible Maßnahmenumsetzung, sei es mit bestehender Eigenmechanisierung, neu angeschafften Geräten, oder über den Lohnunternehmer. So kann jeder und jede, egal ob mehr oder weniger technologieinteressiert, Maßnahmen umsetzen und mit der Nutzung von Precision-Farming- Technologien zu einer Optimierung des Pflanzenschutzes und Reduktion der Ausbringmengen beitragen.

Wissenstransfer in die Praxis

Die wissenschaftliche Begleitung durch Agroscope und der Einbezug relevanter Beteiligter des Landwirtschaftlichen Innovations- und Wissenssystems (LIWIS) stellen sicher, dass die Projektergebnisse breit in von der landwirtschaftlichen Praxis aufgenommen werden und Wirkung entfalten können.

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